{"id":5386,"date":"2017-01-11T14:00:35","date_gmt":"2017-01-11T13:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5386"},"modified":"2017-01-11T14:00:35","modified_gmt":"2017-01-11T13:00:35","slug":"hohe-arbeitskraeftenachfrage-praegt-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/hohe-arbeitskraeftenachfrage-praegt-2016\/","title":{"rendered":"Hohe Arbeitskr\u00e4ftenachfrage pr\u00e4gt 2016"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie niedrigste Arbeitslosigkeit, der h\u00f6chste Stellenbestand \u2013 das sind beeindruckende Rekorde\u201c, stellt Dr. Bettina Wolf fest. Die Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Agentur f\u00fcr Arbeit Siegen hat am Mittwoch die Jahresbilanz 2016 vorgestellt. Die sehr gute Lage am Arbeitsmarkt sei ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr die ganze Region, ist die Arbeitsmarkt-Expertin \u00fcberzeugt. Die Arbeitsweise und Aufgaben der Agentur f\u00fcr Arbeit werde die gute Wirtschaftslage in der Region Siegen-Wittgenstein und Olpe jedoch weiter ver\u00e4ndern, ist sich Dr. Wolf sicher.<\/p>\n<p>Durchschnittlich 11.550 Menschen waren 2016 arbeitslos. Das sind 269 Personen weniger als 2015. Die niedrigste Arbeitslosenzahl der letzten 10 Jahre, wie Dr. Wolf betont. Die Arbeitslosenquote sinkt von 5,1 auf 5,0 Prozent. Doch gepr\u00e4gt wurde das Jahr von anderen Themen. \u201eZwei gro\u00dfe Aufgaben haben unsere Arbeit im letzten Jahr bestimmt, die hohe Arbeitskr\u00e4ftenachfrage und die Arbeit mit den gefl\u00fcchteten Menschen\u201c, bekennt Dr. Wolf. Bereits im Dezember 2015 hat die Agentur f\u00fcr Arbeit gemeinsam mit den Jobcentern und den beiden Kreisen je einen Integration Point in Siegen und in Olpe er\u00f6ffnet. Rund 2.000 gefl\u00fcchtete Menschen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Integration Point in den vergangenen 12 Monaten beraten.<\/p>\n<p>\u201eIn den ersten Wochen 2016 haben wir wichtige Erfahrungen in der Arbeit mit den gefl\u00fcchteten Menschen gemacht\u201c, berichtet Dr. Wolf. Ihre wichtigste Erkenntnis: \u201eDie Integration in Arbeit ist immer das Ende eines mehrstufigen Prozesses. Als erstes m\u00fcssen die Menschen die deutsche Sprache lernen. Dann folgen spezielle Ma\u00dfnahmen, um sie zu qualifizieren und an die Arbeit in Deutschland heran zu f\u00fchren. \u00dcber verschiedene Formen von Praktika oder einen Eingliederungszuschuss kann dann die Aufnahme von Arbeit oder Ausbildung gelingen.\u201c<\/p>\n<p>Im Sommer jagte ein Monatsrekord den n\u00e4chsten: In sechs von 12 Monaten waren bei der Arbeitsagentur \u00fcber 3.000 freie Stellen gemeldet. Letztlich waren im Jahresschnitt 2.883 Arbeitsstellen unbesetzt. Auch dieser Wert ist ein Rekord. Verglichen mit 2015 waren 470 freie Stellen mehr im Bestand, ein Zuwachs von 19,4 Prozent. \u201eDer hohe Stellenbestand hat das letzte Jahr erheblich gepr\u00e4gt, denn jede offene Stelle ist eine berufliche Chance f\u00fcr einen arbeitslosen Menschen\u201c, betont Dr. Wolf.<\/p>\n<p>Doch die Agentur-Chefin weist mit Nachdruck auf die Kehrseite hin: \u201eVielen Betrieben in der Region f\u00e4llt es zunehmend schwer die passenden Fachkr\u00e4fte zu finden.\u201c Mittlerweile brauchen die Personaler fast drei Monate l\u00e4nger als geplant, um eine freie Stelle zu besetzen. Vakanzzeit hei\u00dft diese Zeit bei der Arbeitsagentur. Sie bezeichnet den Zeitraum zwischen dem fr\u00fchestm\u00f6glichen Besetzungstermin einer Stelle und dem Tag, an dem der neue Mitarbeiter seinen ersten Arbeitstag hat. Die durchschnittliche Vakanzzeit betrug im letzten Jahr 82 Tage. Acht Tage mehr als 2015 und 34 Tage mehr als noch 2007.<\/p>\n<p>\u201eDie Wirtschaft ben\u00f6tigt Fachkr\u00e4fte, doch vielen Arbeitslosen fehlen die notwendigen Qualifikationen\u201c, begr\u00fcndet Dr. Wolf und belegt ihre Aussage mit Zahlen aus ihrer Statistik. Rund zwei Drittel der Arbeitslosen suchen eine Helfert\u00e4tigkeit, aber nur jede vierte Stelle ist passend f\u00fcr einen ungelernten Mitarbeiter. Die Betriebe suchen vor allem Mitarbeiter mit gewerblicher oder kaufm\u00e4nnischer Ausbildung. \u201eDie Entwicklungen am Arbeitsmarkt sind f\u00fcr uns als Agentur f\u00fcr Arbeit ein klarer Arbeitsauftrag: Wir werden in diesem Jahr noch mehr Geld in die Qualifizierung und Weiterbildung von Arbeitslosen, aber auch von geringqualifizierten Besch\u00e4ftigten investieren\u201c, k\u00fcndigt die Chefin der Arbeitsagentur an.