{"id":5647,"date":"2017-02-14T08:00:09","date_gmt":"2017-02-14T07:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5647"},"modified":"2017-02-14T08:06:58","modified_gmt":"2017-02-14T07:06:58","slug":"lernen-in-der-virtuellen-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/lernen-in-der-virtuellen-realitaet\/","title":{"rendered":"Lernen in der virtuellen Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Lernende tauchen in eine virtuelle Arbeitswelt ein. Darin k\u00f6nnen sie unterschiedliche Prozesse und Abl\u00e4ufe nachspielen und damit unmittelbar erfahren und begreifen \u2013 anstatt sie nur theoretisch nachzuvollziehen. Auf dieser Idee basiert ein innovatives Lernsystem, das gerade am <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/fokos\/\">Forschungskolleg der Universit\u00e4t Siegen (FoKoS)<\/a> f\u00fcr die berufsbegleitende Bildung und den Hochschulbereich entwickelt wird. Wie das Lernen in einer virtuellen Umgebung praktisch funktioniert, zeigt eine erste Virtual Reality-Anwendung, die die ForscherInnen im Rahmen des Projektes ELISE (\u201eEntwicklung eines interaktiven und emotionssensitiven Lernsystems zur Kompetenzerhaltung im Bereich des Gesch\u00e4ftsprozessmanagements\u201c) konzipiert haben. Sie wurde auf der Begleitkonferenz zum Nationalen IT-Gipfel \u201eDigitale Bildung\u201c einem gr\u00f6\u00dferen Publikum vorgestellt.<\/p>\n<p>Bei der Anwendung werden Lernende mit Kopfh\u00f6rern, einer Virtual Reality-Brille und einem Controller ausgestattet. Damit bewegen sie sich durch ein virtuelles B\u00fcrogeb\u00e4ude und m\u00fcssen eine Aufgabe erledigen: Ein virtuelles Paket soll mit Hilfe des Controllers von einem Ort zu einem anderen getragen und einem Avatar \u00fcbergeben werden. \u201eEs handelt sich um ein \u201aSerious Game\u2018, also ein digitales Lernspiel, das einen einfachen Gesch\u00e4ftsprozess zeigt\u201c, erkl\u00e4rt Projekt-Koordinator Henrik Kampling. Die Paket-Anwendung sei allerdings nur ein erster Entwurf, ein so genannter \u201aShow Case\u2018, betont er. Aufbauend auf der Technik m\u00f6chte das Team komplexere Prozesse entwickeln \u2013 beispielsweise den Weg eines Pakets vom Postzentrum \u00fcber die verschiedenen Stationen der Zustellung bis zum Empf\u00e4nger.<\/p>\n<p>Neben Logistikprozessen k\u00f6nnen auch Einkaufs- oder Produktionsabl\u00e4ufe innerhalb von Virtual Reality-Umgebungen abgebildet und erlebbar gemacht werden. Sie lassen sich dabei sogar aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten \u2013 etwa der der KundInnen, der MitarbeiterInnen oder gar der des Gesch\u00e4ftsobjektes. Doch wie muss ein solches virtuelles Lernsystem konzipiert sein, damit es zu einer Optimierung von Lernprozessen kommt? Wo k\u00f6nnen solche Programme eingesetzt werden? Und werden sie von den potentiellen NutzerInnen \u00fcberhaupt akzeptiert? Fragen wie diese m\u00f6chten die ForscherInnen im Rahmen des ELISE-Projektes kl\u00e4ren. \u201eWir hoffen, unter Einsatz der modernsten Technologien einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlich wichtigen Bereich des \u201alebenslangen Lernens\u2018 zu erm\u00f6glichen\u201c, sagt FoKoS-Direktor Prof. Dr. Dr. Bj\u00f6rn Niehaves.