{"id":5173,"date":"2016-12-01T20:14:46","date_gmt":"2016-12-01T19:14:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5173"},"modified":"2016-12-02T08:24:34","modified_gmt":"2016-12-02T07:24:34","slug":"nett-werkzeug-soll-das-ankommen-erleichtern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/nett-werkzeug-soll-das-ankommen-erleichtern\/","title":{"rendered":"\u201eNett-Werkzeug\u201c soll das Ankommen erleichtern"},"content":{"rendered":"<p class=\"newsitem_lead\">Forscherinnen und Forscher der Uni Siegen entwickeln zusammen mit dem D\u00fcsseldorfer Unternehmen \u201eappcom interactive GmbH\u201c eine digitale Plattform f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und HelferInnen. Das Projekt \u201eNett-Werkzeug\u201c wird von der Leitmarktagentur NRW mit mehr als 1 Million Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Auf einer Stadtkarte sind zahlreiche Punkte mit blauen F\u00e4hnchen markiert: Darunter das Rathaus, Superm\u00e4rkte, eine Food-Sharing-Stelle \u2013 und der t\u00fcrkische Metzger. Alles Orte, die f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge wichtig sind, um in einer f\u00fcr sie fremden Stadt ihren Alltag zu organisieren. Das Besondere: Die Karte wurde von Menschen mit Fluchtgeschichte erstellt. \u201eSie kennen die eigenen Bed\u00fcrfnisse ja selbst am besten\u201c, sagt Konstantin Aal, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am<a class=\" cd_intlink\" href=\"https:\/\/www.wiwi.uni-siegen.de\/wirtschaftsinformatik\/\" target=\"_blank\"> \u201eLehrstuhl f\u00fcr Wirtschaftsinformatik und Neue Medien\u201c<\/a> der Universit\u00e4t Siegen. ForscherInnen des Lehrstuhls setzen das Projekt \u201eNett-Werkzeug\u201c gemeinsam mit der<a class=\" cd_intlink\" href=\"http:\/\/ischool.uni-siegen.de\/home\/\" target=\"_blank\"> \u201eiSchool \u2013 School of Media and Information\u201c<\/a> der Uni und dem D\u00fcsseldorfer Unternehmen \u201eappcom interactive GmbH\u201c um. In den kommenden drei Jahren m\u00f6chten die Projektpartner eine umfassende digitale Plattform f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und HelferInnen entwickeln. Gut 1 Million Euro aus dem Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung (EFRE) und vom Land NRW stehen daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<div id=\"attachment_5175\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/nettwerkzeug_thumb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5175\" class=\"size-medium wp-image-5175\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/nettwerkzeug_thumb-300x300.jpg\" alt=\"Entwickeln das Nett-Werkzeug gemeinsam: Dr. Helmut Hauptmeier von der iSchool der Uni Siegen und Anne Weibert und Konstantin Aal vom Lehrstuhl f\u00fcr Wirtschaftsinformatik und Neue Medien.\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/nettwerkzeug_thumb-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/nettwerkzeug_thumb-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/nettwerkzeug_thumb.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5175\" class=\"wp-caption-text\">Entwickeln das Nett-Werkzeug gemeinsam: Dr. Helmut Hauptmeier von der iSchool der Uni Siegen und Anne Weibert und Konstantin Aal vom Lehrstuhl f\u00fcr Wirtschaftsinformatik und Neue Medien.<\/p><\/div>\n<p>\u201eDie von Fl\u00fcchtlingen erstellte Stadtkarte ist nur ein Element der geplanten Plattform\u201c, erkl\u00e4rt Projekt-Koordinator Dr. Helmut Hauptmeier (iSchool). Er und sein Team m\u00f6chten die unterschiedlichen Bed\u00fcrfnisse von Fl\u00fcchtlingen, ehrenamtlichen HelferInnen, Organisationen und Kommunen sammeln und im \u201eNett-Werkzeug\u201c b\u00fcndeln. \u201eFl\u00fcchtlinge haben besonders anfangs viele Fragen: Wie finde ich eine Wohnung, einen Sprachkurs und wie komme ich g\u00fcnstig an Kleidung oder M\u00f6bel?