{"id":4399,"date":"2016-08-15T12:24:14","date_gmt":"2016-08-15T10:24:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=4399"},"modified":"2016-08-15T12:25:09","modified_gmt":"2016-08-15T10:25:09","slug":"konjunktur-robuster-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/konjunktur-robuster-als-gedacht\/","title":{"rendered":"Konjunktur robuster als gedacht"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Konjunktur zeigt sich in der ersten Jahresh\u00e4lfte 2016 erstaunlich robust. Hierbei hat sich der Au\u00dfenhandel insbesondere im zweiten Quartal als Konjunkturst\u00fctze erwiesen. Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung werden Waren made in Germany in S\u00fcd- und Osteuropa wieder vermehrt nachgefragt. Doch fehlende Investitionen sind Grund zur Sorge.<\/p>\n<p>Die Schnellsch\u00e4tzung des Statistischen Bundesamts sorgte f\u00fcr positive \u00dcberraschungen \u2013 um 0,4 Prozent lag das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal \u00fcber dem Vorquartalswert. Nach einem schwachen ersten Quartal haben sich etwa die deutschen Exporte im zweiten Quartal deutlich erholt. Auch die nicht-preisbereinigten Daten seit Anfang des Jahres zeigen einen leichten Anstieg \u2013 um 1,5 Prozent lagen die deutschen Warenexporte in den ersten f\u00fcnf Monaten 2016 \u00fcber dem Vorjahreswert. Dabei wird dieser Anstieg durch die Erholung in S\u00fcd- und Osteuropa vorangetrieben. Das Wachstum der (nicht-preisbereinigten) Warenausfuhren w\u00e4re um rund zwei Drittel geringer ausgefallen, ohne den kr\u00e4ftigen Anstieg der Exporte in die gr\u00f6\u00dften Exportziell\u00e4nder aus S\u00fcd- und Osteuropa. So konnten die deutschen Warenexporte nach Polen, Spanien und in die Tschechische Republik bis Mai jeweils um mehr als 7 Prozent gegen\u00fcber dem entsprechenden Vorjahreswert zulegen. Auch die Ausfuhren nach Italien legten mit \u00fcber 6 Prozent stark zu.<\/p>\n<p>Negative Impulse f\u00fcr die deutschen Warenexporte kommen hingegen aus den USA. Die Exporte in die Vereinigten Staaten sind in den ersten f\u00fcnf Monaten des Jahres 2016 um 4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahreswert eingebrochen. Dies ist allerdings als eine Art Korrektur einzuordnen, nach dem au\u00dfergew\u00f6hnlich starken Anstieg im Jahr 2015. Ohne den R\u00fcckgang der Exporte in die USA w\u00e4re der Anstieg der gesamten Warenexporte Deutschlands um fast 0,4 Prozentpunkte h\u00f6her ausgefallen. Auch in Frankreich liefen die Gesch\u00e4fte deutscher Firmen in den ersten f\u00fcnf Monaten 2016 schlechter als im Vorjahreszeitraum \u2013 die Warenausfuhren lagen bis Mai um 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, was den Anstieg der gesamten deutschen Warenausfuhren um 0,2 Prozentpunkte schm\u00e4lerte.<\/p>\n<p>Neben den Exporten zeigen sich auch der Private Verbrauch sowie der Staatskonsum robust. Die Stimmung der deutschen Verbraucher bleibt gut, getrieben von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Die Ausgaben im Zuge der Fl\u00fcchtlingsintegration leisten ebenfalls einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum.<\/p>\n<p>Was aber auf der Strecke bleibt, sind Ausr\u00fcstungsinvestitionen. Die Ungewissheit etwa im Zusammenhang mit dem Brexit-Referendum hat viele Unternehmen verunsichert und in einen Wartemodus versetzt. Auch die Fl\u00fcchtlingsmigration, die politische Instabilit\u00e4t in der T\u00fcrkei und die Pr\u00e4sidentschaftswahl in den USA dr\u00fccken das Investitionsklima in Deutschland. Doch um die langfristige Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standorts Deutschland zu sichern, sind Investitionen von N\u00f6ten. Zumindest die politischen Akteure hierzulande m\u00fcssen im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 signalisieren, dass sie auch nach der Wahl f\u00fcr Kontinuit\u00e4t der Wirtschaftspolitik und einen wirtschaftsfreundlichen Kurs sorgen wollen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/presse\/iw-nachrichten\/beitrag\/konjunktur-robuster-als-gedacht-297441\" target=\"_blank\">IW, K\u00f6ln<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Konjunktur zeigt sich in der ersten Jahresh\u00e4lfte 2016 erstaunlich robust. Hierbei hat sich der Au\u00dfenhandel insbesondere im zweiten Quartal als Konjunkturst\u00fctze erwiesen. 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