{"id":5473,"date":"2017-01-24T12:30:35","date_gmt":"2017-01-24T11:30:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5473"},"modified":"2017-01-24T12:30:35","modified_gmt":"2017-01-24T11:30:35","slug":"mit-sensortechnik-zum-therapie-erfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/mit-sensortechnik-zum-therapie-erfolg\/","title":{"rendered":"Mit Sensortechnik zum Therapie-Erfolg"},"content":{"rendered":"<p>Patienten mit St\u00f6rungen des zentralen Nervensystems und des Haltungs- und Bewegungsapparates kann eine Physiotherapie nach dem \u201eVojta-Prinzip\u201c helfen: Durch die sogenannte Reflexlokomotion, also den gezielten Druck auf bestimmte K\u00f6rperzonen, werden Bewegungsmuster wieder verf\u00fcgbar. Besonders bei S\u00e4uglingen kann die Therapie die motorischen F\u00e4higkeiten deutlich verbessern \u2013 vorausgesetzt, die \u00dcbungen werden von den Eltern zu Hause regelm\u00e4\u00dfig und korrekt durchgef\u00fchrt. WissenschaftlerInnen des Forschungskollegs (FoKoS) der Universit\u00e4t Siegen entwickeln jetzt ein sensorbasiertes Assistenz-System f\u00fcr die Vojta-Therapie. Sie kooperieren dazu mit der Siegener DRK-Kinderklinik, dem Sitz des weltweiten Zentrums f\u00fcr Vojta-Therapie.<\/p>\n<p>\u201eDie \u00c4rzte und Physiotherapeuten sind bei der Vojta-Therapie sehr stark auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen\u201c, erkl\u00e4rt Projekt-Leiter Prof. Dr. Rainer Br\u00fcck vom \u201eLehrstuhl f\u00fcr Medizinische Informatik und Mikrosystementwurf\u201c der Uni Siegen. \u201eNur, wenn sie die Bewegungen mit ihren Kindern mehrmals t\u00e4glich und vor allem pr\u00e4zise ausf\u00fchren, ist die Therapie erfolgreich.\u201c H\u00e4ufig seien die Eltern jedoch unsicher oder zu vorsichtig. Hinzu komme, dass gerade kleinere Kinder aufgrund der k\u00f6rperlichen Anstrengungen bei den \u00dcbungen h\u00e4ufig weinen oder schreien. \u201eF\u00fcr die Eltern ist das eine gro\u00dfe Herausforderung. Im Rahmen unseres Forschungsprojektes m\u00f6chten wir ein System entwickeln, das sie unterst\u00fctzt und so gleichzeitig den Therapie-Erfolg sichert.\u201c<\/p>\n<p>Sensoren sollen k\u00fcnftig erkennen, ob die \u00dcbungen im Rahmen der Therapie korrekt ausgef\u00fchrt werden. Das System m\u00fcsse praxistauglich und bezahlbar sein, so Br\u00fcck. Denkbar sei zum Beispiel ein Armband, das die Kinder bei den \u00dcbungen tragen: \u201eAus den Muskelspannungen im Gelenk leiten die Sensoren Bewegungen ab. Die Daten k\u00f6nnten direkt auf das Smartphone der Eltern \u00fcbertragen werden. Wird eine Bewegung nicht korrekt ausgef\u00fchrt, bekommen sie ein entsprechendes Feedback \u2013 etwa in Form eines akustischen Signals.\u201c Gleichzeitig k\u00f6nnte mit dem System der Therapieverlauf dokumentiert werden. \u00c4rzte und Physiotherapeuten w\u00fcrden so wertvolle Informationen gewinnen, etwa \u00fcber Fortschritte oder m\u00f6gliche Probleme w\u00e4hrend der Therapie.<\/p>\n<p>F\u00fcr jeden Patienten m\u00fcsste dazu zun\u00e4chst ein individuelles Bewegungsprofil erstellt werden. Dazu soll im Therapiezentrum der DRK-Kinderklinik ein 3D-Kamerasystem installiert werden, das menschliche Bewegungen verfolgen und analysieren kann. Schon vor dem offiziellen Projektstart durften die ForscherInnen in der Klinik Vojta-Sitzungen begleiten. \u201eWir haben dabei auch schon erste Kamera-Aufnahmen gemacht\u201c, so Br\u00fcck. \u201eDie Zusammenarbeit wird in Zukunft noch intensiver werden. Im Rahmen des Projektes m\u00f6chten wir auch Patienten gewinnen, die unsere Technik in der Entwicklung testen und uns entsprechende R\u00fcckmeldungen geben.\u201c<\/p>\n<p>Ziel des Forschungsprojektes ist es, innerhalb von drei Jahren einen Prototyp des Therapie- Assistenzsystems zu entwickeln. An der Universit\u00e4t werden dazu ForscherInnen unterschiedlicher Bereiche eng zusammenarbeiten: Prof. Br\u00fcck befasst sich gemeinsam mit seinem Team mit der Entwicklung der Sensorik-Hardware. Das \u201eInstitut f\u00fcr Mustererkennung\u201c unter Leitung von Prof. Dr. Marcin Grzegorzek erforscht unterdessen, wie sich in den erhobenen Daten Bewegungsmuster erkennen und auswerten lassen. Das \u201eCenter for Responsible Innovation &amp; Design\u201c um FoKoS-Direktor Prof. Dr. Dr. Bj\u00f6rn Niehaves wird die Projektpartner \u00fcber den gesamten Entwicklungszeitraum zu ethischen Fragen begleiten. Es ber\u00e4t unter anderem zu Themen wie \u201eDatenschutz\u201c oder \u201ePers\u00f6nlichkeitsrechte\u201c.<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt \u201eSenseVojta\u201c ist auf drei Jahre angelegt. Neben der DRK-Kinderklinik und der Universit\u00e4t Siegen sind daran auch drei Unternehmen beteiligt. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung f\u00f6rdert das Verbundprojekt insgesamt mit 2,1 Mio Euro, davon gehen 720.000 Euro an die Universit\u00e4t Siegen und rund 260.000 Euro an die Siegener Kinderklinik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Patienten mit St\u00f6rungen des zentralen Nervensystems und des Haltungs- und Bewegungsapparates kann eine Physiotherapie nach dem \u201eVojta-Prinzip\u201c helfen: Durch die sogenannte Reflexlokomotion, also den gezielten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5474,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[8,32,30],"tags":[],"class_list":["post-5473","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ausbildung","category-infos","category-vermischtes"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/sense_vojta_web.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5473","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5473"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5473\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5475,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5473\/revisions\/5475"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5474"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5473"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5473"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5473"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}