\u201c, sagt Konstantin Aal. Hilfsorganisationen und Ehrenamtliche sollen \u00fcber die neue Plattform unkompliziert Aktionen koordinieren k\u00f6nnen. \u00dcber einen Dolmetscher-Pool k\u00f6nnten Fl\u00fcchtlinge und \u00dcbersetzer zusammenfinden. Die ForscherInnen haben aber auch Einzelpersonen im Blick: \u201eAngenommen, ich m\u00f6chte ein Fahrrad spenden. Dann ist es bisher ein riesiger Aufwand herauszufinden, wo dieses Fahrrad wirklich gebraucht wird \u2013 und bei wem ich es abgeben kann. Das m\u00f6chten wir erleichtern\u201c, erkl\u00e4rt Projekt-Mitarbeiterin Anne Weibert.<\/p>\n<p>Beim \u201eNett-Werkzeug\u201c geht es aber nicht nur um solche Ersthilfe-Angebote, es soll dar\u00fcber hinaus einen Beitrag zur Integration leisten. Zum Ankommen geh\u00f6rt f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge auch, in der neuen Heimat einen Fu\u00dfball-Verein zu finden, Kindern finanzierbare Hobbys anzubieten, Kontakte zur Dorfgemeinschaft oder Nachbarschaft aufzubauen und ihr Deutsch weiter zu verbessern. Entsprechende Anbieter und Anlaufstellen k\u00f6nnten ebenfalls \u00fcber die Plattform vermittelt werden.<\/p>\n<p>Um diese Angebote passgenau auf die k\u00fcnftigen NutzerInnen zuzuschneiden, sei in den kommenden Monaten viel Forschungsarbeit gefragt, sagt Anne Weibert: \u201eBevor wir die Technik entwickeln, m\u00fcssen wir uns die Situation derjenigen, die wir damit ansprechen wollen, genau anschauen und sie verstehen.\u201c Die ForscherInnen m\u00f6chten dazu eng mit Fl\u00fcchtlingen, Ehrenamtlichen und MitarbeiterInnen von Kommunen zusammenarbeiten, sie interviewen und zu Workshops einladen. \u201eNur so erfahren wir, was wirklich gebraucht wird. Wir werden unser Konzept immer wieder gemeinsam diskutieren, um es dann eventuell noch nachzubessern\u201c, so Aal. Entsprechende Kontakte habe das Team schon gekn\u00fcpft: \u201eIn Dortmund arbeiten wir zum Beispiel schon l\u00e4nger mit ehrenamtlichen Organisationen und mit Fl\u00fcchtlingen in Fl\u00fcchtlings-Caf\u00e9s zusammen. Das ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen.\u201c<\/p>\n<p>Damit das \u201eNett-Werkzeug\u201c in der Praxis funktioniert und von den NutzerInnen akzeptiert wird, m\u00fcsse vieles beachtet werden: \u201eDie wenigsten Fl\u00fcchtlinge haben ein Laptop oder einen Rechner, die meisten gehen \u00fcber ihre Smartphones online. Es macht also Sinn, das Angebot als App zu entwickeln\u201c, so Aal. Mehrsprachig soll die Anwendung auf jeden Fall sein und nicht zu Text-lastig, damit sie leicht verstanden und bedient werden kann.<\/p>\n<p>Das Forscherteam m\u00f6chte au\u00dferdem bereits bestehende Online-Angebote aus dem Bereich der Fl\u00fcchtlingshilfe unter die Lupe nehmen. \u201eEs gibt zahlreiche Apps oder Internetseiten, die aber meist lokal ausgerichtet oder auf einzelne Probleme bezogen sind\u201c, sagt Hauptmeier. \u201eWo es Sinn macht, k\u00f6nnen wir solche Ans\u00e4tze integrieren. Dass Nett-Werkzeug soll aber dar\u00fcber hinausgehen und mit innovativen L\u00f6sungen einen echten Mehrwert bieten \u2013 f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, Organisationen, Kommunen \u2013 und f\u00fcr Ehrenamtliche, deren wichtige Arbeit wir erleichtern und unterst\u00fctzen m\u00f6chten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forscherinnen und Forscher der Uni Siegen entwickeln zusammen mit dem D\u00fcsseldorfer Unternehmen \u201eappcom interactive GmbH\u201c eine digitale Plattform f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und HelferInnen. 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