{"id":4846,"date":"2016-10-13T14:40:47","date_gmt":"2016-10-13T12:40:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=4846"},"modified":"2016-10-13T14:42:39","modified_gmt":"2016-10-13T12:42:39","slug":"alternative-verkehrskonzepte-fuer-die-region","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/alternative-verkehrskonzepte-fuer-die-region\/","title":{"rendered":"Alternative Verkehrskonzepte f\u00fcr die Region"},"content":{"rendered":"<p>Welche Alternativen gibt es zum Privatauto und wie k\u00f6nnen wir verhindern, dass ganze St\u00e4dte und Autobahnen durch den Verkehr verstopft werden? BWL-Professor Gustav Bergmann und Soziologe Dr. J\u00fcrgen Daub von der Universit\u00e4t Siegen entwickeln dazu Ideen im Forschungsprojekt Remonet.<\/p>\n<p>Der Bundesrat empfiehlt, ab 2030 neue Benzin- und Diesel-Fahrzeuge zu verbieten. Gleichzeitig subventioniert die Europ\u00e4ische Union Elektroautos. Wenn aber alle ihre Verbrennungsmotoren durch Elektroautos ersetzen, wird kein einziges Auto von der Stra\u00dfe verschwinden. \u201eDas Verkehrsnetz wird zusammenbrechen\u201c, prophezeien Dr. J\u00fcrgen Daub und Prof. Dr. Gustav Bergmann vom Lehrstuhl f\u00fcr Innovations- und Kompetenzmanagement an der Uni Siegen. Politiker verfolgen europaweit die falschen Ziele, sagen die beiden. Ihr L\u00f6sungsansatz: Alternativen zum Privatauto durchzusetzen. Ideen entwickeln sie im Forschungsprojekt Remonet (Regionales eMobility Netzwerk) \u2013 besonders f\u00fcr die Stadt Siegen.<\/p>\n<p>Wie auch in vielen anderen St\u00e4dten stehe hier das private Auto seit den 1950er Jahren f\u00fcr individuelle Freiheit, Verkehrs- und Stra\u00dfenpolitik w\u00fcrden danach ausgerichtet. Die Ampelschaltungen s\u00e4hen lange Gr\u00fcnphasen f\u00fcr Autos und kurze Phasen f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger vor, die H\u00fcttentalstra\u00dfe (HTS) sei ausgebaut, Parkfl\u00e4chen in der Innenstadt geschaffen worden. F\u00fcr J\u00fcrgen Daub ist das nicht der richtige Kurs. \u201eDas gibt falsche Anreize, das Privatauto zu benutzen, statt zum Beispiel mit dem Bus oder dem Rad in die Innenstadt oder zur Arbeit zu fahren.\u201c<\/p>\n<p>Wenn der Forscher der Uni Siegen in die Zukunft blickt, sieht er f\u00fcr Siegen gro\u00dfes Potenzial, gerade weil die Stadt eine gro\u00dfe Anziehungskraft f\u00fcr B\u00fcrger aus benachbarten D\u00f6rfern und Gemeinden hat. \u201eWie w\u00e4re es zum Beispiel, mit dem Bus in die Stadt zu fahren und den ganzen Tag shoppen zu gehen ohne schwer tragen zu m\u00fcssen? Ein Lieferservice bringt mir am Abend all meine Artikel direkt bis zur Haust\u00fcr\u201c, schl\u00e4gt er vor. \u201eDamit w\u00fcrden wir viele Autos von der Stra\u00dfe holen und ein besseres Shopping-Erlebnis schaffen. Aber nat\u00fcrlich sind wir darauf angewiesen, dass der \u00d6ffentliche Nahverkehr gut ausgebaut ist und der Lieferservice einwandfrei funktioniert\u201c, so Daub.<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsideen wie diese entwickeln Dr. Daub und Prof. Dr. Bergmann im Remonet-Projekt. Egal ob Carsharing, E-Bikes oder Fahrgemeinschaften \u2013 sie wollen die Menschen \u00fcberzeugen, zumindest auf ihren Zweitwagen zu verzichten und \u00fcber alternative Mobilit\u00e4t nachzudenken. \u201eUm den Autoverkehr zu reduzieren, ist es wichtig, Car-Sharing-Systeme in St\u00e4dten zu f\u00f6rdern und Mobilit\u00e4tssysteme mit unterschiedlichen Mobilit\u00e4tsformen zu entwickeln\u201c, meint Daub.<\/p>\n<p>Weil sich seit Jahrzehnten alles auf das Privatauto ausrichte, f\u00e4llt es laut Daub vielen Menschen schwer, umzudenken. Um die Menschen dabei zu unterst\u00fctzen, bieten die beiden Forscher Workshops und Tagungen an, wie die 3. Siegener eMobility-Konferenz. Dort konnten B\u00fcrgerInnen zusammen mit WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen diskutieren und Erfahrungen austauschen. \u201eViele B\u00fcrger haben tolle Ideen, aber die Politiker m\u00fcssen sie auch umsetzen wollen\u201c, sagt Prof. Bergmann.<\/p>\n<p>Das Siegerland mit seinen vielen H\u00fcgeln und Bergen verbinden die wenigsten mit einer ausgepr\u00e4gten Radfahrertradition. Neue Technologien sollen die B\u00fcrger zum Umdenken bringen: \u201eMit den E-Bikes k\u00f6nnen wir ohne uns anzustrengen Berge hochfahren, das er\u00f6ffnet ganz neue M\u00f6glichkeiten\u201c, sagt Prof. Bergmann. In Siegen habe sich viel getan, Radwege seien neu geschaffen und ausgebaut worden.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen die Menschen dazu bringen, E-Fahrzeuge auszuprobieren, sich einfach auf diese neue Technik einzulassen \u2013 denn danach besch\u00e4ftigen sich die meisten intensiver mit ihrer Mobilit\u00e4t\u201c, sagt Bergman. Das sei ein erster Schritt. Denn fest stehe: \u201eWir m\u00fcssen jetzt etwas \u00e4ndern und neue Konzepte f\u00f6rdern, sonst ersticken wir an unseren eigenen Abgasen und versinken im Verkehrschaos.\u201c<\/p>\n<p>Das remonet-Projekt l\u00e4uft seit 2014 f\u00fcr drei Jahre und wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung mit insgesamt 1,4 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.remonet.eu\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.remonet.eu\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Alternativen gibt es zum Privatauto und wie k\u00f6nnen wir verhindern, dass ganze St\u00e4dte und Autobahnen durch den Verkehr verstopft werden? 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