{"id":5628,"date":"2017-02-10T14:17:20","date_gmt":"2017-02-10T13:17:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5628"},"modified":"2017-02-10T14:17:20","modified_gmt":"2017-02-10T13:17:20","slug":"muehsam-weiter-aufwaerts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/muehsam-weiter-aufwaerts\/","title":{"rendered":"\u201eM\u00fchsam weiter aufw\u00e4rts\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDas Konjunkturklima verbessert sich leicht. Insgesamt geht die regionale Wirtschaft gut aufgestellt ins neue Jahr. Dennoch ist der Blick nach vorne bei aller Zuversicht alles andere als beruhigend. Das politische Umfeld auf den internationalen M\u00e4rkten ist unberechenbarer denn je. Hiervon sind wir als industriestarke Industrieregion in besonderer Weise betroffen\u201c, fasst IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Ergebnisse der j\u00fcngsten Konjunkturumfrage zusammen, an der sich mehr als 500 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten.<\/p>\n<p>Die Betriebe beurteilen danach ihre wirtschaftliche Lage ann\u00e4hernd so positiv wie im Herbst 2016: Fast 40 Prozent sch\u00e4tzen sie zu Jahresbeginn als \u201egut\u201c ein, nur 12 Prozent als \u201eschlecht\u201c. Knapp ein Viertel erwartet in den kommenden Monaten auch bessere Gesch\u00e4fte, nur 10 Prozent schlechtere. Der Konjunkturklimaindex als Zusammenfassung von Lagebeurteilungen und Erwartungen stieg dadurch gegen\u00fcber September 2016 von 118 auf nun 120 Punkte an. \u201eDamit verbessert sich das Konjunkturklima seit zwei Jahren stetig, jedoch in sehr kleinen Schritten. Wir freuen uns \u00fcber die \u00fcberwiegend positiven Signale\u201c, so Felix G. Hensel weiter: \u201eEin Wermutstropfen sind jedoch die wieder verhaltener gewordenen Investitionsentscheidungen. Viele Unternehmen investieren z\u00f6gerlich, wenn \u00fcberhaupt. Die Devise lautet: \u201aErst mal abwarten\u2018. Trotz guter Stimmung ist dies auch Ausdruck von vorhandenen Unsicherheiten.\u201c Im Baugewerbe und bei den Dienstleistern zeigt das Konjunkturbarometer deutlicher nach oben als in der Industrie insgesamt. In beiden Bereichen hat sich das Klima noch einmal verbessert. Allein im regionalen Gro\u00df- und Einzelhandel ist die Stimmung gegen\u00fcber dem Herbst des vergangenen Jahres etwas verhaltener geworden. Positiv f\u00fcr den privaten Konsum sind weiterhin die gute Arbeitsmarktsituation und die zuletzt gestiegenen L\u00f6hne.<\/p>\n<p>Aktuell f\u00e4llt die Stimmung in der Industrie etwas besser aus als im vergangenen Jahr. Es werden anhaltend hohe Produktionsauslastungen gemeldet. Im letzten Quartal 2016 zogen die Industrieums\u00e4tze noch einmal an. Allerdings h\u00e4lt sich das vorl\u00e4ufige Jahresplus mit 1,0 Prozent in Grenzen. Zudem \u00fcberdeckt es die massiven Schwierigkeiten einzelner Wirtschaftszweige: Die Unternehmen der Metallerzeugung und -bearbeitung verzeichneten in 2016 ein Umsatzminus von 15,4 Prozent. IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eImmerhin kommen nun von dort und auch aus anderen stahlnahen Branchen vereinzelt positivere Signale. Den Gie\u00dfereien im Siegener Kernraum geht es indessen nach wie miserabel. Besserung ist hier allenfalls mittelfristig zu erwarten. Wer mit diesen Unternehmen spricht, der merkt schnell: Betriebliche Zuversicht f\u00fchlt sich anders an.\u201c Dennoch werden die Lage und die Erwartungen innerhalb der Industrie Siegen-Wittgensteins \u00fcber alle Unternehmen hinweg deutlich besser eingesch\u00e4tzt als noch vor einem halben Jahr. Gleichwohl wird vereinzelt jedoch das Instrument der Kurzarbeit angewandt. Sehr unterschiedlich fallen vor allem die Einsch\u00e4tzungen der Unternehmen des heimischen Maschinen- und Anlagenbaus aus. Einige sprechen von steigenden Auftragseing\u00e4ngen, andere von \u201eausgepr\u00e4gten Seitw\u00e4rtsbewegungen\u201c ohne wirkliche Perspektive. Die Industrieunternehmen aus dem Kreis Olpe, darunter viele Autozulieferer, gehen k\u00fcnftig von einer etwas ged\u00e4mpfteren Entwicklung aus. Das aber weiterhin auf hohem Niveau. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eIn Siegen wird es ein wenig besser, in Olpe etwas schlechter. Wie lange unseren Industrieunternehmen jedoch der derzeit immer noch vergleichsweise niedrige \u00d6lpreis und der zu schwach bewertete Euro auf den internationalen M\u00e4rkten zugutekommen, kann angesichts der weltweit wahrnehmbaren Abschottungstendenzen kein Mensch vorhersagen. Bei einer Exportquote von 44 Prozent profitieren unsere Unternehmen in besonderer Weise von offenen M\u00e4rkten. Daher reagieren sie auf protektionistische Ma\u00dfnahmen besonders allergisch.