{"id":5249,"date":"2016-12-16T08:31:34","date_gmt":"2016-12-16T07:31:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5249"},"modified":"2016-12-17T16:27:20","modified_gmt":"2016-12-17T15:27:20","slug":"energieforschung-auf-neuen-wegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/energieforschung-auf-neuen-wegen\/","title":{"rendered":"Energieforschung auf neuen Wegen"},"content":{"rendered":"<p>Die Bereitstellung und Nutzung von Energie in der Zukunft ist eine zentrale Herausforderung unserer Gesellschaft. Dieses Thema greifen das Forschungszentrum J\u00fclich, die Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster und die Universit\u00e4t Siegen durch eine neue Forschungs-Kooperation auf. Die drei Partner erforschen das Thema Energie aus sozial- und kultur- sowie aus ingenieur- und naturwissenschaftlicher Sicht und damit interdisziplin\u00e4r. Das Ministerium f\u00fcr Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW (MIWF) unterst\u00fctzt den Forschungsverbund durch eine F\u00f6rderung in H\u00f6he von 500.000 Euro f\u00fcr drei Jahre.<\/p>\n<p>\u201eDas ist eine einzigartige Kooperation. Wir brauchen diesen interdisziplin\u00e4ren Forschungs-Ansatz, denn die Herausforderungen unserer Gesellschaft sind ebenso interdisziplin\u00e4r. Wir ben\u00f6tigen nicht nur technologische und juristische Einordnungen, sondern auch soziale und ethische. Ich hoffe, dass diese Kooperation auf diesem Niveau beispielgebend ist\u201c, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze bei der feierlichen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung in der Nordrhein-Westf\u00e4lischen Akademie der Wissenschaften und der K\u00fcnste in D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Seitens der Universit\u00e4t M\u00fcnster wird der Lehrstuhl f\u00fcr Praktische Philosophie die gesellschaftlichen und normativen Aspekte der Energiewende und Energieversorgung erforschen. Das Forschungskolleg \u201eZukunft menschlich gestalten\u201c der Universit\u00e4t Siegen wird sozial- und geisteswissenschaftliche Fragen zum Umbau des Energiesystems er\u00f6rtern. Das Institut f\u00fcr Energie- und Klimaforschung des Forschungszentrums J\u00fclich befasst sich mit Fragen zur Analyse und Bewertung technologischer Entwicklungen und der Wechselwirkung solcher Entwicklungen mit Wirtschaft und Gesellschaft.<\/p>\n<p>Die Tagung \u201eZwischen Technik und Gesellschaft. Energieverantwortung: ihre Umbr\u00fcche, ihre Perspektiven\u201c gab den Startschuss f\u00fcr die neue Kooperation. \u201eDer Weg zu erneuerbaren Energiesystemen ist mit gravierenden Ver\u00e4nderungen verbunden. Es ist h\u00f6chste Zeit, dass sich die beteiligten Fachdisziplinen zusammenfinden und gemeinsam forschen\u201c, sagte Prof. Dr. Harald Bolt (Vorstandsmitglied des Forschungszentrums J\u00fclich). Die Entwicklung von energieeffizienteren Fahrzeugen n\u00fctzt wenig, wenn Verbraucher ihr bisheriges Fahrzeug gegen ein gr\u00f6\u00dferes tauschen \u2013 und somit mehr verbrauchen. Ministerin Schulze berichtete von K\u00fchlschr\u00e4nken, die durch energiesparende Modelle ersetzt werden sollten, anschlie\u00dfend aber im Keller weiter genutzt werden, um Getr\u00e4nke zu k\u00fchlen. Schulze setzte als Ziel: \u201eWir m\u00f6chten L\u00f6sungen, die in den K\u00f6pfen der Menschen ankommen.\u201c<\/p>\n<p>Einen ersten Einblick in m\u00f6gliche Forschungsthemen gab Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann (Universit\u00e4t Siegen) mit seinem Festvortrag zum Thema \u201eGlobale Energiegerechtigkeit \u2013 eine konkrete Utopie\u201c. Darin wies Prof. Gethmann auf die vielf\u00e4ltigen Ausgangslagen der Nationen hinsichtlich ihrer Bodensch\u00e4tze hin, woraus sich unterschiedliche Bem\u00fchungen hinsichtlich des Klimaschutzes ableiten. \u201eWas weltweit im Bereich des Klimaschutzes passiert, ist v\u00f6llig offen. Wie verh\u00e4lt sich Belgien, wie China? Das ist die Stunde der Wissenschaft. Wir m\u00f6chten faktenbasiert Impulse und Anregungen geben. In diesem Prozess m\u00fcssen wir versuchen, die Gesamtlage zu beurteilen\u201c, sagte Prof. Gethmann.<\/p>\n<p>Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvortrags beleuchteten drei Impuls-Vortr\u00e4ge die interdisziplin\u00e4re Herangehensweise der Projektpartner an das Thema Energie. Prof. Bolt fasste den Status quo in der Energieforschung zusammen und sprach \u00fcber aktuelle Forschungsfelder wie beispielsweise Photovoltaik-Anlagen oder Batteriespeicher. \u201eViele dieser Themen werden in drei, vier oder f\u00fcnf Jahren hei\u00df werden\u201c, sagte Prof. Bolt. Gelingt beispielsweise die Erforschung einer Alternative zu aktuellen Lithium-Ionen-Akkus, k\u00f6nnten Elektrofahrzeuge mit einer Ladung zeitnah bis zu 600 Kilometer weit fahren.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend sprach Prof. J\u00fcrgen-Friedrich Hake (Forschungszentrum J\u00fclich) \u00fcber \u201eNat\u00fcrliche Ressourcen zwischen leitbildorientiertem Handeln und regelbasiertem Management\u201c und bildete soziale und politische Aspekte des Energie-Themas ab. \u201eAllein technische L\u00f6sungen k\u00f6nnen ein Problem nicht l\u00f6sen. Wir m\u00fcssen in der Politik zu anderen Entscheidungsprozessen kommen. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir uns fragen, welche Werte uns wichtig sind\u201c, sagte Prof. Hake.<\/p>\n<p>Wie verschieden die Fachgebiete der Kooperationspartner sind, zeigte Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Quante (Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster) in seinem abschlie\u00dfenden Vortrag \u00fcber \u201eVerantwortbarkeit und Zumutbarkeit\/Akzeptabilit\u00e4t\u201c. \u201eF\u00fcr wen handeln wir? F\u00fcr unsere Kinder, Enkelkinder, f\u00fcr Menschen in 500 Jahren? Wir m\u00fcssen kl\u00e4ren, welche Ma\u00dfnahmen zumutbar sind und akzeptiert werden. Wir werden unsere Probleme nur \u00fcber Bildung l\u00f6sen k\u00f6nnen, daher m\u00fcssen wir diesen Diskurs m\u00f6glichst breit zug\u00e4nglich machen\u201c, sagte Prof. Quante und fasste zusammen: \u201eIn dieser Kooperation forschen Philosophen, Ingenieure und Sozialwissenschaftler zusammen. Interdisziplinarit\u00e4t wird gro\u00df gedacht.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bereitstellung und Nutzung von Energie in der Zukunft ist eine zentrale Herausforderung unserer Gesellschaft. 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