{"id":5240,"date":"2016-12-15T10:19:49","date_gmt":"2016-12-15T09:19:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5240"},"modified":"2016-12-15T10:19:49","modified_gmt":"2016-12-15T09:19:49","slug":"keine-angst-vorm-alter-senioren-testen-hilfstechnik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/keine-angst-vorm-alter-senioren-testen-hilfstechnik\/","title":{"rendered":"Keine Angst vorm Alter: Senioren testen Hilfstechnik"},"content":{"rendered":"<p>Steht das Fenster ungew\u00f6hnlich lange offen, wird der Bewohner oder die Bewohnerin daran erinnert, es zu schlie\u00dfen. Das Pillen-D\u00f6schen erkennt, ob die t\u00e4glichen Medikamente p\u00fcnktlich entnommen wurden. Und liegt man l\u00e4nger im Bett, als gew\u00f6hnlich, wird per SMS der Sohn oder die Tochter alarmiert. Moderne Sensortechnik macht Wohnungen intelligent \u2013 und soll dazu beitragen, dass SeniorInnen m\u00f6glichst lange in den eigenen vier W\u00e4nden leben k\u00f6nnen. Selbstst\u00e4ndigkeit bis ins hohe Alter erm\u00f6glichen, darum geht es im Forschungsprojekt <a class=\" cd_intlink\" href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/fokos\/forschungsprojekte\/cognitive_village\/\" target=\"_blank\">\u201eCognitive Village &#8211; vernetztes Dorf\u201c<\/a>, das gemeinsam von ForscherInnen aller vier Fakult\u00e4ten und dem Forschungskolleg (FoKoS) der Universit\u00e4t Siegen durchgef\u00fchrt wird. Im Rahmen des Projektes wurden jetzt erstmals SeniorInnen an die Uni eingeladen, um bereits existierende Assistenzsysteme und -technologien zu testen.<\/p>\n<p>\u201eSie sind wichtige Mitarbeiter in unserem Projekt\u201c, begr\u00fc\u00dfte Projektmitarbeiter Dominik Hornung die zehn SeniorInnen zu Beginn des Workshops. \u201eWir m\u00f6chten von Ihnen erfahren, welche Unterst\u00fctzung Sie in Ihrem Alltag wirklich brauchen und wie sie die verschiedenen Hilfsmittel vor diesem Hintergrund einsch\u00e4tzen.\u201c Drei Stationen hatten die ForscherInnen f\u00fcr den Workshop aufgebaut: Neben der intelligenten Wohnung mit Sensor-Technik konnten die SeniorInnen auch praktische Alltagshelfer wie Besteck mit verst\u00e4rktem Griff oder ein ergonomisch geformtes Brotmesser testen. Au\u00dferdem wurden Ihnen Notruf-Systeme und Schl\u00fcsselanh\u00e4nger, beziehungsweise Smartwatches mit Ortungs-Funktion vorgestellt.<\/p>\n<p>Die RenterInnen nahmen ihren Job im Forschungsprojekt dabei sehr ernst \u2013 und die ihnen vorgestellte Technik kritisch unter die Lupe. Beispiel Sensor-Auflagen f\u00fcr Matratzen: \u201eIst ja sch\u00f6n und gut, dass meine Angeh\u00f6rigen informiert werden, wenn ich l\u00e4nger als sonst im Bett liege. Aber was ist denn eigentlich, wenn ich einfach mal ausschlafen m\u00f6chte?\u201c, wandte Elke Dietz ein. Ihren Mann R\u00fcdiger interessierte vor allem das Thema \u201eDatensicherheit\u201c: \u201eDie intelligente Wohnung sammelt ja jede Menge Informationen und Daten \u00fcber mich. Wer hat darauf denn eigentlich Zugriff?\u201c<\/p>\n<p>Bei den Notruf- und Ortungssystemen ging es den SeniorInnen vor allem um die Alltagstauglichkeit. Schaffe ich es, rechtzeitig einen Notruf abzugeben, wenn es mir nicht gut geht? Oder macht es nicht mehr Sinn, die Systeme in so genannte \u201eWearables\u201c zu integrieren \u2013 etwa intelligente Armbanduhren, die den Puls messen und bei Auff\u00e4lligkeiten einen Alarm ausl\u00f6sen. Denke ich im Alltag daran, solche Ger\u00e4te auch wirklich zu tragen? \u201eIch w\u00fcrde mir auf jeden Fall ein System w\u00fcnschen, das Notruf und Ortung miteinander kombiniert\u201c, so Brigitte Muus: \u201eHabe ich f\u00fcr jede Funktion ein Einzelger\u00e4t, dann suche ich diese am Ende st\u00e4ndig.\u201c Den SeniorInnen ist aber auch wichtig, nicht zu Vieles an die Technik abzugeben. Es halte schlie\u00dflich fit, den eignen Alltag selbst zu managen, argumentierten sie.<\/p>\n<p>Die Autonomie \u00e4lterer Menschen f\u00f6rdern \u2013 das ist auch ein wichtiges Ziel der ForscherInnen im Projekt \u201eCognitive Village \u2013 vernetztes Dorf\u201c. \u201eWir m\u00f6chten verschiedene Hilfstechnologien in ein Gesamtsystem integrieren, das von den Seniorinnen und Senioren selbst bedient und gesteuert werden kann. Die Technik muss sich dazu an die Menschen anpassen, damit sie zum Erhalt der Lebensqualit\u00e4t beitragen kann\u201c, erkl\u00e4rte die Projektleiterin im Bereich Nutzerforschung, Jun.-Prof. Dr. Claudia M\u00fcller. Die Zusammenarbeit mit den k\u00fcnftigen NutzerInnen sei im Rahmen des Forschungsprojektes sehr wichtig: \u201eGemeinsam mit den \u00e4lteren Menschen schauen wir uns immer wieder Ans\u00e4tze und bestehende Technologien an, um herauszufinden, wie Hilfsmittel einen sinnvollen Platz im Leben der \u00e4lteren Menschen finden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Bereits seit einem Jahr steht das Forscherteam dazu in engem Kontakt zu insgesamt zwanzig SeniorInnen, die in Wohnungen der Kreiswohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft (KSG) in Siegen leben. Regelm\u00e4\u00dfig tauschen sich die Uni-MitarbeiterInnen mit ihnen aus. \u201eIch profitiere davon auch pers\u00f6nlich sehr \u2013 ich lerne hier viele neue Dinge kennen\u201c, sagte Teilnehmerin Magdalena Klinge am Ende des aktuellen Workshops. Auch Elke Dietz war mit Begeisterung dabei: \u201eWas ich hier sehe, nimmt mir die Angst vorm Altern. Mir ist es sehr wichtig, in meinen eigenen vier W\u00e4nden zu bleiben. Die Forschung hier an der Uni macht das m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>Zum Hintergrund: Im Forschungsprojekt \u201eCognitive Village \u2013 vernetztes Dorf\u201c arbeiten WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen der Universit\u00e4t Siegen zusammen. Zu den Projektpartnern geh\u00f6ren au\u00dferdem Unternehmen, die Wohnungsgesellschaft KSG und das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Informationstechnik. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit rund 1,2 Mio. Euro. Die im aktuellen Workshop getesteten Hilfsmittel wurden von der Wohnberatung Siegen-Wittgenstein e.V. und der Firma Casenio zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steht das Fenster ungew\u00f6hnlich lange offen, wird der Bewohner oder die Bewohnerin daran erinnert, es zu schlie\u00dfen. 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