{"id":4063,"date":"2016-06-23T15:35:24","date_gmt":"2016-06-23T13:35:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=4063"},"modified":"2016-06-24T09:56:24","modified_gmt":"2016-06-24T07:56:24","slug":"die-industrie-bleibt-fuer-den-wohlstand-in-nrw-elementar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/die-industrie-bleibt-fuer-den-wohlstand-in-nrw-elementar\/","title":{"rendered":"Die Industrie bleibt f\u00fcr den Wohlstand in NRW elementar"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEs gibt nur zwei Industrieregionen in NRW, mit denen wir auf Auslandsreisen besonders werben, n\u00e4mlich Ostwestfalen und S\u00fcdwestfalen!\u201c Dieses dicke Lob hatte sich Garrelt Duin, Minister f\u00fcr Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW, bei seinem Vortrag auf der gestrigen Unternehmertagung 2016 in der Stadthalle Olpe bis zum Schluss aufgespart. Den Grund f\u00fcr den Erfolg in diesen Regionen sieht er vor allem in der mittelst\u00e4ndischen Unternehmensstruktur und im engen Miteinander der Sozialpartner begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der Minister hatte sich zwar vorgenommen, zum Thema \u201eNRW \u2013 Heimat von Wirtschaft und Arbeit 4.0\u201c zu sprechen, sah sich aber gen\u00f6tigt etwas weiter auszuholen, da der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes f\u00fcr den Kreis Olpe e.V., Dipl.-Ing. Siegfried Koepp, bei seiner Begr\u00fc\u00dfung insbesondere die Infrastruktur in NRW deutlich kritisiert hatte. NRW habe bei Stra\u00dfen und Br\u00fccken einen deutlich h\u00f6heren Sanierungsbedarf als der Bundesdurchschnitt, betonte Koepp. Da beh\u00f6rdliche Planungskapazit\u00e4ten fehlten, habe man in NRW aber Mittel des Bundes f\u00fcr den Stra\u00dfenbau gar nicht ausgeben k\u00f6nnen. Die Infrastruktur sei \u201e&#8230; eine der gr\u00f6\u00dften Baustellen, die wir haben\u201c, gab der Minister unumwunden zu. Den Fehler der Landesregierung, mehr in Bildung statt in Beton zu investieren, habe man aber inzwischen \u201em\u00fchsam korrigiert\u201c und die Planungsbeh\u00f6rden aufgestockt. Dar\u00fcber hinaus habe die gemeinsame Kraftanstrengung vieler NRW-Politiker dazu gef\u00fchrt, dass im neuen Bundesverkehrswegeplan beachtliche 37 Prozent der Schl\u00fcsselzuweisungen f\u00fcr NRW reserviert w\u00e4ren. Viel mehr Geld f\u00fcr die Infrastruktur sei aber auch mit viel mehr Baustellen in den n\u00e4chsten Jahren im Land verbunden, warnte der Minister.<\/p>\n<p>Siegfried Koepp hatte bei seiner Begr\u00fc\u00dfung bereits viele andere Themen angesprochen. Es gingen Risse durch die deutsche Gesellschaft, ausgel\u00f6st u.a. durch die sich versch\u00e4rfende Phase internationaler Konkurrenz, konstatierte er. Ein Beispiel w\u00e4ren die drastischen Ver\u00e4nderungen in der Stahlindustrie, wo inzwischen China mit kr\u00e4ftiger staatlicher Unterst\u00fctzung den Ton angebe. In den 70er Jahren sei die Arbeitswelt generell noch in Ordnung gewesen. Heute bestimmten Ungewissheit und Angst die Diskussion. Andererseits h\u00e4tten viele j\u00fcngere Menschen andere Lebenspl\u00e4ne bei der Verteilung ihrer Lebensarbeitszeit. Darauf h\u00e4tte sich die Wirtschaft einzustellen. Zudem ginge der Strukturwandel weiter in Richtung Dienstleistungsbereiche. Durch die \u00dcberalterung der Gesellschaft sei die Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme gef\u00e4hrdet. Und die Nullzinspolitik der EZB sei ein \u201eIrrsinn\u201c. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrden sich die Rahmenbedingungen f\u00fcr das Wirtschaften generell negativ entwickeln, betonte Koepp unter Hinweis auf die Stichworte Mindestlohn, Zeitarbeit und Werkvertr\u00e4ge. Eine weitere Einmischung der Politik sei hier nicht n\u00f6tig, generell sollte man dies den Tarifvertragsparteien \u00fcberlassen, betonte Koepp. Auch auf das Thema Arbeit 4.0 ging der Verbandsvorsitzende ausf\u00fchrlich ein und beschrieb die drastischen Ver\u00e4nderungen, die Unternehmen wie Mitarbeiter zu erwarten h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Auf die angedeutete Bef\u00fcrchtung von Koepp, dass das politische System in Deutschland in die Knie gehen k\u00f6nnte, gab es Widerspruch von \u00a0Minister Duin. 2016 verzeichne \u00a0man den h\u00f6chsten Bestand an Besch\u00e4ftigung in Deutschland seit 1990. Es habe noch nie so wenig Insolvenzen im Land gegeben und noch nie so viele Menschen, die nach der Schule eine Universit\u00e4t besuchten. Zwar h\u00e4tten andere L\u00e4ndern einzelne Vorteile, an denen sich Deutschland orientieren sollte.