{"id":396,"date":"2012-02-03T13:40:11","date_gmt":"2012-02-03T12:40:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=396"},"modified":"2012-02-03T14:34:55","modified_gmt":"2012-02-03T13:34:55","slug":"regionale-wirtschaft-trotzt-den-krisenankuendigungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/regionale-wirtschaft-trotzt-den-krisenankuendigungen\/","title":{"rendered":"Regionale Wirtschaft trotzt den Krisenank\u00fcndigungen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/konjunktur20121.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-405\" title=\"konjunktur2012\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/konjunktur20121.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"186\" \/><\/a>Siegen, 3. Februar 2012. Nicht ganz \u00fcberraschend hat sich das Konjunkturklima in der regionalen Wirtschaft am Jahresbeginn 2012 wieder leicht verbessert. Das liegt neben der weiter guten Lagebeurteilung auch an den in fast allen Wirtschaftszweigen wieder besser gewordenen Erwartungen. Allen Krisenank\u00fcndigungen zum Trotz. Alles spricht daf\u00fcr, dass die heimische Wirtschaft noch ganz robust den Krisenank\u00fcndigungen widersteht\u201c, so kommentiert IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt die Ergebnisse der j\u00fcngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), an der sich \u00fcber 600 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligt haben.<\/p>\n<p>19 Prozent aller Unternehmen erwarten in den kommenden Monaten eine g\u00fcnstigere Entwicklung, nur 15 Prozent eine schlechte. Ihre aktuelle Lage sch\u00e4tzen die Betriebe erneut besser ein: Knapp 41 Prozent der Firmen beurteilen die Lage als gut, nur 10 Prozent urteilen \u201eschlecht\u201c. Gegen\u00fcber der Erhebung vom August ist dies eine Verbesserung.<\/p>\n<p>\u201eDass bei den Unternehmen ein hohes Potenzial an Verunsicherung besteht, zeigt allerdings die hohe Diskrepanz zwischen Lageeinsch\u00e4tzung und Erwartungen. Grund daf\u00fcr sind die vielen Krisensignale, die eine Abschw\u00e4chung der Konjunktur ank\u00fcndigen, die anhaltende Schuldenproblematik in Europa und auch die Unw\u00e4gbarkeiten, die mit der Energiewende besonders f\u00fcr die Industrieunternehmen verbunden sind. Ganz ohne Risiko ist deshalb die weitere Entwicklung nicht\u201c, so IHK-Chef Mockenhaupt.<\/p>\n<p>In allen Wirtschaftszweigen bewegt sich die Lageeinsch\u00e4tzung auf hohem Niveau. In der Industrie, bei den Dienstleistern und im Einzelhandel hat sie sich weiter verbessert. Nur im Gro\u00dfhandel und bei den Bauunternehmen f\u00e4llt die Beurteilung der aktuellen Lage etwas schlechter aus, allerdings ausgehend von einem sehr hohen Niveau. Bis auf die Bauunternehmen sind die \u00fcbrigen Wirtschaftsbereiche \u2013 Industrie, Einzelhandel, Gro\u00dfhandel und Dienstleistungsbereich \u2013 f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate wieder optimistischer gestimmt. Im Ergebnis ist der Konjunkturklimaindex als Zusammenfassung von Lageeinsch\u00e4tzungen und Erwartungen gegen\u00fcber September 2011 von 112 auf 117 Punkte gestiegen. Er liegt damit nur wenig unter dem Niveau des letzten H\u00f6chststandes von 123 Punkten im Januar 2011.<\/p>\n<p>Der regionale Industrieumsatz legte bis November um 15 Prozent zu. Damit ist der Anschluss an das Boomjahr 2008 geschafft. Noch liegt das Jahresendergebnis f\u00fcr 2011 nicht vor. Aber die 16 Milliarden Euro-Grenze des Industrieumsatzes k\u00f6nnte 2011 erstmals \u00fcberschritten werden. Die Produktionsauslastung ist weiter hoch. Viele Firmen sind f\u00fcr die kommenden Monate gut besch\u00e4ftigt. Die Auftragseing\u00e4nge entwickeln sich nicht mehr so dynamisch wie vor einem Jahr. Besonders das Auslandsgesch\u00e4ft l\u00e4uft in ruhigeren Bahnen. Unter dem Strich haben sich die Auftragseing\u00e4nge aber auf dem zuletzt erreichten Niveau stabilisiert. Die Investitionsneigung hat zwar nachgelassen, aber trotzdem wollen \u00fcber ein Viertel der Firmen im Inland ihre Investitionen ausweiten anstatt sie zu reduzieren (14 Prozent).