{"id":6171,"date":"2017-04-03T15:39:47","date_gmt":"2017-04-03T13:39:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6171"},"modified":"2017-04-03T15:40:17","modified_gmt":"2017-04-03T13:40:17","slug":"brueckenschlag-suedwestfalen-ruhrgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/brueckenschlag-suedwestfalen-ruhrgebiet\/","title":{"rendered":"Br\u00fcckenschlag S\u00fcdwestfalen \u2013 Ruhrgebiet"},"content":{"rendered":"<p>Unternehmerisches Handeln bedeutet, Potenziale zu suchen, zu identifizieren und zu entfalten, ist also stets auf die Zukunft ausgerichtet. Ein wesentliches Thema, das aktuell und auch in Zukunft die Wirtschaft und ihre Vertreter besch\u00e4ftigt, ist die St\u00e4rkung des Wirtschaftsstandortes NRW. Hier m\u00fcssen neue M\u00f6glichkeiten gefunden und genutzt werden, meint\u00a0Egbert Neuhaus,\u00a0Vorsitzender des Unternehmensverband Westfalen-Mitte, und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der M. Westermann &amp; Co. GmbH, in seinem Beitrag im NRW-Wirtschaftsblog.<\/p>\n<p>Und einige M\u00f6glichkeiten liegen nicht weit entfernt. Wenn man sich in der eigenen Region, S\u00fcdwestfalen, und der Nachbarregion, dem Ruhrgebiet, umsieht, erkennt man Chancen der Zusammenarbeit, der Vernetzung. Ein vermeintliches Handicap der einen Region kann durch die Zusammenarbeit mit der anderen, benachbarten Region wom\u00f6glich in einen Aktivposten verwandelt werden, von dem beide Regionen letztendlich profitieren. S\u00fcdwestfalen und das Ruhrgebiet haben beide einen Strukturwandel vollzogen. S\u00fcdwestfalen, fr\u00fcher der Vorgarten des Ruhrgebietes genannt, hat sich zur drittst\u00e4rksten Industrieregion des Landes entwickelt. Das Ruhrgebiet, ehemals bekannt als industrielle Einheit mit rauchenden Schloten, wandelte sich zu einer hochdifferenzierten und leistungsstarken Wissenschaftsregion. Diese neuen Potenziale k\u00f6nnen und sollten in und f\u00fcr beide Regionen, aber auch f\u00fcr NRW, zur Entfaltung gebracht werden. Das Zusammenf\u00fchren der neuen Kompetenzen beider Regionen st\u00e4rkt weiter ihre St\u00e4rken und schw\u00e4cht ihre Schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche St\u00e4rke S\u00fcdwestfalens basiert auf einem starken produzierenden Sektor mit einer flexiblen, mittelst\u00e4ndischen Industrie. Diese Unternehmen produzieren hier oft unbemerkt von der breiten \u00d6ffentlichkeit und beliefern internationale M\u00e4rkte. Wirtschaftlich besonders robust wird die Region durch die breite Branchen- und Produktpalette. Von Armaturen \u00fcber Bier, Leuchten und Maschinen bis zu Zement ist alles vertreten. Damit ist S\u00fcdwestfalen konjunkturellen Schwankungen weit weiniger ausgesetzt, als andere Gebiete des Landes. Zudem hat sich die Fachhochschule S\u00fcdwestfalen zu einem hervorragenden Wissenschaftsinstitut entwickelt, das den Austausch zu den Unternehmen der Region sehr gut organisiert. Im Ruhrgebiet ist mit seiner Vielzahl an Hochschulen eine ausgezeichnete und differenziert ausgebaute Transferlandschaft entstanden. Warum diese nicht auch nutzen? Von einer effektiven Verzahnung von Hochschulen und Unternehmen k\u00f6nnen beide Regionen profitieren.<\/p>\n<p>Auch wird es in Zukunft darauf ankommen, den Absolventen der Hochschulen Perspektiven in S\u00fcdwestfalen und dem Ruhrgebiet aufzuzeigen und damit die Gefahr der Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskr\u00e4fte zu reduzieren. Die Informationen \u00fcber die Karrierem\u00f6glichkeiten f\u00fcr junge Nachwuchskr\u00e4fte in den mittelst\u00e4ndischen Unternehmen S\u00fcdwestfalens und des Ruhrgebietes m\u00fcssen also zielgerichteter transportiert werden.<\/p>\n<p>Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass das Gesamtpaket stimmt. Eine sichere solide berufliche Basis in einem mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, das Weiterbildungs- und Karrierem\u00f6glichkeiten bietet, ist f\u00fcr qualifizierte Arbeitnehmer von gro\u00dfer Bedeutung. Dazu m\u00fcssen aber noch einige weitere Faktoren stimmen. Junge Menschen sind heute mobiler und flexibler. Sie m\u00f6chten schnell und unkompliziert auch weitere Wege zur\u00fccklegen und zeitnah am Ziel sein. Das l\u00e4sst die momentane Situation auf unseren Stra\u00dfen und des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs aber kaum zu. Eingeschr\u00e4nkt werden dadurch insbesondere potentielle Berufspendler, die zwar prinzipiell auch eine weitere Strecke zur Arbeitsst\u00e4tte in Kauf nehmen w\u00fcrden, aber durch den sehr hohen Zeitverlust bedingt durch Staus und unzureichende Zugverbindungen abgeschreckt werden.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwachpunkt ist das fehlende schnelle Internet in weiten Teilen beider Regionen. Das ist ein gro\u00dfer Nachteil f\u00fcr die t\u00e4gliche betriebliche Arbeit in den Unternehmen, aber auch f\u00fcr die Gewinnung von Nachwuchskr\u00e4ften. Junge Menschen legen gro\u00dfen Wert darauf, schnell \u00fcber das Internet kommunizieren und sich informieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um Fachkr\u00e4fte an die Regionen zu binden, sind also nicht nur die Unternehmen sondern auch die Politik gefragt. Es muss dringend in Infrastruktur investiert werden. Denn, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, werden die jungen Menschen auch bei guten beruflichen Perspektiven weiter abwandern. Die Zusammenarbeit von so leistungsstarken Regionen wie Ruhrgebiet und S\u00fcdwestfalen ist eine gro\u00dfe Chance dem entgegen zu wirken und NRW zu st\u00e4rken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmerisches Handeln bedeutet, Potenziale zu suchen, zu identifizieren und zu entfalten, ist also stets auf die Zukunft ausgerichtet. 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