{"id":5925,"date":"2017-03-11T19:49:35","date_gmt":"2017-03-11T18:49:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5925"},"modified":"2017-03-11T19:51:06","modified_gmt":"2017-03-11T18:51:06","slug":"wissenschaftliche-exzellenz-und-praxisorientierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wissenschaftliche-exzellenz-und-praxisorientierung\/","title":{"rendered":"&#8222;Wissenschaftliche Exzellenz und Praxisorientierung&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Dr. Thomas Ludwig und Eric Reimann haben eines gemeinsam: Ihre Dissertation bzw. Masterarbeit bekam jeweils die Bestnote. Jetzt wurde ihnen zudem f\u00fcr ihre herausragende wissenschaftliche Leistung der 32. \u201eIHK-Preis\u201c verliehen. Felix G. Hensel, Pr\u00e4sident der Industrie- und Handelskammer Siegen, \u00fcberreichte die mit insgesamt 4.000 Euro dotierte Auszeichnung gemeinsam mit Gunnar Kohlschein von der BGH Edelstahlwerke GmbH und Wilhelm R\u00fccker von der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden. BGH und die Sparkasse haben den IHK-Preis 2017 gestiftet.<\/p>\n<p>Mit dem IHK-Preis werden seit 32 Jahren die beste Dissertation sowie die beste praxisorientierte Masterarbeit des Akademischen Jahres in den Bereichen Architektur, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsrecht oder Natur- und Ingenieurwissenschaften der Universit\u00e4t Siegen ausgezeichnet. Felix G. Hensel w\u00fcrdigte in seiner Ansprache beim Festakt im Bernhard-Weiss-Saal der IHK Siegen die Bedeutung der Universit\u00e4t f\u00fcr die Stadt und die Region: \u201eSie ist mit mehr als 2.000 Besch\u00e4ftigten einer der gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber.\u201c L\u00e4ngst gehe der Austausch zwischen Hochschule und Wirtschaft \u00fcber das \u201eProduzieren\u201c von Bewerbern f\u00fcr die hiesigen Betriebe deutlich hinaus, betonte Felix G. Hensel.<\/p>\n<p>In vielen Bereichen habe sich \u201eeine recht enge Zusammenarbeit zwischen Universit\u00e4t und Wirtschaft herausgebildet\u201c, sagte der IHK-Pr\u00e4sident. \u201eGerade in den technischen Studieng\u00e4ngen gibt es Forschungsfelder, die unmittelbaren Bezug zur Industrie haben.\u201c Zugleich gebe es in der regionalen Wirtschaft Entwicklungsaufgaben \u201een masse\u201c, die ohne die Universit\u00e4t nicht zu l\u00f6sen w\u00e4ren. Der IHK-Preis ist, so der IHK-Pr\u00e4sident, eine Komponente von vielen, mit denen die Kammer das Zusammenspiel von Universit\u00e4t Siegen und der regionalen Wirtschaft verst\u00e4rke und auch sichtbar mache. Mit den Promotionsstipendien f\u00fcr wissenschaftliche Arbeiten mit regionalem Wirtschaftsbezug sowie den \u201eDeutschland-Stipendien\u201c und der Stiftungsprofessur f\u00fcr Technikdidaktik wende die IHK Siegen daf\u00fcr j\u00e4hrlich mehr als 100.000 Euro auf.<\/p>\n<p>\u201eDesigning ICT Tools for Researching Information Infrastructures\u201c hei\u00dft die Dissertation, die Dr. Thomas Ludwig in der Fakult\u00e4t III (Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht) der Universit\u00e4t Siegen erfolgreich mit \u201eSumma cum laude\u201c abgeschlossen hat. Dabei geht es im Prinzip um die Optimierung der Computer-unterst\u00fctzten Gruppenarbeit. Zu den klassischen Methoden, mit denen man die Anforderungen von Mitarbeitern eines Unternehmens an das Design von IT-Systemen erforscht, geh\u00f6ren Interviews und Beobachtungen. Angesichts der rasanten Technologieentwicklung und der damit immer komplexer werdenden organisation\u00fcbergreifenden Informationsstrukturen gelte es, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Volker Wulf, der die Arbeit gemeinsam mit Prof. Dr. Volkmar Pipek begutachtet hat, in seinem Empfehlungsschreiben f\u00fcr den IHK-Preis, \u201emethodische sowie technische M\u00f6glichkeiten zu entwickeln, um den Einsatz und die Handhabung von Informationsstrukturen beforschbar zu machen\u201c. Dr. Ludwig sei dieser Fragestellung in einem Dreischritt aus empirischer Vorstudie, der Entwicklung verschiedener IT-Systeme und deren langfristige Untersuchung in der Praxis nachgegangen. Wulf sei \u201ekeine Dissertation in der angewandten Informatik bekannt, die in diesem Umfang und in dieser Tiefe die Gestaltung von Informationsstrukturen in Praxis erforscht hat\u201c.<\/p>\n<p>Dr. Ludwig habe umfassende empirische Studien mit mehr als 80 Vertretern von Polizei, Feuerwehr, privaten Hilfsorganisationen, Stromanbietern und Kommunen innerhalb der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe sowie der Stadt Kiel durchgef\u00fchrt, lobt auch Prof. Dr. Peter Haring Bolivar, Prorektor der Universit\u00e4t Siegen. \u201eZiel war es zu verstehen, wie die Bev\u00f6lkerung Informationen innerhalb neuartiger sozialer Medien wie Facebook und Twitter oder mobiler Medien wie Smartphones und Tablets in Schadenslagen wie dem Sturm Kyrill nutzt und sich \u00fcber solche Medien zu spontanen Freiwilligengruppen zusammenschlie\u00dft, um bei der Bew\u00e4ltigung aktiv zu werden.