<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Konjunkturrisiken sehen die Industriebetriebe bei der Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise. Zunehmend gr\u00f6\u00dfer wird die Sorge, dass mit der Energiewende, f\u00fcr die viele Unternehmer immer noch einen \u00fcberzeugenden Fahrplan vermissen, die bisherige Versorgungssicherheit nicht mehr gew\u00e4hrleistet ist.<\/p>\n<p>Die Unw\u00e4gbarkeiten f\u00fcr den Export sch\u00e4tzen die Industrieunternehmen geringer ein als f\u00fcr die Inlandsnachfrage. Die Konjunktur in den anderen EU-Kernl\u00e4ndern tr\u00fcbt zwar die Aussichten. Doch den Exportunternehmen bietet vor allem Asien mit China an der Spitze noch Wachstumspotenzial, auch wenn die Dynamik dort nachl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Vor den anstehenden Tarifrunden mahnen die Unternehmen vor \u00dcbermut. Die starke Wettbewerbsposition der deutschen Wirtschaft auf den Weltm\u00e4rkten ist im Wesentlichen auf die in den letzten Jahren nur moderat gestiegenen Arbeitskosten zur\u00fcckzuf\u00fchren. \u00dcbertriebene \u201eNachhol-Forderungen\u201c, die ja auch gelegentlich von ausl\u00e4ndischer Seite an die deutsche Wirtschaft gerichtet werden, w\u00fcrden diesen wichtigen Wettbewerbsvorteil zunichte machen und letztlich negativen Einfluss auf den Arbeitsmarkt haben. Deswegen muss die Lohnentwicklung weiter so ma\u00df- und verantwortungsvoll verlaufen wie bisher. Die Fortschritte des \u201eGerman Jobwunder\u201c d\u00fcrfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.<\/p>\n<p>Der Einzelhandel beurteilt das Kaufverhalten der Kunden zum Jahresbeginn etwas besser als im Herbst 2011. Das Weihnachtsgesch\u00e4ft hat nach einem schleppenden Start noch einen ordentlichen Endspurt hingelegt. Winterware lief wegen des milden Winterwetters jedoch nicht so gut. Die positive Arbeitsmarkentwicklung unterst\u00fctzt insgesamt die Konsumstimmung. Die EU-Schuldenkrise verunsichert die Verbraucher nicht mehr in dem Ma\u00dfe wie zuvor. Langfristige Konsumg\u00fcter erfahren dadurch sogar eher einen Schub. An gro\u00dfe Spr\u00fcnge in naher Zukunft glaubt der Einzelhandel zwar nicht, aber die Mehrheit von 82 Prozent setzt auf eine stabile bis bessere Entwicklung. Nur 18 Prozent sehen R\u00fcckg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Die Bilanz f\u00fcr den regionalen Arbeitsmarkt im Jahr 2011 ist positiv. Bis auf saisonale Schwankungen hat er sich kontinuierlich gut entwickelt. Mit 5,4 Prozent liegt die Arbeitslosenquote im Januar 2012 um 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. \u00dcber das Jahr 2011 hinweg waren rund 2400 weniger Arbeitslose zu verzeichnen als in 2010. Allein in den gr\u00f6\u00dferen Industriebetrieben der Region sind rund 1400 Arbeitspl\u00e4tze entstanden. Gegen\u00fcber dem Herbst 2011 ist die Einstellungsneigung wieder gestiegen: 22 Prozent aller Betriebe m\u00f6chten neue Mitarbeiter einstellen, nur 7 Prozent Stellen abbauen. Die Sicherung des Fachkr\u00e4ftebedarfs ist im Zuge des demografischen Wandels damit weiter eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Firmen.<\/p>\n<p>Insgesamt erwartet die regionale Wirtschaft f\u00fcr 2012 eine sp\u00fcrbar ruhigere Gangart der Konjunktur und bleibt vor allem wegen der ungel\u00f6sten EU-Schuldenkrise vorsichtig. Einen Absturz erwartet sie aber nicht. Die Betriebe gehen selbstbewusst ins neue Jahr und lassen sich von den pessimistischen Prognosen nicht verunsichern. Sie sind gut aufgestellt und gegen die Konjunkturrisiken besser gewappnet als vor der Krise 2009. Sie vertrauen wieder mehr auf ihre eigene St\u00e4rke und auf die relativ robusten Gesch\u00e4fte. Die positive Arbeitsmarktentwicklung in Verbindung mit dem stabilen Konsum st\u00fctzt die Konjunktur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siegen, 3. Februar 2012. Nicht ganz \u00fcberraschend hat sich das Konjunkturklima in der regionalen Wirtschaft am Jahresbeginn 2012 wieder leicht verbessert. 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