{"id":5395,"date":"2017-01-12T12:07:20","date_gmt":"2017-01-12T11:07:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5395"},"modified":"2017-01-12T12:07:35","modified_gmt":"2017-01-12T11:07:35","slug":"bildung-tut-not-aber-nicht-per-verordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/bildung-tut-not-aber-nicht-per-verordnung\/","title":{"rendered":"Bildung tut Not &#8211; aber nicht per Verordnung"},"content":{"rendered":"<p>Bildung ist ein hohes Gut in einem Land, dass kaum \u00fcber nennenswerte andere Rohstoffe verf\u00fcgt. Bildung hat Tradition im Land der Dichter und Denker, der T\u00fcftler und Erfinder. Bildung ist aber auch immer ein individuell einzul\u00f6sender Anspruch, der gerade in Deutschland\u00a0auf vielf\u00e4ltige Weise genutzt werden kann. Unternehmer wissen, dass eine gute Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein entscheidender Faktor f\u00fcr die eigene Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist. Das gilt insbesondere f\u00fcr die mittelst\u00e4ndisch strukturierten Unternehmen in Siegen-Wittgenstein, die oftmals familiengef\u00fchrt sind und teils auf eine jahrzehntelange Historie zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen. Da bedarf es keiner politischen oder gar rechtlichen Regelungen f\u00fcr mehr Weiterbildungsangebote.<\/p>\n<p>Die Verantwortlichen in den Unternehmen wissen auch, dass die Herausforderungen der Zukunft wie die zunehmende Digitalisierung nur erfolgreich zu bew\u00e4ltigen sind, wenn die Qualifikationen der Besch\u00e4ftigten mit dem zunehmenden Entwicklungstempo Schritt halten. Das, was aktuell von Bundesarbeitsministerin Nahles angek\u00fcndigt und von Verdi-Chefs Bsirske vehement gefordert wird, n\u00e4mlich ein allgemeines, gesetzlich geregeltes Recht auf Weiterbildung, hat die Tarifpartner in der Metall- und Elektroindustrie bereits in der vorletzten Tarifrunde intensiv besch\u00e4ftigt. Schon damals forderte die IG Metall ein solches tarifvertraglich vereinbartes Recht f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten. Schon damals haben die Arbeitgeber klar gemacht, dass ein solches Recht den betrieblichen Anforderungen in keiner Weise entsprechen w\u00fcrde. Unternehmen sind schlie\u00dflich keine Weiterbildungseinrichtungen wie die Volkshochschulen oder die Abendschulen.\u00a0Ebenso wurde darauf hingewiesen, dass die betriebs- und aufgabenbezogene Weiterbildung einen hohen Stellenwert in den Unternehmen hat und l\u00e4ngst mit Milliardenbetr\u00e4gen finanziert wird.<\/p>\n<p>Eines sollte unsere Bundesarbeitsministerin ebenso wenig wie Herr Bsirske vor diesem Hintergrund deshalb nicht vergessen: Unternehmen sind Wirtschaftsbetriebe, die im internationalen Wettbewerb konkurrieren m\u00fcssen, wenn sie mit ihren Produkten und Dienstleistungen erfolgreich und damit weiterhin existent sein wollen. Unternehmen sind keine Bildungseinrichtungen. Sie k\u00f6nnen die Defizite unseres Bildungssystems nicht ausgleichen. Sie sind bei aller gesellschaftlichen Verantwortung auch nicht dazu da, Pflichtaufgaben und Vers\u00e4umnisse des Staates zu \u00fcbernehmen oder zu kompensieren.<\/p>\n<p>Wenn unsere Bundesregierung und die Gewerkschaft Verdi also der Auffassung sind, an der Bildung bzw. Weiterbildung m\u00fcsste etwas getan werden, dann sollten sie erst einmal die eigenen Baustellen beseitigen, bevor sie wieder einmal die Unternehmen in die Pflicht nehmen, die inzwischen schon fast f\u00fcr jedes gesellschaftliche Defizit verantwortlich gemacht und f\u00fcr dessen Beseitigung in Anspruch genommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildung ist ein hohes Gut in einem Land, dass kaum \u00fcber nennenswerte andere Rohstoffe verf\u00fcgt. 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