\u201c<\/p>\n<p>Nicht nur die sich abzeichnende US-Wirtschafts- und Au\u00dfenpolitik des neuen US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump sowie die bevorstehenden harten Brexit-Verhandlungen verunsichern nach Auffassung der IHK zahlreiche Unternehmen. Hinzu k\u00e4men die Unw\u00e4gbarkeiten im Inland. Felix G. Hensel: \u201eWir stehen sowohl vor einer Landtags- als auch vor einer Bundestagswahl. 2017 d\u00fcrfte daher bezogen auf dringend n\u00f6tige Reformanstrengungen sowie bessere Rahmenbedingungen f\u00fcr Investitionen ein verlorenes Jahr werden.\u201c Dies sei umso bitterer, als rund 40 Prozent der Unternehmen in den gestiegenen Arbeitskosten ein Risiko f\u00fcr die weitere Entwicklung sehen w\u00fcrden. Der IHK-Pr\u00e4sident wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft die Lohnst\u00fcckkosten in Deutschland von 2007 bis 2015 um 1,5 Prozent pro Jahr gestiegen seien, im Ausland dagegen nur um 0,8 Prozent. Zugleich drohe im Inland weiterer b\u00fcrokratischer Gegenwind \u2013 etwa durch das Lohngleichheitsgesetz, neue Bestrebungen im Teilzeit und Befristungsgesetz oder neue Regelungen zu Zeitarbeit und Werkvertr\u00e4gen. Bis jetzt gab es einige positive Sonderfaktoren f\u00fcr die Konjunktur, die im neuen Jahr wegfallen k\u00f6nnten. Haupttreiber in 2016 war der Inlandskonsum, der sowohl durch staatliche und als auch durch private Ausgaben angekurbelt wurde. Fast jedes zweite regionale Unternehmen sieht aber die Inlandsnachfrage als Risikofaktor f\u00fcr die weitere konjunkturelle Entwicklung. Der private Konsum war 2016 lange durch eine geringe Inflation beg\u00fcnstigt. Gegen Ende des Jahres stieg diese \u2013 auch durch wieder h\u00f6here \u00d6l- und Spritpreise \u2013 deutlich an. Trotzdem f\u00e4hrt die EZB mit ihrer expansiven Geldpolitik weiter fort. Das senkt nicht gerade die Inflationserwartungen.<\/p>\n<p>Zu den Ergebnissen im Einzelnen:<\/p>\n<p>Mehr als jeder dritte Industriebetrieb gibt eine gute Lage an, nur 14 Prozent eine schlechte. 43 Prozent der Firmen sind bis zur Spitze ausgelastet, acht von zehn zu \u00fcber 70 Prozent. Die Auftragseing\u00e4nge aus dem Ausland werden besser beurteilt als 2016. Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen bleibt aber negativ. Die Inlandsimpulse werden stagnierend eingestuft. Die Investitionsneigungen der Industrie im In- und Ausland gehen zur\u00fcck. Trotz Gegenwind hoffen die Betriebe vermehrt auf positive Exportimpulse. Im Ergebnis geht rund ein Viertel von k\u00fcnftigen Steigerungen aus, nur 12 Prozent sind skeptisch.<\/p>\n<p>Saisonbedingt stuft das Baugewerbe die Lage ruhiger ein. Dennoch beschreibt fast die H\u00e4lfte der Betriebe ihre Lage als gut. 18 Prozent stufen sie \u201eschlecht\u201c ein. Das vergangene Jahr schloss die regionale Bauindustrie mit einem Umsatzplus von rund 6 Prozent ab. Die gro\u00dfe Mehrheit der Baubetriebe geht von k\u00fcnftig stabilen oder sogar besseren Gesch\u00e4ften aus. Nur 7 Prozent sind pessimistisch.<\/p>\n<p>Knapp ein Drittel der Einzelh\u00e4ndler gibt eine gute Lage an, jeder F\u00fcnfte ist nicht zufrieden. Das Weihnachtsgesch\u00e4ft ist ordentlich gelaufen. Zu Jahresbeginn wird die Kauflaune \u2013 auch witterungsbedingt \u2013 etwas ruhiger eingestuft. Die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Konsum sind insgesamt weiter gut, auch wenn die Verbraucherpreise angestiegen sind. Ein Viertel der Einzelh\u00e4ndler erwartet so k\u00fcnftig bessere Gesch\u00e4fte. Jeder Sechste f\u00fcrchtet hingegen Einbu\u00dfen, f\u00fcnf Prozentpunkte mehr als im Herbst 2016.<\/p>\n<p>Deutlich mehr als jeder dritte Gro\u00dfh\u00e4ndler stuft die Lage \u201egut\u201c ein, nur 8 Prozent \u201eschlecht\u201c. Im produktionsnahen Bereich ist die Stimmung gestiegen. Die konsumnahen Gro\u00dfh\u00e4ndler sind hingegen nicht mehr so zufrieden wie zuvor. Sie nehmen ihre Erwartungen f\u00fcr die nahe Zukunft deutlich zur\u00fcck. Im Ergebnis blickt der gesamte Gro\u00dfhandel nicht mehr so zuversichtlich nach vorne. Weiterhin geht ein F\u00fcnftel aber von Zuw\u00e4chsen aus und nur 7 Prozent von R\u00fcckg\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der Dienstleister meldet eine gute Lage, kaum jemand eine schlechte. Die Stimmung ist in allen Unterbranchen in etwa gleich gut und die Erwartungen f\u00fcr die kommenden Monate haben jeweils noch einmal zugelegt. Fast ein Viertel aller Dienstleister geht so von k\u00fcnftig besseren Gesch\u00e4ften aus, nur 7 Prozent von schlechteren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Konjunkturklima verbessert sich leicht. Insgesamt geht die regionale Wirtschaft gut aufgestellt ins neue Jahr. 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