{"id":6024,"date":"2017-03-20T14:04:17","date_gmt":"2017-03-20T13:04:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=6024"},"modified":"2017-03-20T14:11:08","modified_gmt":"2017-03-20T13:11:08","slug":"die-region-als-forschungsfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-region-als-forschungsfeld\/","title":{"rendered":"Die Region als Forschungsfeld"},"content":{"rendered":"<p>Wenn die Universit\u00e4t Siegen Vorhaben gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft umsetzt, geht es um Regionale Forschungspartnerschaften. F\u00fcr das F\u00f6rderjahr 2016\/2017 stehen jetzt neun neue Forschungspartnerschaften fest, die im Rahmen der Ausschreibung f\u00fcr das Themenfeld \u201eZuwanderung und Integration\u201c entstanden sind. \u201eWir besch\u00e4ftigen uns forschungsbasiert mit Problemstellungen aus der Praxis. Durch diese Forschungspartnerschaften k\u00f6nnen wir die Kompetenzen der Hochschulen mit dem Bedarf der Region vereinen\u201c, sagte Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein, Prorektorin f\u00fcr Kooperationen, Internationales und Marketing der Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n<p>Jedes der neun Forschungsprojekte wird zun\u00e4chst f\u00fcr ein Jahr mit bis zu 60.000 Euro finanziert. Die F\u00f6rdermittel stellen die vier Fakult\u00e4ten der Universit\u00e4t Siegen zur Verf\u00fcgung. \u201eWir haben diese Projekte auf den Weg gebracht, um Forschung mit Bezug zur Region zu f\u00f6rdern und darauf aufbauend Anschlussprojekte zu initiieren\u201c, sagte Prof. Dr. Hildegard Schr\u00f6teler-von Brandt als Vertreterin der Dekane der Hochschule.<\/p>\n<p>Eine breit aufgestellte Jury, bestehend u.a. aus VertreterInnen der Hochschule, der IHK, der Kreishandwerkerschaft, der Agentur f\u00fcr Arbeit und dem Kommunalen Integrationszentrum, hatte die Projektantr\u00e4ge bewertet und neun Projekte ausgezeichnet. \u201eWir k\u00f6nnen uns hier auf eine lange Tradition der Kooperation verlassen, das hat einen sehr hohen Stellenwert\u201c, sagte Wolf Kuhnke, ehemaliger Schulrat des Kreises. Kuhnke bewertete in der Jury ebenso wie Arne Fries (Kommunales Integrationszentrum) die Projektantr\u00e4ge. Fries stellte fest: \u201eEs ist ein Zeichen der Uni, die regionalen Partner einzubinden, das schafft einen enormen Mehrwert. Ich hoffe, dass wir so unsere Strukturen verbessern k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Die Projektthemen reichen von der Unterst\u00fctzung der Schulen im Umgang mit Fl\u00fcchtlingskindern bis zum Zusammenwirken von Hauptamt, Ehrenamt und Gefl\u00fcchteten im l\u00e4ndlichen Raum. Bei der Vorstellung der Projekte gaben Dr. J\u00f6rg Siewert (Universit\u00e4t Siegen) und Andr\u00e9 Schmidt (Dezernent Universit\u00e4tsstadt Siegen) einen Einblick in ihr Projekt mit dem Titel \u201eLern- und Lebensbiographien im schulischen und au\u00dferschulischen Kontext \u2013 Fl\u00fcchtlingskinder\u201c.<\/p>\n<p>\u201eIm Rahmen unserer Kooperation zwischen Stadt und Uni versuchen wir, die Schulen hier im Kreis Siegen-Wittgenstein zu unterst\u00fctzen\u201c, berichtete J\u00f6rg Siewert. Bis zu 35 Schulen werden unterst\u00fctzt, rund 100 Studierenden aus den verschiedenen Lehramts-Studieng\u00e4ngen engagieren sich und arbeiten mit Fl\u00fcchtlingen. Studierende sollen im Projekt nun Bachelor- und Masterarbeiten anfertigen, die sich mit der Biografie je eines Fl\u00fcchtlings besch\u00e4ftigen. \u201eWir m\u00f6chten dadurch erfahren, unter welchen Bedingungen Fl\u00fcchtlingskinder lernen und so Schl\u00fcsse ziehen, wie sich die Schulen darauf einstellen k\u00f6nnen\u201c, sagte Siewert. \u201eUnsere Aufgabe ist die Beschulung und Integration von Fl\u00fcchtlingen. Damit das so gut wie m\u00f6glich gelingt, ben\u00f6tigen wir Hinweise, was man ver\u00e4ndern kann. Das ist f\u00fcr uns sehr hilfreich\u201c, sagte Stadt-Dezernent Andr\u00e9 Schmidt.