{"id":4238,"date":"2016-07-19T11:56:09","date_gmt":"2016-07-19T09:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=4238"},"modified":"2016-07-19T11:56:09","modified_gmt":"2016-07-19T09:56:09","slug":"schlau-strom-kaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/schlau-strom-kaufen\/","title":{"rendered":"Schlau Strom kaufen"},"content":{"rendered":"<p class=\"newsitem_lead\">Mit der neuen Online-Anwendung \u201eenergysim\u201c k\u00f6nnen Unternehmen bis zu 34 Prozent Energiekosten sparen. Der Strom-Preisrechner wurde im Rahmen des Projektes \u201eLiving Lab Energy und Environment\u201c mit Beteiligung der Universit\u00e4t Siegen entwickelt.<\/p>\n<p>Metall-Schrott wird im Hochofen bei gro\u00dfer Hitze zu Stahl geschmolzen. In Papierfabriken m\u00fcssen Papierbahnen aufwendig gepresst und entw\u00e4ssert werden, damit glattes Papier entsteht. Prozesse, die enorm viel Energie fressen \u2013 entsprechend hoch sind die Kosten f\u00fcr die Unternehmen. Aber auch Betriebe aus weniger energieintensiven Branchen k\u00f6nnen beim Strom viel Geld sparen. Die im Forschungsprojekt \u201eLiving Lab Energy &amp; Environment\u201c entwickelte Online-Anwendung \u201eenergysim\u201c hilft, den Stromeinkauf zu optimieren. Die Kosten lassen sich so um bis zu einem Drittel senken.<\/p>\n<p>\u201eEnergysim&#8220; verkn\u00fcpft dazu die individuellen Energieverbrauchsdaten mit dem tagesaktuellen Strompreis an der B\u00f6rse. Alles, was ein Unternehmen braucht, um das Programm zu nutzen, ist sein so genanntes Lastprofil. Es kann beim jeweiligen Stromanbieter angefordert werden und zeigt den Stromverbrauch f\u00fcr ein gesamtes Jahr im Viertelstundentakt. \u201eL\u00e4dt man das Lastprofil hoch, bekommt man eine genaue Analyse\u201c, erkl\u00e4rt Nico Castelli, Leiter des Projektes \u201eLiving Lab Energy &amp; Environment&#8220;: \u201eDie Anwendung macht das Lastprofil als Kurve sichtbar und bereitet es auf. Man kann sich zum Beispiel ein typisches Wochen- oder Monatsprofil seines Stromverbrauchs anzeigen lassen.&#8220;<\/p>\n<p>Im zweiten Schritt werden die individuellen Verbrauchsmuster mit tagesaktuellen Daten vom Strommarkt und einer Prognose \u00fcber den Preisverlauf verkn\u00fcpft, erkl\u00e4rt Castelli weiter: \u201eEnergysim errechnet so den ,fairen Strompreis&#8216;. Das ist der Preis, den das jeweilige Unternehmen erzielen k\u00f6nnte, wenn es seinen Strom zu den g\u00fcnstigsten Konditionen selbst an der B\u00f6rse kaufen w\u00fcrde.&#8220; Auch wenn Betriebe den direkten Bezug nicht planen, hat es Sinn, den fairen Strompreis zu kennen, sagt Castelli: \u201eMan kann ihn als Grundlage nehmen, um mit Anbietern zu verhandeln.\u201c Auch vorhandene Stromliefervertr\u00e4ge oder erhaltene Angebote k\u00f6nnen Betriebe von \u201eenergysim&#8220; bewerten lassen. Unternehmen, die den Preisrechner nutzen, sparen im Schnitt 22 Prozent Stromkosten, haben Castelli und sein Team beobachtet \u2013 \u201eund das ohne intern irgendetwas zu ver\u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n<p>Die Forschung im Rahmen des Projektes \u201eLiving Lab Energy &amp; Environment\u201c geht allerdings \u00fcber die Entwicklung der Strompreis-Anwendung hinaus: Gemeinsam mit verschiedenen Unternehmen arbeiten Wissenschaftler*innen der Uni Siegen an einem neuartigen, flexiblen Energiemanagementsystem. Unternehmen sollen damit in die Lage versetzt werden, ihren Energieverbrauch systematisch zu senken. \u201eDas System soll einfach zu bedienen sein und sich flexibel an die Anforderungen unterschiedlicher Betriebe anpassen lassen&#8220;, erkl\u00e4rt Projekt-Leiter Castelli: \u201eDamit das gelingt, forschen wir von Anfang an praxisnah und nutzerorientiert \u2013 also in unseren Living Lab-Unternehmen.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Prototyp des Energiemanagementsystems steht schon. Bis zum Ende des Projektes im M\u00e4rz 2017 wird er zusammen mit den Partnerunternehmen noch evaluiert und weiterentwickelt. Die Online-Anwendung \u201eenergysim\u201c kann dann in das Energiemanagementsystem integriert werden, sie l\u00e4sst sich aber auch unabh\u00e4ngig davon nutzen. Betriebe, die den Preisrechner ausprobieren m\u00f6chten, k\u00f6nnen sich dazu jederzeit unverbindlich \u00fcber den Link <a href=\"https:\/\/energysim.de\" target=\"_blank\">https:\/\/energysim.de<\/a> anmelden. W\u00e4hrend der Projektlaufzeit ist die Anwendung noch kostenfrei. Danach muss die Nutzung aktiv verl\u00e4ngert werden. Der Preis richtet sich dann nach dem jeweiligen Stromverbrauch des Unternehmens.<\/p>\n<p>An dem Projekt \u201eLiving Lab Energy &amp; Environment\u201c beteiligt sind die Lehrst\u00fchle \u201eWirtschaftsinformatik und Neue Medien\u201c, \u201eHuman Computer Interaction&#8220; und \u201eEntrepreneurship und Sustainability&#8220; sowie das Department Mathematik. Als Partner gewonnen werden konnten neben der universit\u00e4ren Ausgr\u00fcndung statmath auch die devolo AG aus Aachen, die Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr sparsame Energie- und Wasserversorgung im VKU (ASEW), die Sparkasse Siegen, die QOSIT Informationstechnik GmbH aus Siegen und das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Informationstechnik. Das NRW-Umweltministerium f\u00f6rdert das Forschungsprojekt mit rund 1,8 Mill. Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der neuen Online-Anwendung \u201eenergysim\u201c k\u00f6nnen Unternehmen bis zu 34 Prozent Energiekosten sparen. 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