<\/p>\n<p>Um die individuellen Bed\u00fcrfnisse der Lernenden dabei optimal zu ber\u00fccksichtigen, arbeitet das Team daran, das neue Lernsystem intelligent zu machen: Emotionen wie Frustration oder Langeweile werden erkannt \u2013 und die Vermittlung der Lerninhalte entsprechend anpasst. Ist der Lernende frustriert, weil die Prozess-Simulation zu schnell und anspruchsvoll ist, kann die Geschwindigkeit automatisch reduziert werden, um die Lerninhalte zu vereinfachen. Kommt es umgekehrt zu Langeweile, kann das Niveau angehoben werden. Die Emotionserkennung funktioniert dabei \u00fcber Sensoren, die am K\u00f6rper getragen werden und beispielsweise den Puls oder die Herz-Rate messen.<\/p>\n<p>\u201eWir sind aktuell dabei, Daten f\u00fcr die Emotionserkennung zu sammeln\u201c, sagt Henrik Kampling. Dazu setzen die WissenschaftlerInnen freiwilligen Testpersonen unterschiedlichen Situationen aus und erheben dabei k\u00f6rperbezogene Daten \u2013 neben Puls und Herz-Rate z\u00e4hlen dazu auch der Hautleitwiderstand oder die Haut-Temperatur. Die Ergebnisse werden anschlie\u00dfend \u00fcber Mustererkennungs-Algorithmen Emotionen zugeordnet und in das Lernsystem integriert.<\/p>\n<p>Ziel des ELISE-Projektes ist es, bis 2019 einen Demonstrator f\u00fcr ein interaktives, virtuelles und emotionssensitives Lernsystem zu entwickeln. Es handelt sich um ein interdisziplin\u00e4res Vorhaben unter Beteiligung der Fakult\u00e4t f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht, sowie der naturwissenschaftlich-technischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Siegen. Das Forschungskolleg diene dabei als Schnittstelle, erkl\u00e4rt FoKoS-Direktor Niehaves: \u201eBei ELISE handelt es sich um ein beispielgebendes Projekt, das zeigt, welche Innovationsleistung das Verschmelzen unterschiedlicher Forschungsdisziplinen unter einem Dach hervorbringen kann.\u201c<\/p>\n<p>Hintergrund:<br \/>\nAn der Universit\u00e4t Siegen sind die Forscherteams von Prof. Dr. Dr. Bj\u00f6rn Niehaves (Lehrstuhl f\u00fcr Wirtschaftsinformatik und Center for Responsible Innovation &amp; Design), Prof. Dr. Rainer Br\u00fcck (Lehrstuhl f\u00fcr Mikrosystementwurf) und Prof. Dr. Marcin Grzegorzek (Forschungsgruppe zur Mustererkennung) am ELISE-Projekt beteiligt. Sie arbeiten mit dem Spieleentwickler \u201eLimbic Entertainment GmbH\u201c (Thomas Steuber, Konsortialf\u00fchrer) und dem Softwarehersteller \u201eSoftware AG\u201c (Marc Dorchain) zusammen. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,5 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Informationen und aktuelle Ver\u00f6ffentlichungen zum Projekt gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.uni-siegen.de\/start\/news\/forschungsnews\/www.uni-siegen.de\/fokos\/?lang=de\" target=\"_blank\">www.uni-siegen.de\/fokos\/<\/a>.<\/p>\n<p>Ansprechpartner:<br \/>\nHenrik Kampling (wiss. Mitarbeiter am FoKoS), E-Mail: <a href=\"mailto:www.uni-siegen.de\/fokos\/\" target=\"_blank\">henrik.kampling@uni-siegen.de<\/a>, Tel.: 0271-740 3277<\/p>\n<p>Die ForscherInnen suchen aktuell noch freiwillige Testpersonen f\u00fcr die Tests zur Emotionserkennung. Interessierte \u00fcber 18 Jahren k\u00f6nnen sich per E-Mail bei Henrik Kampling melden: <a href=\"mailto:www.uni-siegen.de\/fokos\/\" target=\"_blank\">henrik.kampling@uni-siegen.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lernende tauchen in eine virtuelle Arbeitswelt ein. 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