{"id":5027,"date":"2016-11-09T10:47:23","date_gmt":"2016-11-09T09:47:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=5027"},"modified":"2016-11-09T10:47:23","modified_gmt":"2016-11-09T09:47:23","slug":"3d-druck-hype-oder-zukunft-der-produktion-beides","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/3d-druck-hype-oder-zukunft-der-produktion-beides\/","title":{"rendered":"3D-Druck, Hype oder Zukunft der Produktion? Beides!"},"content":{"rendered":"<p>Sie ben\u00f6tigen einen Schlitzschraubendreher und haben gerade nur einen \u201eKreuz\u201c zur Hand? Statt zum Baumarkt zu fahren, drucken Sie sich doch einfach einen aus! Oder tr\u00e4umen Sie vom Eigenheim? Bauen war gestern, die H\u00e4user der Zukunft kommen aus dem 3D-Drucker. Beides ist bereits m\u00f6glich, aber lohnt sich der Einstieg in den 3D-Druck f\u00fcr regionale Unternehmen?<\/p>\n<p>Um diese und weitere Fragen zu beantworten, war Univ.-Prof. Dr.-Ing. Tamara Reinicke als Referentin bei \u201e<a class=\"\n\t  cd_extlink\" href=\"http:\/\/region-im-dialog.de\/\" target=\"_blank\">Region im Dialog<\/a>\u201c in der Siegener Sparkasse. Die Lehrstuhlinhaberin f\u00fcr <a class=\"\n\t  cd_extlink\" href=\"https:\/\/www.mb.uni-siegen.de\/kcm\/\" target=\"_blank\">Produktentwicklung an der Universit\u00e4t Siegen<\/a> zeigte wie kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein 3D-Druckverfahren f\u00fcr ihre Produktion nutzen k\u00f6nnen. Noch ist 3D-Druck in vielen Bereichen industrieller Massenproduktion von einem Einsatz weit entfernt und nicht mehr als ein vielversprechender Hype. Aber: \u201eWer jetzt bereits Erfahrung mit 3D-Druck sammelt, der ist anderen einen Schritt voraus\u201c, sagt Tamara Reinicke.<\/p>\n<p>Typisch f\u00fcr einen Hype, es wird viel dar\u00fcber geredet und weniger erkl\u00e4rt, was sich dahinter verbirgt. Unter 3D-Druck werden verschiedene sogenannte additive Verfahren zusammengefasst, bei denen ein Bauteil durch schichtweises Ablegen von Material entsteht. Stellen Sie sich eine Ritterburg von Lego vor, bei der Sie nicht mehr die einzelnen Kunststoff-Steine aufeinander stecken. Stattdessen flie\u00dft der Kunststoff aus der Druckerd\u00f6se. Der fl\u00fcssige Kunststoff wird Schicht f\u00fcr Schicht aufgetragen, meist wird die n\u00e4chste Schicht aufgetragen, nachdem die vorherige erh\u00e4rtet ist, bis am Ende die fertige Burg steht. Die zu druckenden 3D-Objekte werden zuvor am Computer mittels CAD-Programmen angefertigt und \u00fcber die Software an den Drucker gesendet.<\/p>\n<p>Die digitale Konstruktionsanweisung erm\u00f6glicht schnelle individuelle Anpassungen der Produkte. Um statt Schlitzschraubenzieher, einen Kreuzschraubenzieher herzustellen, sind wenige Mausklicks in der CAD-Software n\u00f6tig. Eine mitunter teure und zeitaufwendige Umr\u00fcstung von Produktionsmaschinen oder auch ein Produktion von Ersatzteilen auf Vorrat entf\u00e4llt. Ein gro\u00dfes komplexes Bauteil oder einen Prototypen schneller und kosteng\u00fcnstiger zu produzieren, statt einer Vielzahl kleiner Lego-Steine, genau das ist ein entscheidender Vorteil, den Unternehmen durch die additive Fertigung bereits nutzen. So hat Airbus bereits ein bisher aus 126 Einzelteilen gefertigtes St\u00fctzger\u00fcst durch ein einziges Teil ersetzt, das aus einem 3D-Drucker kam.<\/p>\n<p>Doch ein Einsatz im Produktionsalltag lohnt sich nicht f\u00fcr jedes Unternehmen. W\u00e4hrend kleine 3D-Drucker f\u00fcr Hobby-Bastler inzwischen f\u00fcr unter 500 Euro zu haben sind, liegen Industriemodelle schnell im sechsstelligen Bereich. Dann ist der Weg zum Baumarkt, nicht nur f\u00fcr den Schlitzschraubenzieher die g\u00fcnstigere Alternative. Auch dem Material sind Grenzen gesetzt. Zwar sind verschiedene Kunststoff- und Metallarten m\u00f6glich, doch um den Produktions- und Materialanforderungen der Unternehmen gerecht zu werden, m\u00fcssen die 3D-Drucker meist individuell angefertigt werden. Zudem muss auch jemand den 3D-Drucker bedienen k\u00f6nnen und neues Fachwissen in die Firma geholt werden. Ob sich der Einstieg in den 3D-Druck lohnt und wie dieser gelingen kann, hierf\u00fcr bietet der Lehrstuhl f\u00fcr Produktentwicklung an der Universit\u00e4t Siegen Unternehmen Beratung, Unterst\u00fctzung und Kooperationsm\u00f6glichkeiten an. Der Lehrstuhl forscht und testet an bereits vorhandenen 3D-Druckern f\u00fcr ihren Einsatz in der Industrie. Zudem ist am Lehrstuhl die Anschaffung einer industriellen Gro\u00dfanlage f\u00fcr Metall- und Kunststoffdrucke f\u00fcr Forschungs- und Kooperationsprojekte mit Unternehmen beantragt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ben\u00f6tigen einen Schlitzschraubendreher und haben gerade nur einen \u201eKreuz\u201c zur Hand? Statt zum Baumarkt zu fahren, drucken Sie sich doch einfach einen aus! 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