{"id":5273,"date":"2016-12-19T15:50:17","date_gmt":"2016-12-19T14:50:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5273"},"modified":"2016-12-19T15:50:17","modified_gmt":"2016-12-19T14:50:17","slug":"haendler-brauchen-einen-digitalen-fussabdruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/haendler-brauchen-einen-digitalen-fussabdruck\/","title":{"rendered":"H\u00e4ndler brauchen einen digitalen Fu\u00dfabdruck"},"content":{"rendered":"<p>32 Millionen. Euro Kaufkraft schienen verloren. Doch die Stadt Lennestadt steuerte mit einem Marketingkonzept dagegen. Erfolgreich. Mit welchen Mitteln, das erfuhr jetzt der Einzelhandelsausschuss der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) in Lennestadt-Altenhundem.<\/p>\n<p>\u201eDie Zahlen des Einzelhandels sind heute stabil \u2013 mit Tendenz nach oben\u201c, zeigte sich B\u00fcrgermeister Stefan Hundt zufrieden. Das liege auch an der \u201epassenden Mischung aus Handel und Gewerbe beziehungsweise Industrie\u201c. Lennestadt verf\u00fcge ausschlie\u00dflich \u00fcber inhabergef\u00fchrte Betriebe. Mit den Inhabern sei die Stadt \u201eim st\u00e4ndigen Dialog\u201c. Und auch die drei Werbegemeinschaften in Grevenbr\u00fcck\/Elspe, Meggen und Altenhundem arbeiteten eng zusammen. Zudem kooperierten Ehrenamt und Hauptamt \u201ekonstruktiv\u201c, \u201emit Disziplin und Ausdauer\u201c habe Lennestadt Kaufkraft zur\u00fcckgewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es begann bereits 1998 mit dem Stadtmarketingprozess. Daraus entstand in Anlehnung an die Karl-May-Festspiele der Slogan \u201eDer Schatz im Sauerland\u201c, der sp\u00e4ter zur gesch\u00fctzten Marke wurde. In diesem Prozess wurden Schwerpunkte f\u00fcr die einzelnen Stadtteile gesetzt: bspw. Saalhausen als Schwerpunkt f\u00fcr den Tourismus. Da mit dem Beginn des Stadtmarketingprozesses der Kaufkraftabfluss nat\u00fcrlich noch nicht gestoppt werden konnte, setzten die Lennest\u00e4dter ein regionales Marketingkonzept darauf auf. Allein, ohne Beratungsunternehmen, mit Zielen wie der Steigerung der Kaufkraftbindung auf 100 Prozent, der Ankunfts- und \u00dcbernachtungszahlen, der Erhaltung beziehungsweise Steigerung der Gewerbesteuereinnahmen und dem Globalziel des Erhalts beziehungsweise der Steigerung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Flankiert werden die Ma\u00dfnahmen von verschiedenen Werbeartikeln und dem \u201eSchatzmagazin\u201c. \u201eWenn das Magazin erschien\u201c, erkl\u00e4rte Georg Kaiser, Vorsitzender des Stadtmarketing Lennestadt e.V., \u201ehatten unsere H\u00e4ndler teils mehr Frequenz in ihren Gesch\u00e4ften.\u201c<\/p>\n<p>2007 f\u00fchrte das Stadtmarketing das Bonuskartensystem \u201eSchatzkarte\u201c als Kernbestandteil einer Kundenbindungsstrategie ein. In diesem Jahr wurde die \u201eSchatzkarte\u201c runderneuert und digitalisiert. Mehr als 10.000 der Plastikkarten sind heute im Umlauf, etwa 35 Prozent davon bei Kirchhundemer Kunden. \u201eEine Kostendiskussion mussten wir mit unseren H\u00e4ndlern nicht f\u00fchren\u201c, so Kaiser. \u201eSchlie\u00dflich galt es, 32 Millionen. Euro Kaufkraft zur\u00fcckzuholen.\u201c Mit Erfolg. Damit geben sich die Lennest\u00e4dter jedoch nicht zufrieden. Derzeit wird eine digitale Strategie entwickelt. \u201eHinter \u201aDigital\u2018 sollte immer eine Strategie stehen\u201c, riet Kaiser. Man sei sich bewusst, dass man gegen Amazon &amp; Co. nicht gewinnen k\u00f6nne. \u201eDaher bedeutet \u201aDigital\u2018 auch nicht Ersatz, sondern nur Erg\u00e4nzung.\u201c Ausschussvorsitzender Wolfgang Keller lobte die Strategie der Lennest\u00e4dter. \u201eOhne einen digitalen Fu\u00dfabdruck, ein Fingerabdruck gen\u00fcgt hier schon nicht mehr, drohen H\u00e4ndler, Gastronomie etc. nicht mehr wahrgenommen zu werden.\u201c<\/p>\n<p>Und das k\u00f6nnte angesichts der zunehmenden Digitalisierung im Einzelhandel dramatisch enden, zeigte Marco Butz, Handelsreferent der IHK Siegen, auf. \u201eHeute werden bereits im Nonfood-Bereich 44 Milliarden Euro online umgesetzt.\u201c Das sind etwa 8,5 Prozent des gesamten Handels in diesem Bereich. Mit zunehmender Tendenz und vor allem dank einer deutlich gestiegenen Einkaufsh\u00e4ufigkeit im Onlinehandel. Die Zahl der Onlinek\u00e4ufe steige um 10,4 Prozent, w\u00e4hrend die der station\u00e4ren K\u00e4ufe um 0,9 Prozent sinke. Zwar n\u00e4hmen die Online-Ausgaben in den technischen Bereichen, die den Internethandel gro\u00df gemacht haben \u2013 Foto, Computer, Musik, Software \u2013 ab, verzeichneten aber starkes Wachstum in Branchen, die bisher nicht unbedingt f\u00fcr Onlinehandel standen: zum Beispiel K\u00fcchen\/M\u00f6bel, Hobby, Garten. Den meisten Umsatz machten H\u00e4ndler, die auf mehreren, jedoch miteinander verkn\u00fcpften Kan\u00e4len auf vergleichbarem Niveau ihre Waren anb\u00f6ten, so genannte Cross-Channel-H\u00e4ndler. Butz: \u201eDie Cross-Channel-K\u00e4ufer sind f\u00fcr den Handel die deutlich kaufintensiveren und damit wertvolleren Kunden.\u201c<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund appellierte Marco Butz an die H\u00e4ndlerinnen und H\u00e4ndler, unbedingt online auf mehreren miteinander verkn\u00fcpften Kan\u00e4len sichtbar zu werden. Das beginne mit einer eigenen, auffindbaren, zeitgem\u00e4\u00dfen Website \u2013 m\u00f6glichst mit eigenem Onlineshop \u2013, gehe \u00fcber Serviceleistungen wie der Lieferung der Waren nach Hause oder digitalen Verkaufshilfen im Laden und ende noch lange nicht bei eigenen Apps, Kan\u00e4len in sozialen Medien etc. \u201eDie M\u00f6glichkeiten sind nahezu grenzenlos\u201c, so Butz. \u201eDas wichtigste aber ist, dass Sie im Internet gefunden werden. Auf gut Gl\u00fcck ins Gesch\u00e4ft fahren um zu sehen, ob ein bestimmter Artikel bei Ihnen verf\u00fcgbar ist, das macht bald kein Mensch mehr.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>32 Millionen. Euro Kaufkraft schienen verloren. Doch die Stadt Lennestadt steuerte mit einem Marketingkonzept dagegen. Erfolgreich. 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