{"id":6253,"date":"2017-04-11T15:36:51","date_gmt":"2017-04-11T13:36:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6253"},"modified":"2017-04-11T15:36:51","modified_gmt":"2017-04-11T13:36:51","slug":"eine-feder-die-es-in-sich-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/eine-feder-die-es-in-sich-hat\/","title":{"rendered":"Eine Feder, die es in sich hat"},"content":{"rendered":"<p>Sie sieht ein bisschen aus wie eine Banane aus Metall. Ein schlichter Halbkreis, der es aber in sich hat. Die sogenannte C-Feder, wie sie von Nils Bornh\u00fctter, Thomas Banas, Ayse G\u00fcler, Lauber, Phillip Lauber entwickelt wurde, ist innovativ. So innovativ, dass ihre Erfindung jetzt von der Uni Siegen zum Patent angemeldet wurde.<\/p>\n<p>Geplant hatten die vier Studierenden das nicht. Eigentlich hatten sie sich nur zusammengefunden, um gemeinsam das Planungs- und Entwicklungsprojekt (PEP), das im Maschinenbau-Bachelorstudium obligatorisch ist, anzugehen. Das war im Sommersemester 2015. \u201eUnser Wunschthema war schon weg, deshalb hat uns Prof. Dr. Vladimir Kobelev die Aufgabe gegeben, eine Feder aus Faserverbundstoff zu entwickeln\u201c, erz\u00e4hlt Niels Bornh\u00fctter.<\/p>\n<div id=\"attachment_6256\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/unipatent-medien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6256\" class=\"size-medium wp-image-6256\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/unipatent-medien-300x244.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/unipatent-medien-300x244.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/unipatent-medien-768x626.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/unipatent-medien.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6256\" class=\"wp-caption-text\">Die Erfinder und ihr Scout (von links): Phillip Lauber, Nils Bornh\u00fctter, Thomas Banas, PatentScout Christian Piel und Ayse G\u00fcler.<\/p><\/div>\n<p>F\u00fcr die drei Maschinenbau-Studierenden und den Wirtschaftsingenieur Phillip Lauber hie\u00df das erst einmal: Recherchearbeit. \u201eMan wird da ziemlich ins kalte Wasser geworfen\u201c, erinnert sich Nils Bornh\u00fctter. \u201eSchaut mal, was Euch so einf\u00e4llt\u201c, hatte ihnen Prof. Kobelev vom Lehrstuhl Fahrzeugdynamik noch mit auf den Weg gegeben. Also fingen sie ganz vorn an: Was gibt es \u00fcberhaupt f\u00fcr Federn? Wie sehen die aus? Was sollen sie k\u00f6nnen? Wo werden sie eingesetzt? Ayse G\u00fcler: \u201eZuerst haben wir uns f\u00fcr das Material entschieden. Unsere Feder sollte aus glasfaserverst\u00e4rktem Kunststoff sein.\u201c<\/p>\n<p>Dann probierten die Studierenden verschiedenen Formen aus. \u201eEs ging ja darum, zu kl\u00e4ren, wie eine Feder die auf sie einwirkenden Kr\u00e4fte am besten kompensieren kann.\u201c 3-D-Modelle wurden entwickelt, Berechnungen angestellt. Zuerst hatten die vier Studierenden einen anderen Feder-Favoriten, den sie nach einer ersten Pr\u00e4sentation wieder verwarfen und schlie\u00dflich auf die C-Form kamen. Doch die Berechnungen ergaben eine zu geringe Belastbarkeit. \u201eWoran denkt der Maschinenbauer zuerst, wenn er etwas verst\u00e4rken will? An einen T-Tr\u00e4ger!\u201c, erkl\u00e4rt Thomas Banas. Und dieses Prinzip haben die Studierenden dann umgesetzt. Ihre Feder sieht schlie\u00dflich aus wie ein Halbkreis, der zur Mitte hin dicker wird und durch einen Innenring verst\u00e4rkt wird. Die Feder hat einen doppelten T-Querschnitt und damit eine besondere Steifigkeit \u2013 das ist die entscheidende Verbesserung zu allem, was es bisher im C-Federn-Bereich gibt.