<\/p>\n<p>Schon im vergangenen Jahr hat die Arbeitsagentur viel Geld in die Hand genommen, um Menschen f\u00fcr die heimischen Betriebe zu qualifizieren. 12,6 Millionen Euro waren es alleine f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zur Qualifizierung, Weiterbildung und die Berufsausbildung junger Menschen unter 25 Jahren. Rund 12.900 Personen haben 2016 davon profitiert. Das waren 1.750 mehr als im Vorjahr und in 2017 will die Arbeitsagentur Siegen noch mehr Menschen f\u00f6rdern. Darum steigt das Bildungsbudget um \u00fcber 3 Millionen Euro auf 15,7 Millionen. Ein Gro\u00dfteil der zus\u00e4tzlichen Gelder geht in die F\u00f6rderung der beruflichen Weiterbildung und Qualifizierungsma\u00dfnahmen bei Bildungstr\u00e4gern. Jugendliche und junge Erwachsene f\u00f6rdert die Agentur mit 6,3 Millionen. \u201eDer beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. Darum ist uns die Erstausbildung junger Menschen besonders viel Geld wert\u201c, bekr\u00e4ftigt Dr. Bettina Wolf. Die Arbeitsagentur finanziert zum Beispiel berufsvorbereitende Bildungsma\u00dfnahmen, Berufsausbildungen in au\u00dferbetrieblichen Einrichtungen und Nachhilfeunterricht f\u00fcr Auszubildende.<\/p>\n<p>Auch viele Langzeitarbeitslose konnten von den Ma\u00dfnahmen der Arbeitsagentur profitieren. Ihre Anzahl ist 2016 um 332 auf durchschnittlich 4.079 gesunken. Hier spiegelt sich auch die Arbeit der beiden Jobcenter Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Olpe wieder. Mit 3.532 Kunden betreuen sie den gr\u00f6\u00dften Anteil an Langzeitarbeitslosen. \u201eGemeinsam mit den beiden Jobcentern ist es gelungen, viele Langzeitarbeitslose direkt oder mit Hilfe gezielter Qualifizierungen in Arbeit zu vermitteln\u201c, berichtet Dr. Bettina Wolf und erg\u00e4nzt: \u201eUns ist wichtig, dass diese Menschen sich dauerhaft in Besch\u00e4ftigung bew\u00e4hren k\u00f6nnen, darum werden wir auch in diesem Jahr wieder auf abschlussorientierte Qualifizierungen und Umschulungen setzen.\u201c<\/p>\n<p>Im Kreis Siegen-Wittgenstein waren 2016 durchschnittlich 8.264 Personen arbeitslos. Das sind 227 Menschen weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betr\u00e4gt 5,4 Prozent. In den letzten zehn Jahren war die Arbeitslosigkeit nie so niedrig, wie im vergangenen Jahr. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist um 7,9 Prozent auf 2.974 Personen gesunken. Die Ausl\u00e4nder-Arbeitslosigkeit ist um 269 Personen auf 1.970 gestiegen. Der Arbeitgeber-Service hat im letzten Jahr 6.707 Stellen eingeworben. Das sind 347 Stellen mehr als im Vorjahr. Der Bestand lag im Jahresdurchschnitt bei 1.825 Stellen, 16,9 Prozent mehr als im Vorjahr und mit Abstand der H\u00f6chststand der letzten Jahre.<\/p>\n<p>Im Kreis Olpe waren im Jahr 2016 durchschnittlich 3.285 Personen arbeitslos. Das sind 43 Personen oder 1,3 Prozent weniger als 2015. Die Arbeitslosenquote betr\u00e4gt 4,2 Prozent. Zusammen mit dem Jahr 2008 ist das die niedrigste Quote der letzten zehn Jahre. Die Langzeitarbeitslosigkeit ging im letzten Jahr um 78 Personen oder 6,6 Prozent auf durchschnittlich 1.106 Langzeitarbeitslose zur\u00fcck. Die Arbeitslosigkeit von Ausl\u00e4ndern ist 2016 um 170 Personen auf 841 gestiegen. Der Stellenzugang lag mit 5.274 neuen Stellen 14,6 Prozent \u00fcber dem Vorjahr. Der Bestand lag 24,1 Prozent \u00fcber dem Vorjahr und betrug durchschnittlich 1.057 offene Stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie niedrigste Arbeitslosigkeit, der h\u00f6chste Stellenbestand \u2013 das sind beeindruckende Rekorde\u201c, stellt Dr. Bettina Wolf fest. 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