<\/p>\n<p>Die neun gef\u00f6rderten Projekte in der \u00dcbersicht (als Ansprechpartner der Universit\u00e4t ist jeweils der Antragssteller \/ die Antragsstellerin aufgef\u00fchrt):<\/p>\n<h3>(1) \u201eIntegration von Geflu\u0308chteten im Rahmen inklusiver Quartiersentwicklung: Zusammenwirken von Hauptamt, Ehrenamt und Geflu\u0308chteten in l\u00e4ndlichen R\u00e4umen.\u201c<\/h3>\n<h3>Kurzbeschreibung:<\/h3>\n<p>Wie k\u00f6nnen Kommune\/Hauptamt, Ehrenamt und Geflu\u0308chtete im l\u00e4ndlichen Raum mit unterschiedlichen Bedu\u0308rfnissen und Lebensstilen umgehen? Mit der Stadt Freudenberg und der Gemeinde Kirchhundem sind an diesem Forschungsvorhaben zwei regionale Partner beteiligt, die auf eine dezentrale Unterbringung gesetzt haben.<\/p>\n<h3>Projektpartner:<\/h3>\n<ul>\n<li>Prof. Dr. Hildegard Schr\u00f6teler-von Brandt<\/li>\n<li>Stadt Freudenberg, Gemeinde Kirchhundem<\/li>\n<\/ul>\n<h3>(2) \u201eLearnspaces4Refugees\u201c<\/h3>\n<h3>Kurzbeschreibung:<\/h3>\n<p>Ein niederschwellig gestaltetes, offenes und computergestu\u0308tztes Angebot soll konzipiert und installiert werden, das geeignet ist, gesellschaftliche Integrationsprozesse anzusto\u00dfen und Bildungswege fu\u0308r Geflu\u0308chtete zu ebnen.<\/p>\n<h3>Projektpartner:<\/h3>\n<ul>\n<li>Prof. Dr. Volker Wulf, FabLab Siegen<\/li>\n<li>Technikmuseum Freudenberg, IHK Siegen, Verein f\u00fcr Soziale Arbeit und Kultur Siegen, Stadtbibliothek Kreuztal<\/li>\n<\/ul>\n<h3>(3) \u201eVon beruflicher Ausbildung entkoppelte tu\u0308rkisch-st\u00e4mmige Jugendliche in Siegen-Geisweid: Ihre Weltbilder, Selbstdeutungen und Lebenspl\u00e4ne\u201c<\/h3>\n<h3>Kurzbeschreibung:<\/h3>\n<p>In Siegen-Geisweid gehen Jugendliche nach der Schulausbildung oft einer T\u00e4tigkeit im Einzelhandel oder in Handwerks- bzw. Gastronomiebetrieben der t\u00fcrkischen Community nach. Sie verzichten auf eine regul\u00e4re berufliche Ausbildung. F\u00fcr einen Teil der tu\u0308rkisch-st\u00e4mmigen Jugendlichen werden so problematische Erwerbsbiographien erzeugt.<\/p>\n<h3>Projektpartner:<\/h3>\n<ul>\n<li>Prof. Dr. Stefan Kutzner<\/li>\n<li>T\u00fcrkisch-Deutscher Elternverein<\/li>\n<\/ul>\n<h3>(4) \u201eFlucht und Migration als Herausforderung im Schulalltag \u2013 Evaluation einer kultursensiblen Adaption und Implementation des \u201aSchool-wide Positive Behavioral Interventions and Support\u2019\u201c<\/h3>\n<h3>Kurzbeschreibung:<\/h3>\n<p>Bei der sozialen Integration von schutzsuchenden und zuwandernden Menschen sind Bildungseinrichtungen besonders gefordert. Kulturelle und sprachliche Unterschiede f\u00fchren dazu, dass die Schu\u0308lerschaft sehr viel heterogener ist. Im Rahmen des Projektes soll eine heimische Schule bei der Bew\u00e4ltigung der oben genannten Herausforderungen unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<h3>Projektpartner:<\/h3>\n<ul>\n<li>Prof. Dr. Anna-Maria Hintz<\/li>\n<li>Schulamt Siegen-Wittgenstein<\/li>\n<\/ul>\n<h3>(5) \u201e(Neu-)Zugewanderte Kinder und Jugendliche in der Schule \u2014 Chancen, Herausforderungen, Best Practice\u201c<\/h3>\n<h3>Kurzbeschreibung:<\/h3>\n<p>Eine Datengrundlage, die Handlungsempfehlungen der regionalen Akteure mit Kennzahlen und konzeptionellen Komponenten unterfu\u0308ttern kann, liegt den Schul\u00e4mtern in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe bislang nicht vor. Die regionale Forschungspartnerschaft zielt darauf ab, diese fu\u0308r Praxis und Forschung hoch relevante Lu\u0308cke zeitnah zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<h3>Projektpartner:<\/h3>\n<ul>\n<li>Jun.