<\/p>\n<p>Dass sie mit ihrer innovativen Idee eine echte Erfindung gemacht haben, daran hat keiner von ihnen gedacht. Prof. Kobelev dagegen schon. \u201eDas k\u00f6nnt Ihr zum Patent anmelden\u201c, empfahl er den Studierenden, als sie ihm das Ergebnis ihrer PEP Arbeit vorlegten. Die Studierenden waren anfangs eher z\u00f6gerlich, wandten sich aber dann an Christian Piel, den PatentScout der Uni Siegen. Seit 2015 k\u00fcmmert er sich um die Patentaktivit\u00e4ten an der Uni. Er ist zentraler Ansprechpartner f\u00fcr alle Fragestellungen im Zusammenhang mit Erfindungen und Patenten.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit den ErfinderInnen erarbeitet der PatentScout den optimalen Weg zum Schutzrecht und einer angemessenen Verwertung. Grunds\u00e4tzlich liegen die Patent- und Verwertungsrechte bei Erfindungen von Besch\u00e4ftigten bei der Universit\u00e4t. Geregelt ist das im Arbeitnehmererfindungsgesetz. Diesem Gesetz unterliegen die Erfindungen und technischen Verbesserungsvorschl\u00e4ge von Arbeitnehmern im privaten und im \u00f6ffentlichen Dienst. \u201eBei Studierenden ist es anders\u201c, erkl\u00e4rt Piel. \u201eSie m\u00fcssen Erfindungen nicht melden, k\u00f6nnen aber den Service der Universit\u00e4t bei einer Patentmeldung auch nutzen.\u201c Das hat den Vorteil, dass man bei dem Prozedere \u2013 auch bei juristischen Fragen \u2013 begleitet wird und Kosten spart.<\/p>\n<p>Ein Service, ohne den die Studierenden niemals so weit gekommen w\u00e4ren. \u201eWenn wir gewusst h\u00e4tten, wie aufwendig das ist und wie viel Arbeit das kostet, h\u00e4tten wir es wahrscheinlich gar nicht versucht\u201c, meint Lauber und die anderen nicken. Mit Unterst\u00fctzung von Piel k\u00e4mpften sie sich durch den Formalit\u00e4ten-Dschungel. Nach der Erfindungsmeldung mussten die vier ihre Feder dem Patenbeirat der Uni Siegen vorstellen. Im M\u00e4rz 2016 entschied das Gremium, die Patentanmeldung anzugehen. \u201eDie ist dann im Dezember vergangenen Jahres erfolgt\u201c, so Piel. \u00dcblicher Weise dauert es von Erfindungsmeldung bis Patentanmeldung nur etwa vier Monate, in dringenden F\u00e4llen sogar weniger. \u201eIn diesem Fall kamen jedoch verschiedene Umst\u00e4nde zusammen, was das Verfahren etwas in die L\u00e4nge gezogen hat\u201c, erkl\u00e4rt Piel.<\/p>\n<p>Offen ist, ob es einmal eine wirtschaftliche Verwendung f\u00fcr die C-Feder gibt. Potential hat die Erfindung. \u201eAufgrund der Langlebigkeit bei gleichzeitig niedrigem Gewicht k\u00f6nnte sie zum Beispiel im Automobilbereich bei Elektrofahrzeugen oder im Schienenverkehr eingesetzt werden\u201c, so Lauber. Wenn ihre Erfindung mal Produktreife hat und damit Geld verdient werden kann, sind die Studierenden mit 30 Prozent an den Brutto-Erl\u00f6sen beteiligt. Noch schmunzeln Nils, Phillip, Thomas und Ayse bei dem Gedanken daran. Phillip ist schon im Beruf, die anderen drei sind noch im Masterstudiengang. Wohin es sie auch immer nach dem Studium verschl\u00e4gt. Durch das gemeinsame Patent sind sie ein Leben lang verbunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sieht ein bisschen aus wie eine Banane aus Metall. Ein schlichter Halbkreis, der es aber in sich hat. 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