{"id":5512,"date":"2017-01-30T10:01:32","date_gmt":"2017-01-30T09:01:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5512"},"modified":"2017-01-30T12:51:46","modified_gmt":"2017-01-30T11:51:46","slug":"neue-chancen-und-risiken-fuer-mittelstaendler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/neue-chancen-und-risiken-fuer-mittelstaendler\/","title":{"rendered":"Neue Chancen und Risiken f\u00fcr Mittelst\u00e4ndler"},"content":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Bekleidungsunternehmen lassen ihre Stoffe, Kn\u00f6pfe und Designs von Zuliefer-Unternehmen herstellen, die \u00fcber den ganzen Erdball verteilt sind. Auch in der Automobilindustrie gibt es immer komplexere, globale Wertsch\u00f6pfungsketten. An ihrem Ende stehen b\u00f6rsennotierte Endhersteller, als Zulieferer fungieren h\u00e4ufig mittelst\u00e4ndische Unternehmen. Auch deutsche Mittelst\u00e4ndler sind immer \u00f6fter in solche Produktionsketten eingebunden. Welche Chancen und Risiken damit f\u00fcr sie verbunden sind, haben WissenschaftlerInnen des<a class=\" cd_intlink\" href=\"http:\/\/www.ifm-bonn.org\/\" target=\"_blank\"> Instituts f\u00fcr Mittelstandsforschung (IfM)<\/a> Bonn und der Universit\u00e4t Siegen jetzt im Rahmen einer Studie untersucht.<\/p>\n<p>\u201eMittelst\u00e4ndische Unternehmen empfinden die Zusammenarbeit mit den gro\u00dfen Endherstellern mitunter als belastend\u201c, sagt der Leiter der Studie, Hans-J\u00fcrgen Wolter vom IfM. Die Unternehmenskultur von Mittelst\u00e4ndlern basiere in der Regel auf Vertrauen, Partnerschaft und Langfristigkeit \u2013 und stehe damit im Gegensatz zur finanzmarktgetriebenen, kurzfristigen Perspektive der Endhersteller. Insbesondere kleinere und stark spezialisierte Familienunternehmen f\u00fchlten sich oft von Endherstellern unter Druck gesetzt, beispielsweise, weil sie von ihnen zu Kostensenkungen und Innovationen gedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr Mittelst\u00e4ndler ergeben sich durch die Mitwirkung in globalen Wertsch\u00f6pfungsketten aber auch Chancen\u201c, betont Max Paschke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl f\u00fcr \u201eBWL: Management kleiner und mittlerer Unternehmen und Entrepreneurship\u201c der Universit\u00e4t Siegen. So sind die Unternehmen an den Absatz- und Wachstumschancen des jeweiligen Endproduktes beteiligt. Gleichzeitig k\u00f6nnen sich alle beteiligten Unternehmen auf ihre jeweilige Kernkompetenz konzentrieren, was die Produktivit\u00e4t erh\u00f6ht. Und: Der Zugang zu Ressourcen wird erleichtert, weil Unternehmen sie gemeinsam nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In mehreren zulieferrelevanten Wirtschaftssektoren beobachten die Wirtschaftsexperten derzeit Konzentrationstendenzen. Um Koordinationskosten zu senken, wollen Endhersteller demnach eher mit weniger und gr\u00f6\u00dferen Zulieferern zusammenarbeiten. Verst\u00e4rkt werde dies durch den Internationalisierungsdruck, hei\u00dft es in der Studie: Wichtige Zulieferer werden von den so genannten \u201eLead-Unternehmen\u201c dazu gedr\u00e4ngt, im Ausland zu produzieren, um Logistikkosten zu senken oder Handelshemmnisse zu umgehen. Auch die zunehmende Digitalisierung erh\u00f6he den Druck auf die Unternehmen. Sie m\u00fcssten ihre Produkte und Arbeitsweise an die Vorgaben der Wertsch\u00f6pfungskette anpassen und seien deshalb gezwungen, in neue (digitale) Technik zu investieren. \u201eKleinere Unternehmen, die das nicht leisten k\u00f6nnen, werden immer \u00f6fter von gr\u00f6\u00dferen Zulieferern \u00fcbernommen oder treten aus dem Markt aus\u201c, berichtet Hans-J\u00fcrgen Wolter.<\/p>\n<p>Trotzdem sehen die WissenschaftlerInnen die Zulieferer diesen Entwicklungen nicht schutzlos ausgeliefert. \u201eEs kommt immer auf die jeweilige Konstellation an\u201c, sagt Paschke. \u201eZulieferer m\u00fcssen darauf achten, dass die Abh\u00e4ngigkeit von den Abnehmern nicht zu gro\u00df wird \u2013 zum Beispiel, indem sie in ihrer Produktion variabel bleiben und so auch f\u00fcr andere Abnehmer einen attraktiven Zulieferer darstellen.\u201c Die Experten empfehlen den Unternehmen au\u00dferdem, m\u00f6glichst innovative und hochwertige Produkte zu entwickeln und damit in mehreren Wertsch\u00f6pfungsketten unterschiedlicher Branchen mitzuwirken. Das Ziel m\u00fcsse dabei sein, die spezifischen Vorteile mittelst\u00e4ndischer Unternehmen wie Flexibilit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit und besondere Kundenn\u00e4he auch unter den neuen Bedingungen zur Geltung zu bringen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Studie haben die WissenschaftlerInnen Interviews mit Unternehmen und Wirtschaftsverb\u00e4nden gef\u00fchrt, unter anderem aus den Bereichen Textil-, Automobil- und Flugzeugindustrie. Befragt wurden sowohl Zulieferer, als auch Endhersteller. Die Studie wurde beim Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie vorgestellt und ist unter dem Titel \u201eGlobale Vernetzung, Kooperation und Wertsch\u00f6pfung im Mittelstand\u201c auf der Homepage des Instituts f\u00fcr Mittelstandsforschung Bonn (<a href=\"http:\/\/www.ifm-bonn.org\" target=\"_blank\">www.ifm-bonn.org<\/a>) abrufbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Bekleidungsunternehmen lassen ihre Stoffe, Kn\u00f6pfe und Designs von Zuliefer-Unternehmen herstellen, die \u00fcber den ganzen Erdball verteilt sind. 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