{"id":4839,"date":"2016-10-13T08:00:43","date_gmt":"2016-10-13T06:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=4839"},"modified":"2016-10-12T15:33:14","modified_gmt":"2016-10-12T13:33:14","slug":"eigenversorgung-mit-strom-nicht-weiter-belasten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/eigenversorgung-mit-strom-nicht-weiter-belasten\/","title":{"rendered":"Eigenversorgung mit Strom nicht weiter belasten"},"content":{"rendered":"<p>Wer seinen Strom selbst erzeugt, f\u00fcr den entfallen eine Reihe von Abgaben auf den Strompreis. Das macht die Solaranlage auf dem eigenen Dach noch attraktiver. Die Agora Energiewende hat zur Entwicklung der sogenannten Eigenversorgung durch PV-Anlagen Sch\u00e4tzungen vorgelegt. Doch f\u00fcr politische Handlungsempfehlungen sind auch andere Bereiche, in denen Strom erzeugt wird, mit einzubeziehen \u2013 das war bisher haupts\u00e4chlich die Industrie.<\/p>\n<p>Strom erzeugen und so die Stromrechnung billiger machen \u2013 das klingt gut, birgt aber Probleme: Die Kosten f\u00fcr die F\u00f6rderung von erneuerbaren Energien oder zum Ausbau der Netze zum Beispiel m\u00fcssen von den restlichen Stromverbrauchern getragen werden. Auch f\u00fcr die Stromnetzbetreiber ist das Verhalten von Privatpersonen, die ihren Strom mal verbrauchen und mal ins \u00f6ffentliche Netz einspeisen, schwierig.<\/p>\n<p>Dennoch: Bis zu 24 Terawattstunden (TWh) k\u00f6nnten laut Agora bis 2035 mittels kleinerer PV-Anlagen von Privathaushalten und Betrieben selbst erzeugt werden und Strom aus dem \u00f6ffentlichen Netz verdr\u00e4ngen. Im Vergleich zu den gesch\u00e4tzten 2 TWh heute w\u00e4re das immerhin mehr als eine Verzehnfachung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/studien\/iw-kurzberichte\/beitrag\/305798\" target=\"_blank\">Auch ein Kurzbericht des IW K\u00f6ln zeigt<\/a>: Durch den Anstieg von Abgaben und Umlagen treten vor allem neue Akteure in den Markt. Die Eigenversorgung insgesamt ist von 44,9 Terawattstunden im Jahr 2008 um \u00fcber 50 Prozent auf fast 60,7 Terawattstunden 2014 gestiegen. Auch in kleineren Industriebetrieben hat sich die Eigenerzeugung beinahe verf\u00fcnffacht. Den gr\u00f6\u00dften Teil der Eigenversorgung macht aber mit rund 40 TWh weiterhin die industrielle Stromerzeugung in gr\u00f6\u00dferen Kraftwerken aus \u2013 ein Segment, das schon vor 2008 bestand und sich auch seitdem mengenm\u00e4\u00dfig kaum ver\u00e4ndert hat. Hier werden traditionell h\u00e4ufig W\u00e4rme und Strom gemeinsam erzeugt und Reststoffe energetisch verwertet \u2013 das ergibt auch \u00f6kologisch Sinn.<\/p>\n<p>Daher ist ein Politikwechsel, der Eigenversorgung vollumf\u00e4nglich belastet, nicht m\u00f6glich. Ein erheblicher Teil der Industrie ist auf Eigenversorgungsmodelle angewiesen und zwar schon lange vor dem massiven Anstieg der zu vermeidenden Umlagen. Hier m\u00fcssen Ersatzinvestitionen m\u00f6glich sein, ohne damit den bereits vorhandenen Nachteil der hiesigen Stromkosten zu versch\u00e4rfen. Dass das Eigenerzeugungsprivileg aber an anderen Stellen zunehmend Investitionsverzerrungen und Verteilungsprobleme versch\u00e4rft, macht einmal mehr deutlich: Die EEG-Umlage darf nicht \u00fcber Strompreis finanziert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer seinen Strom selbst erzeugt, f\u00fcr den entfallen eine Reihe von Abgaben auf den Strompreis. 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