{"id":4182,"date":"2016-07-08T10:43:15","date_gmt":"2016-07-08T08:43:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=4182"},"modified":"2016-07-08T10:43:15","modified_gmt":"2016-07-08T08:43:15","slug":"gut-gemeint-ist-noch-lange-nicht-gut-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/gut-gemeint-ist-noch-lange-nicht-gut-gemacht\/","title":{"rendered":"Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht"},"content":{"rendered":"<p>Weil die gesetzliche Rente schon bald nicht mehr ausreichen wird, f\u00f6rdert die Politik die private Altersvorsorge. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln (IW) stellt jedoch fest: Weil der Staat nur wenige Produkte unterst\u00fctzt, kommt es zu unn\u00f6tigen Marktverzerrungen. Au\u00dferdem machen einige Regelungen zu Steuern und Sozialabgaben manche Vorsorgeprodukte unrentabel.<\/p>\n<p>ut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht: Seit 2002 f\u00f6rdert der deutsche Staat die private Altersvorsorge \u00fcber die Riester-Rente, andere Vorsorgeformen unterst\u00fctzt er ebenfalls durch Steuererleichterungen oder indem er Sozialabgaben erl\u00e4sst. Die Regelungen sind jedoch komplex und f\u00fcr die Anleger h\u00e4ufig kaum nachzuvollziehen. Noch st\u00e4rker f\u00e4llt die Tatsache ins Gewicht, dass der Staat vor allem nicht-zertifizierte Fondssparpl\u00e4ne und kapitalbasierte Lebensversicherungen mit so hohen Abgaben belegt, dass am Schluss nur wenig f\u00fcr den Anleger \u00fcbrigbleibt: Trotz einer angenommenen Rendite von 3 Prozent pro Jahr bleiben laut IW-Simulation nach 35 Jahren teilweise nur etwas mehr als 45 Prozent des eingezahlten Bruttobeitrags als Rente \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Selbst bei der Riester-Rente sorgen die f\u00e4lligen Sozialabgaben daf\u00fcr, dass sich diese Vorsorge bei einem Jahreseinkommen von 35.000 Euro im Vergleich zur betrieblichen Altersvorsorge weniger lohnt \u2013 lediglich Geringverdiener mit j\u00e4hrlich 18.000 Euro Einkommen machen ein Plus. Doch auch das, kritisiert die Studie, k\u00f6nnte unter anderen Bedingungen noch h\u00f6her ausfallen. Denn solange es nur wenige steuerlich beg\u00fcnstigte Anlageformen gibt, ist die Gefahr gro\u00df, dass Kapital in wenig effiziente Produkte flie\u00dft.<\/p>\n<p>Das IW K\u00f6ln pl\u00e4diert daf\u00fcr, dass der Staat deutlich mehr Produkte f\u00f6rdert und dazu von einer Positiv- in eine Negativauswahl wechselt. K\u00fcnftig sollten also nur jene Produkte benannt werden, die f\u00fcr die Altersvorsorge ungeeignet sind und die deshalb nicht gef\u00f6rdert werden. Die F\u00f6rderung sollte sich allerdings ohnehin darauf beschr\u00e4nken, das entsprechende Kapital nur einmal \u2013 nachgelagert \u2013 zu besteuern. \u201eEine dar\u00fcber hinausgehende Subventionierung ist falsch. Denn sie birgt die Gefahr, dass die Staatsausgaben erh\u00f6ht werden, die Zielgruppe unterm Strich aber nicht wirklich mehr vom eigenen Geld f\u00fcrs Alter zur\u00fccklegt\u201c, erkl\u00e4rt IW-Expertin Susanna Kochsk\u00e4mper.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/presse\/pressemitteilungen\/beitrag\/private-altersvorsorge-weniger-staatseingriff-ist-mehr-292030\" target=\"_blank\">IW, K\u00f6ln<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil die gesetzliche Rente schon bald nicht mehr ausreichen wird, f\u00f6rdert die Politik die private Altersvorsorge. 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