{"id":4129,"date":"2016-06-30T14:25:51","date_gmt":"2016-06-30T12:25:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=4129"},"modified":"2016-06-30T14:27:00","modified_gmt":"2016-06-30T12:27:00","slug":"industrie-im-siegener-kernraum-macht-sorgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/industrie-im-siegener-kernraum-macht-sorgen\/","title":{"rendered":"Industrie im Siegener Kernraum macht Sorgen"},"content":{"rendered":"<p>\u201e\u00dcber alle Unternehmen hinweg werden sowohl die aktuelle Gesch\u00e4ftslage also auch die Erwartungen f\u00fcr die kommenden Monate ung\u00fcnstiger eingestuft als zu Jahresbeginn. Der Konjunkturklimaindex f\u00e4llt von 117 auf 112 Punkte. Das ist zwar keine Katastrophe. Auch vollzieht sich der R\u00fcckgang von hohem Niveau aus. Dennoch f\u00fchlt sich eine beschwingte Konjunktur anders an.\u201c Mit diesen Worten fasste IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Siegener Kammer zusammen, an der sich rund 250 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten. Dabei verfestigen sich die gespaltenen Einsch\u00e4tzungen der wirtschaftlichen Lage zusehends. Den Unternehmen in Olpe und Wittgenstein geht es verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut, insbesondere die Industrieunternehmen im Kernraum des Siegerlandes sehen sich derzeit jedoch erheblichen Turbulenzen ausgesetzt, erg\u00e4nzt IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201e\u00dcberkapazit\u00e4ten auf den Stahlm\u00e4rkten, die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, ein nach wie vor zu niedriger \u00d6lpreis, Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse und die Digitalisierung. An Herausforderungen mangelt es der heimischen Wirtschaft derzeit wahrlich nicht. Und jetzt auch noch der Brexit. Da macht ein leichter Tritt auf die Euphoriebremse durchaus Sinn.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber alle Branchen hinweg erwarte die IHK zwar in den kommenden Monaten nach wie vor eine robuste wirtschaftliche Lage. Dabei sei jedoch zu beachten, dass sich die r\u00fcckl\u00e4ufigen Erwartungen im Kreis Olpe auf deutlich h\u00f6herem Niveau vollz\u00f6gen als in Siegen-Wittgenstein. Im industriellen Kernraum des Siegerlandes rechne man kurzfristig nicht mit einer durchgreifenden Verbesserung, sondern gehe bestenfalls von einer \u201eSeitw\u00e4rtsbewegung\u201c aus.<\/p>\n<p>Knapp ein Drittel aller Unternehmen geben derzeit eine gute Lage an, vor einem halben Jahr waren es noch 38 Prozent. 13 Prozent sch\u00e4tzen ihre Situation als schlecht ein. Fast ein F\u00fcnftel der Betriebe erwartet k\u00fcnftig Steigerungen. Anfang des Jahres sagten das 26 Prozent. 14 Prozent blicken skeptisch nach vorne. In der Industrie werden zwar insgesamt passable Auslastungen registriert. Aber nicht \u00fcberall. Unter dem Strich lassen die regionalen Industrieums\u00e4tze zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Das gilt insbesondere f\u00fcr den Siegener Kernraum mit seinen Schwergewichten nahe an Eisen und Stahl, so Felix G. Hensel: \u201eDie Industrieums\u00e4tze in Olpe bewegen sich ziemlich exakt auf Vorjahresniveau, in Siegen-Wittgenstein sind sie in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 um 9,3 Prozent gefallen. Dies bietet wahrlich keinen Grund zum Jubeln. Das sp\u00fcren auch die produktionsnahen Gro\u00dfh\u00e4ndler in der Region. Besser sieht es jedoch beim Bau, im Einzelhandel und bei den Dienstleistungen aus.\u201c<\/p>\n<p>Positive Konjunkturimpulse gehen derzeit eher vom Konsum und der Binnennachfrage aus als vom Export. Nach wie vor niedrige \u00d6l- und Benzinpreise, die Preisstabilit\u00e4t sowie die historisch niedrigen Zinsen wirken zudem stimulierend. Sorgen bereiten den Firmen nach wie vor die geopolitischen Krisen und die insgesamt schw\u00e4chelnde Weltwirtschaft. Die Brexit-Entscheidung intensiviert die gegebenen Unsicherheiten noch. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eGefragt nach den Auslandsregionen mit fallenden Exporttendenzen, nennen 64 Prozent der Betriebe vor allem Russland und Ukraine, gefolgt vom nahen Osten mit 32 Prozent. Das f\u00fcr viele unserer Industriebetriebe wichtige Russlandgesch\u00e4ft ist durch die politischen Spannungen, die dortige Rezession und den schwachen Rubel in diesem Jahr weiter eingebrochen.