{"id":6150,"date":"2017-03-31T08:44:13","date_gmt":"2017-03-31T06:44:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6150"},"modified":"2017-03-31T09:15:29","modified_gmt":"2017-03-31T07:15:29","slug":"es-warten-grosse-herausforderungen-auf-den-mittelstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/es-warten-grosse-herausforderungen-auf-den-mittelstand\/","title":{"rendered":"&#8222;Es warten gro\u00dfe Herausforderungen auf den Mittelstand&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Begriffe wie \u201eKindergarten\u201c und \u201eDoppelg\u00e4nger\u201c sind in der englischen Sprache bereits angekommen, \u201eGerman Mittelstand\u201c ist auf dem besten Weg dorthin. Steuerertr\u00e4ge, Besch\u00e4ftigtenzahl und Exportleistung sind in Deutschland auf Rekordniveau. \u201e\u201aGerman Mittelstand\u2018 ist der Begriff der letzten Jahre, das ist unser System\u201c, sagt Arndt G. Kirchhoff, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Kirchhoff Gruppe und Pr\u00e4sident der Landesvereinigung der Unternehmensverb\u00e4nde Nordrhein-Westfalen. Der Mittelstand ist ein deutsches Erfolgsmodell, weltweit anerkannt und gesch\u00e4tzt. Doch die weltweiten Ver\u00e4nderungen in der Wirtschaft durch Digitalisierung und Industrie 4.0 treffen auch kleine und mittlere Unternehmen. Hat der Mittelstand also noch Zukunft?<\/p>\n<p>Um diese Frage zu diskutieren, hatte das Forschungskolleg \u201eZukunft menschlich gestalten\u201c (FoKoS) der Universit\u00e4t Siegen gemeinsam mit dem Zentrum f\u00fcr \u00f6konomische Bildung (Z\u00f6BiS) zu den \u201eWirtschaftspolitischen Gespr\u00e4chen\u201c geladen. Auf dem Podium leitete Wirtschaftsjournalistin Dr. Ursula Weidenfeld die Diskussion zwischen Arndt G. Kirchhoff, Lewin Berner (CEO Sioux GmbH), Rainer Spiecker (Handwerkspolitischer Sprecher der CDU in NRW) und Prof. Dr. Petra Moog (Lehrstuhl f\u00fcr Unternehmensnachfolge \/ Entrepreneurship and Family Business an der Universit\u00e4t Siegen).<\/p>\n<p>Warum ist Mittelstand so erfolgreich? Arndt Kirchhoff nannte zwei Merkmale: \u201eNummer 1: Wir bieten f\u00fcr jeden Bedarf eine Fachausbildung, von der dualen Ausbildung bis zum Studium. Nummer 2 sind die regionalen Netzwerke, die Leistungsgemeinschaft und der Verbund der Unternehmen. Der Mittelstand hat Tradition.\u201c Ein solches Traditionsunternehmen f\u00fchrt auch Rainer Spiecker, neben seinem politischen Amt ist er Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer Hosentr\u00e4ger- und G\u00fcrtelfabrik. \u201eWir sind seit 104 Jahren Dienstleister f\u00fcr ein Segment. Als kleines Unternehmen k\u00f6nnen wir schnell auf den Markt reagieren, das ist unser Vorteil. Wir m\u00fcssen in unserer Nische einer der besten sein.\u201c Auch in der Forschung hat sich der Mittelstand inzwischen etabliert, w\u00e4hrend es vor Jahren noch um extrem schnell wachsende Firmen ging. \u201eMittelstand ist ein Ph\u00e4nomen, das untersucht wird. Die Kombination von nachhaltigem und vern\u00fcnftigem Wachstum ist ein Erfolgsschlager\u201c, befand Prof. Moog.<\/p>\n<p>Aber hat dieser Erfolg auch Zukunft? Schlie\u00dflich wird in der Region Siegen-Wittgenstein bis 2030 mit einem R\u00fcckgang der Erwerbst\u00e4tigen um 20 Prozent gerechnet. Die Liste der Herausforderungen ist angesichts von Digitalisierung, Globalisierung und Fachkr\u00e4ftesicherung lang. \u201eAmazon hat 40 Prozent Marktanteil des Online-Handels, das ist eine Dominanz wie nie zuvor\u201c, warnte Lewin Berner. F\u00fcr die Unternehmen \u00e4ndern sich die Kan\u00e4le, auf denen sie Kunden erreichen k\u00f6nnen. \u201eDie Chance liegt darin, vor Ort zu beraten und parallel online zu verkaufen\u201c, sagte Prof. Moog mit Blick auf den Handel.<\/p>\n<p>Gro\u00dfes Potenzial liegt in der Individualisierung von Produkten. Sioux beispielsweise bietet den Schuh \u201eGrashopper\u201c in zahlreichen Farbvarianten an. Durch 3D-Druck k\u00f6nnen zus\u00e4tzliche Gesch\u00e4ftschancen entstehen. \u201eWir brauchen zun\u00e4chst Fachkr\u00e4fte, die Drucker bauen und das Tempo erh\u00f6hen. Wenn es \u00f6konomisch sinnvoll ist, wird man dann individualisierte Produkte oder Ersatzteile im Mittelstand anfertigen k\u00f6nnen, parallel kann die gro\u00dfe Serie \u00fcber die traditionellen Wege produziert werden\u201c, blickte Arndt Kirchhoff voraus.<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Entwicklung der Technologie sind Fachkr\u00e4fte \u2013 und deren Qualifikation spielt folgerichtig auch eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr die Zukunft des Mittelstandes. \u201eWir m\u00fcssen Nachwuchs finden und f\u00f6rdern. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr den Arbeitnehmern attraktive Leistungen anbieten \u00fcber den Lohn hinaus\u201c, sagte Rainer Spiecker. F\u00fcr Petra Moog liegt der Fokus zudem auf der Weiterbildung der bestehenden Mitarbeiter: \u201eViele Mitarbeiter haben Sorge, ihren Arbeitsplatz im Zuge der Digitalisierung zu verlieren. Hier m\u00fcssen wir zus\u00e4tzliche Aus- und Weiterbildung anbieten und die Menschen mitnehmen.\u201c<\/p>\n<p>Einig war sich das Podium zudem, dass f\u00fcr die Entwicklung in der Zukunft auch die Rahmenbedingungen stimmen m\u00fcssen. Schnelle Internetanschl\u00fcsse sind das eine, politische Weichenstellungen das andere. \u201eWir brauchen Spielregeln, ganz klar. Wir brauchen aber auch eine unternehmerfreundliche Politik, die auf unn\u00f6tige Regulierungen verzichtet\u201c, sagte Arndt Kirchhoff. Gelingt das, k\u00f6nnte auch die Quote der Unternehmensgr\u00fcndungen wieder steigen \u2013 und somit die Chance, dass Familienunternehmen auch in den folgenden Generationen bestehen. \u201eDie Gr\u00fcnder von heute sind der Mittelstand von morgen\u201c, fasste Prof. Petra Moog zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begriffe wie \u201eKindergarten\u201c und \u201eDoppelg\u00e4nger\u201c sind in der englischen Sprache bereits angekommen, \u201eGerman Mittelstand\u201c ist auf dem besten Weg dorthin. 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