{"id":4220,"date":"2016-07-14T10:18:51","date_gmt":"2016-07-14T08:18:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=4220"},"modified":"2016-07-14T10:18:51","modified_gmt":"2016-07-14T08:18:51","slug":"high-tech-stoffe-fuer-industrielle-massenproduktion-nutzbar-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/high-tech-stoffe-fuer-industrielle-massenproduktion-nutzbar-machen\/","title":{"rendered":"High-Tech-Stoffe f\u00fcr industrielle Massenproduktion nutzbar machen"},"content":{"rendered":"<p>Ein Smartphone, das sich zusammenrollen oder falten l\u00e4sst, wie ein Blatt Papier. Was f\u00fcr den Laien ein bisschen nach Harry Potter klingt, k\u00f6nnte es in Zukunft tats\u00e4chlich geben. Eine besondere und noch relativ neue Material-Gruppe macht das m\u00f6glich: 2D-Nanomaterialien sind nur eine Atomlage d\u00fcnn, gleichzeitig aber extrem robust und flexibel. \u201eDiese neue Klasse von Materialien hat sehr spannende elektronische Eigenschaften,\u201c erkl\u00e4rt Prof. Dr. Max Lemme vom Siegener Lehrstuhl f\u00fcr Graphen-basierte Nanotechnologie. \u201eWenn es gelingen w\u00fcrde, mit diesen 2D-Materialien in der Industrie zu fertigen, dann w\u00e4re das eine kleine Revolution. Dann w\u00e4ren ganz neue Dimensionen denkbar.\u201c<\/p>\n<p>Genau daran arbeiten die Wissenschaftler*innen im k\u00fcrzlich gestarteten Projekt \u201eHEA2D\u201c. Neben der Universit\u00e4t Siegen sind daran auch die Universit\u00e4t Duisburg-Essen und verschiedene Unternehmen und Institute beteiligt. Das Ziel ist es, 2D-Nanomaterialien f\u00fcr die industrielle Massenproduktion nutzbar zu machen. Dazu muss zun\u00e4chst eine durchg\u00e4ngige Verarbeitungskette erstellt werden: Von der Material-Gewinnung bis zur fertigen Anwendung. \u201eWir m\u00fcssen lernen, mit den Stoffen umzugehen und sie im Rahmen von Industrieverfahren zu verarbeiten,\u201c sagt Prof. Lemme. \u201eAktuell hakt es noch an vielen Stellen: Zum Beispiel m\u00fcssen wir Wege finden, die Stoffe von einer Oberfl\u00e4che auf eine andere zu \u00fcbertragen.\u201c<\/p>\n<p>Gleichzeitig sollen die Materialien im Rahmen des Projektes an konkreten Anwendungen demonstriert werden. Lemme und sein Team wollen dazu einen Photodetektor entwickeln; also ein elektronisches Bauteil, das Licht in ein elektrisches Signal umwandeln kann. Zum Einsatz kommen Photodetektoren schon in Autospiegeln, die sich selbst dimmen, wenn von hinten das Licht eines anderen Autos einf\u00e4llt. Mit Hilfe der 2D-Nanomaterialien k\u00f6nnten die Bauteile m\u00f6glicherweise deutlich g\u00fcnstiger hergestellt werden und sie w\u00e4ren flexibel, also auf beliebigen Oberfl\u00e4chen einsetzbar.<\/p>\n<p>Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, sagt Lemme: \u201eIm ersten Schritt geht es darum, m\u00f6gliche Nutzungen zu zeigen. Unsere Forschung hat zwar einen konkreten Anwendungsbezug \u2013 vom tats\u00e4chlichen Produkt sind wir aber noch sehr weit entfernt.\u201c Auch die faltbaren Smartphones wird es so bald wohl noch nicht zu kaufen geben: \u201eWir setzen gro\u00dfe Hoffnungen in die neuen 2D-Materialien und arbeiten enthusiastisch daran, sie weiterzuentwickeln. Aber aktuell denken wir da noch sehr im Konjunktiv\u201c, betont Lemme.<\/p>\n<p>Das Projekt \u201eHEA2D\u201c ist auf drei Jahre angelegt. Es handelt sich um ein so genanntes \u201eLeitmarktprojekt\u201c des Landes NRW. Gef\u00f6rdert wird es mit Mitteln des Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung (EFRE). S\u00e4mtliche Projektpartner sitzen in Nordrhein-Westfalen: Neben den Universit\u00e4ten Siegen und Duisburg-Essen geh\u00f6ren dazu auch die Unternehmen AIXTRON und Coatema Coating Machinery GmbH sowie das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Produktionstechnologie und das Kunststoff-Institut L\u00fcdenscheid.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Smartphone, das sich zusammenrollen oder falten l\u00e4sst, wie ein Blatt Papier. 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