\u201c Dr. Ludwig habe neue IT-Technologien entwickelt, die die Analyse solcher Informationsinfrastrukturen erm\u00f6gliche.<\/p>\n<p>Prof. Wulf w\u00fcrdigt \u00fcberdies die \u201ebesondere Anwendungsbezogenheit\u201c der Dissertation. Er arbeite zurzeit daran, \u201esein entwickeltes Portfolio zur Erforschung von Informationsstrukturen f\u00fcr weitere Unternehmen und Akteure bereit zu stellen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eErmittlung pr\u00e4ventiver Reprofilierungsintervalle f\u00fcr Rad und Schiene basierend auf deren geometrischen Kontaktbedingungen\u201c \u2013 so lautet das Thema der Masterarbeit von Eric Reimann im Studiengang Maschinenbau in der Naturwissenschaftlich-Technisc<wbr \/>hen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Siegen. Sie wurde von Prof. Dr.-Ing. Claus-Peter Fritzen in Kooperation mit Dr. Jani Dede von der Bombardier Transportation GmbH Siegen betreut. Bombardier ist einer der weltweit f\u00fchrenden Hersteller von Schienenfahrzeugen. \u201eDie Masterarbeit von Eric Reimann befasst sich mit fahrdynamischen Vorg\u00e4ngen an Schienenfahrzeugen, die sich im Kontaktbereich von Rad und Schiene abspielen und die verantwortlich f\u00fcr Verschlei\u00df und Sch\u00e4digung des Materials beider beteiligter Partner sind\u201c, schreibt Prof. Fritzen in seiner Empfehlung f\u00fcr den IHK-Preis. Eine rechtzeitige Wiederherstellung der optimalen Geometrie durch die Reprofilierung, das Nachbearbeiten der Lauffl\u00e4che, k\u00f6nne damit als wesentlicher Baustein f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung der Einsatzdauer sowohl der Schienenfahrzeuge als auch der Gleisinfrastruktur, zum Beispiel f\u00fcr ein Stra\u00dfenbahnnetz, angesehen werden. Durch diese die Lebens- bzw. Betriebsdauer verl\u00e4ngernden Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten erhebliche Einsparungen f\u00fcr den Betreiber erreicht werden.<\/p>\n<p>Eric Reimann hat zun\u00e4chst den Rad-Schiene-Kontakt untersucht, um die Bedingungen herauszufinden, die zu erh\u00f6htem Verschlei\u00df f\u00fchren. Darauf aufbauend hat er, erl\u00e4utert Prof. Fritzen weiter, zwei neuartige Kriterien f\u00fcr die Bewertung der Verschlei\u00dfbedingungen entwickelt. \u201eDies ist das Fundament, um zu bestimmen, ob bzw. zu welchem Zeitpunkt eine pr\u00e4ventive Reprofilierung f\u00fcr einen Betreiber unter technisch-wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll ist.\u201c Durch das von ihm entwickelte Bewertungsverfahren k\u00f6nne analysiert werden, ab welchem Verschlei\u00dfzustand eine pr\u00e4ventive Reprofilierung f\u00fcr einen effizienten Betrieb des Schienenfahrzeugs im Streckenbetrieb notwendig ist.<\/p>\n<p>\u201eLangfristig wird diese Vorgehensweise zu einer signifikanten Reduktion der Wartungskosten f\u00fchren, die im Bahnbereich einen nichtunerheblichen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen\u201c, lobt auch Prof. Haring Bolivar. Dr. Jani Dede, Abteilungsleiter Laufdynamik bei Bombardier, geht hier \u2013 je nach Kunde \u2013 von Einsparungen im Millionenbereich aus. F\u00fcr Prof. Haring Bolivar sind es \u201eherausfordernde Arbeiten wie diese, die dazu beitragen, hervorragende Absolventen in der Region zu halten, die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft zu st\u00e4rken und schlussendlich den Wirtschaftsstandort zu festigen\u201c.<\/p>\n<p>Festredner der Veranstaltung war NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin. Er gratulierte den Preistr\u00e4gern \u201eherzlich\u201c. \u201eIhnen ist die Verbindung aus wissenschaftlicher Exzellenz und Praxisorientierung in herausragender Weise gelungen. So erfolgreiche Kooperationen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern f\u00f6rdern die Innovationskraft der Unternehmen. Sie sind damit ein entscheidender Faktor im Wettbewerb der Regionen. Mit seiner einmalig guten Forschungslandschaft bietet Nordrhein-Westfalen hierf\u00fcr beste Voraussetzungen.\u201c Auch gratulierte der Minister der IHK Siegen und den Sponsoren, dass sie \u00fcberhaupt einen IHK-Preis erm\u00f6glichten \u2013 und das bereits seit 31 Jahren.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt werde die Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und den Hochschulen immer wichtiger, f\u00fchrte Garrelt Duin aus. Beispielsweise, um Hemmschwellen, die es sicherlich auf beiden Seiten gebe, abzubauen. Oder, um den vielen kleinen und mittleren Unternehmen in Nordrhein-Westfalen durch wissenschaftliche Arbeit an den Hochschulen vor Augen zu f\u00fchren, welches die wesentlichen Zukunftsthemen sind. Themen, die sich kleine Unternehmen m\u00f6glicherweise nicht selbst erschlie\u00dfen k\u00f6nnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Thomas Ludwig und Eric Reimann haben eines gemeinsam: Ihre Dissertation bzw. Masterarbeit bekam jeweils die Bestnote. 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