{"id":4924,"date":"2016-10-26T10:02:27","date_gmt":"2016-10-26T08:02:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=4924"},"modified":"2016-10-26T10:02:27","modified_gmt":"2016-10-26T08:02:27","slug":"schaumbeton-als-alternative-fuer-styropor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/schaumbeton-als-alternative-fuer-styropor\/","title":{"rendered":"Schaumbeton als Alternative f\u00fcr Styropor"},"content":{"rendered":"<p>Unz\u00e4hlige H\u00e4user sind in den vergangenen Jahren zur W\u00e4rmed\u00e4mmung mit Styropor-Platten eingepackt worden. Das Problem: Laut einer EU-Verordnung gelten diese Platten seit dem 1. Oktober als Sonderm\u00fcll \u2013 und m\u00fcssen extrem aufwendig und teuer entsorgt werden. Eine m\u00f6gliche Alternative zum Styropor wird aktuell am <a class=\" cd_intlink\" href=\"http:\/\/www.bau.uni-siegen.de\/subdomains\/fibb\/?lang=de%3C\/ref\" target=\"_blank\">\u201eForschungsinstitut f\u00fcr innovative Baustoffe und Bauwerke\u201c <\/a>(FiBB) der Uni Siegen erforscht: Schaumbeton ist ein neues Material, das in der Praxis bisher kaum angewendet wird. \u201eEr besteht aus einer Wasser-Zement-Mischung, die mit Luft versetzt wird\u201c, erkl\u00e4rt Dr.-Ing. Peter Wagner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des FiBB. \u201eDurch die eingeschlossenen Luftblasen hat Schaumbeton eine gute D\u00e4mmwirkung. Gleichzeitig handelt es sich um ein rein mineralisches und damit umweltfreundliches, problemlos zu recycelndes Material.\u201c<\/p>\n<p>Innovative Materialien und Bauweisen entwickeln \u2013 darum geht es bei vier gro\u00dfangelegten Forschungsprojekten, die aktuell am FiBB bearbeitet werden. \u201eExperten aus der Bau- und Werkstoffchemie und aus dem Bereich Massivbau arbeiten dabei eng zusammen\u201c, erkl\u00e4rt Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Torsten Leutbecher: \u201eWir untersuchen hier also nicht nur die Eigenschaften bestimmter Baustoffe. Wir entwickeln gleichzeitig auch Modelle, mit denen sich berechnen l\u00e4sst, wie sich diese Stoffe in verschiedenen Konstruktionen verhalten.\u201c Eine solche B\u00fcndelung von Kompetenzen in einem Institut sei bundesweit eine Besonderheit, so Leutbecher. Das kommt auch bei der Bauwirtschaft gut an: Sechs Bauunternehmen aus der Region unterst\u00fctzen das FiBB.<\/p>\n<p>Die Forschungsergebnisse der WissenschaftlerInnen haben f\u00fcr die Industrie einen hohen Nutzwert. \u201eUnsere Forschung ist h\u00e4ufig anwendungsorientiert\u201c, erkl\u00e4rt Leutbecher. \u201eBei den meisten Projekten arbeiten wir mit Partnern aus der Bauwirtschaft zusammen.\u201c Ein Vorhaben besch\u00e4ftigt sich zum Beispiel mit so genanntem \u201eultrahochfestem Beton\u201c, einem extrem belastbaren, dichten und dauerhaften Material. Zusammen mit einem Unternehmen entwickeln die ForscherInnen am FiBB neue Rezepturen und Verarbeitungstechniken f\u00fcr diese besondere Art von Beton. \u201eWir pr\u00fcfen, wie sich damit etwa marode Stahlbetondecken verst\u00e4rken lassen\u201c, sagt Peter Wagner. \u201eEine M\u00f6glichkeit ist, den Beton unter die Decke zu spritzen. Das ist mit ultrahochfestem Beton aber nicht so einfach \u2013 daf\u00fcr braucht es spezielle Verfahren.\u201c<\/p>\n<p>Neben langfristigen Forschungsprojekten \u00fcbernimmt das Institut auch Auftr\u00e4ge aus der Industrie \u2013 zum Beispiel analysieren die WissenschaftlerInnen Bausch\u00e4den. Auch dabei sei h\u00e4ufig Expertise aus unterschiedlichen Bereichen gefragt, erkl\u00e4rt Wagner: \u201eZeigen sich an einer Autobahnbr\u00fccke Sch\u00e4den, kann das verschiedene Ursachen haben: M\u00f6glicherweise ist die Konstruktion fehlerhaft oder \u00fcberlastet. Vielleicht wurde das Betongef\u00fcge aber auch durch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse wie sauren Regen oder Streusalz angegriffen und ist deshalb nicht mehr stabil. Oder es wurden falsche Baustoffe f\u00fcr den Beton verwendet, die nun ung\u00fcnstig chemisch reagieren.\u201c Am FiBB werden solche Sch\u00e4den ganzheitlich beurteilt: ExpertInnen f\u00fcr Baukonstruktionen und Baustofftechnologie arbeiten Hand in Hand um das Problem in seiner Komplexit\u00e4t zu erfassen. Der Vorteil: Die Wege sind kurz, Ergebnisse liegen schnell vor.<\/p>\n<p>F\u00fcr die regionale Bauwirtschaft ist das FiBB aber nicht nur aufgrund solcher Dienstleistungen oder konkreter Forschungsergebnisse von Bedeutung. Die Unternehmen brauchten dringend qualifizierten Nachwuchs, sagt Annette Hering, gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesellschafterin der Firma Heringbau und Mitbegr\u00fcnderin der \u201eInitiative Bauwirtschaft S\u00fcdwestfalen\u201c: \u201eGute K\u00f6pfe bekommen wir nur, wenn wir unsere Branche hier in der Region attraktiv machen. Dazu brauchen wir eine Forschungsplattform wie das FiBB.\u201c Das Forschungsinstitut tr\u00e4gt entscheidend dazu bei, das Bauingenieurwesen an der Universit\u00e4t Siegen zukunftssicher zu machen, meint auch Institutsleiter Leutbecher. Der Auftrag gehe aber \u00fcber die Region hinaus: \u201eWir erforschen, womit und wie in Zukunft gebaut wird \u2013 und welche Entwicklungen n\u00f6tig sind, damit der Innovationsstandort Deutschland auch in Zukunft wettbewerbsf\u00e4hig bleibt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unz\u00e4hlige H\u00e4user sind in den vergangenen Jahren zur W\u00e4rmed\u00e4mmung mit Styropor-Platten eingepackt worden. Das Problem: Laut einer EU-Verordnung gelten diese Platten seit dem 1. 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