{"id":421,"date":"2012-02-24T14:35:50","date_gmt":"2012-02-24T13:35:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=421"},"modified":"2012-02-24T14:35:50","modified_gmt":"2012-02-24T13:35:50","slug":"energie-und-rohstoffpreise-die-groessten-geschaeftsrisiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/energie-und-rohstoffpreise-die-groessten-geschaeftsrisiken\/","title":{"rendered":"Energie- und Rohstoffpreise die gr\u00f6\u00dften Gesch\u00e4ftsrisiken"},"content":{"rendered":"<p>Siegen, 24. Februar 2012. Die gr\u00f6\u00dften Konjunkturrisiken sehen die Unternehmen im IHK-Bezirk Siegen bei der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise. Dar\u00fcber hinaus stellt sich f\u00fcr die Betriebe im Zuge der Energiewende zunehmend die Frage der Versorgungssicherheit. Das sind die Hauptergebnisse der j\u00fcngsten Umfragen der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) und ihrer Dachorganisation Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK).<\/p>\n<p>Insgesamt nennen 57 Prozent aller Unternehmen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko f\u00fcr die weitere wirtschaftliche Entwicklung. In der Industrie und im Baugewerbe sagen das sogar knapp zwei Drittel der regionalen Betriebe. Auf Bundesebene bejahen dies rund die H\u00e4lfte aller Befragten. Auch hier sehen vor allem die Industrie- (64 Prozent) und die Baubetriebe (57 Prozent) in den Preisen f\u00fcr Energie und Rohstoffen nach wie vor die gr\u00f6\u00dften Gefahrenstellen.<\/p>\n<p>\u201eZunehmend wird bei den Betrieben die Sorge gr\u00f6\u00dfer, dass die Politik f\u00fcr die Energiewende immer noch keinen \u00fcberzeugenden Fahrplan hat\u201c kommentiert IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt die Problemlage. Auf Bundesebene bef\u00fcrchten etwa 58 Prozent der Betriebe eine Zunahme von Spannungsschwankungen und Stromausf\u00e4llen. Die Sorge hat ihren Grund: Seit dem Energiemoratorium haben sich die Eingriffe zur Stabilisierung des Stromnetzes mehr als verdoppelt. Dabei war der Winter bis auf Ausnahmen Anfang Februar noch relativ mild. Der eigentliche Lackmustest f\u00fcr die Versorgungssicherheit steht also noch aus. Auch die volle Verf\u00fcgbarkeit von Rohstoffen ist l\u00e4ngst nicht mehr garantiert. Binnen eines Jahres hat sich die Zahl der Betriebe, die Schwierigkeiten bei der Beschaffung sehen, auf Bundesebene von 26 auf 47 Prozent nahezu verdoppelt. Die Gr\u00fcnde: Die Rohstoffnachfrage steigt, zugleich w\u00e4chst die Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen Exportl\u00e4ndern. Als Folge nimmt das unternehmerische Risiko auch hier zu.<\/p>\n<p>\u201eDer Industriestandort Deutschland im Allgemeinen und NRW im Besonderen droht an Attraktivit\u00e4t zu verlieren. Denn die wettbewerbsf\u00e4hige Versorgung mit Energie und Rohstoffen ist f\u00fcr die Industriebetriebe \u00fcberlebenswichtig\u201c betont Mockenhaupt. Auf Bundesebene hat bereits jede f\u00fcnfte Firma aufgrund der unsicheren Versorgungslage Aktivit\u00e4ten ins Ausland verlagert oder plant dieses. Obwohl die Unternehmen die Standortqualit\u00e4t insgesamt noch als gut bewerten. Offenbar werden entscheidende Wettbewerbsfaktoren \u2013 die Verf\u00fcgbarkeit von Rohstoffen und die Energieversorgung \u2013 in anderen L\u00e4ndern inzwischen g\u00fcnstiger eingesch\u00e4tzt. Das ist auch deshalb alarmierend, weil im Umkehrschluss Deutschland f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investitionen an Attraktivit\u00e4t zu verlieren droht. Im IHK-Bezirk geben bislang nur wenige Unternehmen als Grund f\u00fcr Auslandsinvestitionen \u201edie Sicherung von Energie- und Rohstoffbezug\u201c an. Aber die Probleme werden auch hier genau verfolgt.<\/p>\n<p>Die regionalen Industriebetriebe reagieren selbst vorrangig mit anderen Ma\u00dfnahmen auf die steigenden Belastungen: \u00dcber ein Drittel nennt etwa die Erh\u00f6hung der Energie- und Rohstoffeffizienz und 38 Prozent forcieren allgemeine Kosteneinsparungen. Wenn es m\u00f6glich ist, werden die zus\u00e4tzlichen Kosten an den Kunden weitergegeben (49 Prozent). Diese M\u00f6glichkeit haben die Unternehmen wegen starker internationaler Konkurrenz mit hohen Preiswettbewerben aber nicht immer.<\/p>\n<p>\u201eEin erfolgreicher Wirtschaftsstandort braucht verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen\u201c so Mockenhaupt weiter. Aus Sicht der IHK muss vor allem die Politik deswegen mit richtigen Ma\u00dfnahmen gegensteuern:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Erfolg der Energiewende steht und f\u00e4llt mit ihrer europ\u00e4ischen Einbindung. Der grenz\u00fcberschreitende Stromhandel funktioniert zum Beispiel noch unzureichend und muss ausgebaut werden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\u00a0Hauptengpass sind die Stromnetze. Damit ihr Ausbau nicht am Widerstand der B\u00fcrger vor Ort scheitert, muss die Politik die \u00f6ffentliche Akzeptanz erh\u00f6hen und die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Aufbau insgesamt verbessern.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Knapp die H\u00e4lfte des Strompreises besteht aus staatlichen Abgaben. Diese m\u00fcssen sinken.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Bei Metallen und Industriemineralien ist Deutschland in hohem Umfang auf Importe angewiesen. Die Politik muss den freien Zugang zu Rohstoffen gew\u00e4hrleisten. Unfaires Ausnutzen von Marktmacht bei Lieferl\u00e4ndern muss verhindert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ein gutes Beispiel erfolgreicher Rohstoffpolitik ist der Aufbau der Deutschen Rohstoffagentur als Anlaufstelle f\u00fcr den Mittelstand. Eine Rohstoffsteuer ist hingegen der falsche Weg.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siegen, 24. Februar 2012. Die gr\u00f6\u00dften Konjunkturrisiken sehen die Unternehmen im IHK-Bezirk Siegen bei der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise. 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