-Prof. Dr. Daniel Mays<\/li>\n<li>Schulamt Siegen-Wittgenstein<\/li>\n<\/ul>\n<h3>(6) \u201eBerufsorientierung, Qualifizierung und Integration von Flu\u0308chtlingen in das Ausbildungs- und Besch\u00e4ftigungssystem der Region Siegen-Wittgenstein\u201c<\/h3>\n<h3>Kurzbeschreibung:<\/h3>\n<p>Das anwendungs- bzw. gestaltungsorientierte Projekt fokussiert auf regionale Ans\u00e4tze zur Qualifizierung und Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund in das regionale Ausbildungs- und Besch\u00e4ftigungssystem.<\/p>\n<h3>Projektpartner:<\/h3>\n<ul>\n<li>Jun.-Prof. Dr. Daniel Pittich<\/li>\n<li>IHK Siegen, BBZ Siegen, Projekt: \u00dcberschang Schule-Beruf \u201eKAoA\u201c (Kreis Siegen-Wittgenstein), Kommunales Integrationszentrum (Kreis Siegen-Wittgenstein)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>7) \u201eLern- und Lebensbiographien im schulischen und au\u00dferschulischen Kontext \u2013 Flu\u0308chtlingskinder\u201c<\/h3>\n<h3>Kurzbeschreibung:<\/h3>\n<p>Im Rahmen des Projekts \u201eLernen im schulischen und au\u00dferschulischen Kontext \u2013 Flu\u0308chtlingskinder (LISA&amp;KO\u2013F)\u201c wird die Wirkung informeller Lernprozesse auf das formelle Lernen dieser Schu\u0308ler in Siegen rekonstruiert, um mehr u\u0308ber lernf\u00f6rderliche und -hinderliche Umst\u00e4nde zu erfahren und so eine fundierte Grundlage zur Verbesserung ihres schulischen Lernens zu schaffen.<\/p>\n<h3>Projektpartner:<\/h3>\n<ul>\n<li>Dr. J\u00f6rg Siewert, Leiter der Arbeitsstelle SiNet<\/li>\n<li>Andr\u00e9 Schmidt, Universit\u00e4tsstadt Siegen<\/li>\n<\/ul>\n<h3>8) \u201eJugend in Arbeit \u2013 TalentSpace 4.0. Entwicklung und Erprobung von entwicklungsf\u00f6rderlichen \u00dcbergangssettings fu\u0308r junge Flu\u0308chtlinge in der Region\u201c<\/h3>\n<h3>Kurzbeschreibung:<\/h3>\n<p>Mit der steigenden Zahl von jungen Flu\u0308chtlingen im Kreis Olpe w\u00e4chst auch die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die im Anschluss an die allgemeine Schulpflicht eine Ausbildung beziehungsweise ein Studium aufnehmen oder einen Beruf aus\u00fcben m\u00f6chten. Ziel ist der Aufbau einer innovativen regionalen Akteurs-Arena, die alle relevanten Beteiligten fu\u0308r ein Talent-Space 4.0 bu\u0308ndelt, um neue Formen der Potentialanalyse und \u2013 allokation im \u00dcbergang von der Schule zum Beruf zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren.<\/p>\n<h3>Projektpartner:<\/h3>\n<ul>\n<li>Prof. Dr. Ulrike Buchmann<\/li>\n<li>Berufskolleg Kreis Olpe, Kreis Olpe, Jugendkunstschule kunsthaus alte m\u00fchle e. V.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>9) \u201eF\u00f6rderung von Text-\/Schreibkompetenz im Fachunterricht der gymnasialen Oberstufe (mit einem besonderen Fokus auf Schu\u0308lerinnen und Schu\u0308ler mit Zuwanderungsgeschichte\u201c<\/h3>\n<h3>Kurzbeschreibung:<\/h3>\n<p>Bei Sch\u00fclerInnen mit Migrationshintergrund scheitert der schulische Erfolg h\u00e4ufig nicht an den fachlichen Anforderungen, sondern an mangelhaften sprachlichen, beziehungsweise schriftsprachlichen Kompetenzen. Welche Unterst\u00fctzung brauchen die Sch\u00fclerInnen, um den Anforderungen beim Verfassen von Texten in der gymnasialen Oberstufe gen\u00fcgen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<h3>Projektpartner:<\/h3>\n<ul>\n<li>Prof. Dr. Gesa Siebert-Ott<\/li>\n<li>Gymnasium Netphen, Clara-Schumann-Gesamtschule Kreuztal<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die Universit\u00e4t Siegen Vorhaben gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft umsetzt, geht es um Regionale Forschungspartnerschaften. 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