\u201c<\/p>\n<p>Differenzierter ist die Situation auf den chinesischen M\u00e4rkten zu beurteilen, betont IHK-Referatsleiter Stephan J\u00e4ger: \u201eDie H\u00e4lfte der nach China exportierenden Firmen wuchs dort zwar in den vergangenen Jahren, aber mehr als ein Viertel meldet auch Einbu\u00dfen.\u201c Im Saldo positiver wird der zur\u00fcckliegende Export in die EU und nach Nordamerika eingesch\u00e4tzt. Hier erhoffen sich die Betriebe auch k\u00fcnftig gute Exportchancen. Im geringeren Ma\u00dfe gilt das ebenso f\u00fcr den Iran.<\/p>\n<p><u>Zu den Ergebnissen im Einzelnen:<\/u><\/p>\n<p>Fast jeder dritte Industriebetrieb beschreibt seine Lage als gut, 17 Prozent als schlecht. Knapp jeder Zweite ist zu \u00fcber 85 Prozent ausgelastet. Die Auftragseing\u00e4nge werden zwar besser eingestuft als zum Jahresanfang, allerdings gibt es weiter relativ viele Firmen mit fallenden Tendenzen. Die regionalen Industrieums\u00e4tze in den beiden Kreisen gingen bis April 2016 gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent zur\u00fcck. Vor allem die Branchen nahe an Eisen und Stahl verzeichneten Einbu\u00dfen. Die Gesch\u00e4fte der Automobilzulieferer laufen deutlich besser. Unter dem Strich blickt die gesamte Industrie der Region vorsichtiger nach vorne als zu Jahresbeginn: Nur 17 Prozent der Firmen erwarten Steigerungen, genauso viele bef\u00fcrchten R\u00fcckg\u00e4nge. Immerhin zwei Drittel sehen einen stabilen Verlauf.<\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der Bauunternehmen meldet eine gute Lage. Zwei Drittel sind zu \u00fcber 85 Prozent ausgelastet. Der regionale Bauumsatz im ersten Quartal 2016 ist gegen\u00fcber dem guten Vorjahresergebnis noch einmal um ein Prozent gestiegen. Im gewerblichen Hochbau gab es ein Plus von 12,3 Prozent. Wegen des milden Winters kam es zu vielen Vorzieheffekten. Auf weitere Zuw\u00e4chse setzen daher nur noch elf Prozent der Baubetriebe, ebenso viele erwarten einen ung\u00fcnstigeren Verlauf. Drei Viertel bauen auf anhaltend gute Gesch\u00e4fte.<\/p>\n<p>\u00dcber ein Drittel der Einzelh\u00e4ndler sch\u00e4tzt die Lage als gut ein, nur neun Prozent als schlecht. Der Gro\u00dfteil der Betriebe meldet saison\u00fcbliche bis kauffreudige Kundennachfrage. Fast ein Drittel registriert zwar Kaufzur\u00fcckhaltung, das ist aber deutlich weniger als in den vorangegangenen Umfragen. Der Konsum wird weiter durch hohe Besch\u00e4ftigung, steigende L\u00f6hne, niedrige \u00d6l- und Benzinpreise und geringe Zinsen angekurbelt. Fast ein Viertel der Einzelhandelsbetriebe setzt auf Zuw\u00e4chse, nur zw\u00f6lf Prozent f\u00fcrchten Einbu\u00dfen.<\/p>\n<p>23 Prozent der Gro\u00dfh\u00e4ndler verzeichnen eine gute Lage. Das sagte vor sechs Monaten noch fast die H\u00e4lfte der Branche. Vor allem die vielen produktionsnahen Betriebe sp\u00fcren die gestiegene Vorsicht in der Industrie. Zwar erwartet knapp ein Drittel der Gro\u00dfh\u00e4ndler k\u00fcnftig Steigerungen, ein F\u00fcnftel sieht aber auch R\u00fcckg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Mehr als jeder dritte Dienstleister stuft die Lage \u201egut\u201c ein, nur f\u00fcnf Prozent \u201eschlecht\u201c. Auf weitere Steigerungen setzen zwar \u201enur\u201c noch 14 Prozent der Betriebe, aber mehr als 80 Prozent erwarten gleich bleibend ausk\u00f6mmliche Gesch\u00e4fte. Nur Wenige sind skeptisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e\u00dcber alle Unternehmen hinweg werden sowohl die aktuelle Gesch\u00e4ftslage also auch die Erwartungen f\u00fcr die kommenden Monate ung\u00fcnstiger eingestuft als zu Jahresbeginn. Der Konjunkturklimaindex f\u00e4llt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3235,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4129","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/02_wiretube.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4129"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4130,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4129\/revisions\/4130"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3235"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}