\u00a0 Aber da, wo die Summe der Vorteile in politischer, sozialer und \u00f6konomischer Sicht zusammen komme, sei Deutschland an der Spitze.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Ministerrede standen aber seine k\u00fcrzlich vorgestellten industriepolitischen Leitlinien, die im Dialog mit den Sozialpartnern entwickelt und erst in einem gemeinsamen Prozess auf Regionalkonferenzen weiter diskutiert werden, bevor sie dann im Kabinett landen. Eine Kernbotschaft sei etwa die, dass die Industrie f\u00fcr den Wohlstand in NRW elementar sei. \u201eDas gesellschaftliche Bewusstsein dar\u00fcber ist leider nicht mehr vorhanden\u201c, betonte Duin. Auch in den Medien verbinde man Industrie immer noch mit Klischeebildern wie rauchende Schornsteine. Die gesellschaftliche Akzeptanz und der Wert von Industrie und insbesondere des Mittelstandes m\u00fcsse im \u00f6ffentlichen Bewusstsein wieder geweckt werden. Die Breite des industriellen Mittelstandes in Deutschland und NRW sei einzigartig in Europa und habe daf\u00fcr gesorgt, dass die letzte gro\u00dfe Wirtschaftskrise relativ gut und schnell gemeistert werden konnte. Die duale Ausbildung sei ein Markenzeichen und gebe es nur noch in \u00d6sterreich. Und das Meistersystem im Handwerk sei keine Zugangsbeschr\u00e4nkung, wie das wohl teilweise in der EU-Kommission gesehen wird, sondern schaffe Qualit\u00e4t f\u00fcr den Kunden und im Ausbildungssystem.<\/p>\n<p>In den Leitlinien seines Ministeriums tauchen neben der bereits erw\u00e4hnten Infrastruktur auch noch die Themen Energie und Digitalisierung auf. Es gelte, \u00fcber die Reform des EEG-Gesetzes die energieintensiven Unternehmen mit ihren 220.000 Arbeitspl\u00e4tzen im Land zu entlasten, um einen wichtigen Baustein der industriellen Wertsch\u00f6pfungskette zu behalten. Duin warnte die Unternehmer in Olpe nachdr\u00fccklich davor, das Thema Industrie 4.0 zu untersch\u00e4tzen. \u201eAlles was digitalisiert werden kann,\u00a0 wird digitalisiert werden\u201c. Was im Handel schon sichtbar w\u00e4re, w\u00fcrde auch den industriellen Mittelstand nicht unbeeinflusst lassen. Die Kundenbeziehungen sowie die Produktion\u00a0 und damit auch die Arbeitspl\u00e4tze w\u00fcrden sich dadurch radikal \u00e4ndern. Eine Konsequenz daraus lautet: Auch die Politik werde das Thema offensiver angehen. Wobei es hier bereits Erfolge gibt, so Duin: Erste Kompetenzzentren Mittelstand 4.0 sind gebildet worden, am Hochschulstandort Siegen ist zum Beispiel ein weiteres geplant.\u00a0 Auch das schnelle Internet, wo Duin NRW als Vorreiter im Deutschland sieht, wird weiter ausgebaut werden. Gewerbegebiete sollen beim Ausbau mit \u00a0Glasfaserleitungen (Breitband) Vorrang haben. Duins Versprechen in Olpe klang so: \u201eIn zwei Jahren haben wir 50 MBit\/s fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig im ganzen Land.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs gibt nur zwei Industrieregionen in NRW, mit denen wir auf Auslandsreisen besonders werben, n\u00e4mlich Ostwestfalen und S\u00fcdwestfalen!\u201c Dieses dicke Lob hatte sich Garrelt Duin,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4064,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1,11],"tags":[],"class_list":["post-4063","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Unternehmertagung-2016_3262.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4063","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4063"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4063\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4065,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4063\/revisions\/4065"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4064"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4063"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4063"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4063"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}