{"id":3864,"date":"2016-05-30T09:07:07","date_gmt":"2016-05-30T07:07:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3864"},"modified":"2016-05-30T09:07:35","modified_gmt":"2016-05-30T07:07:35","slug":"wirtschaftsbeziehungen-standen-im-mittelpunkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wirtschaftsbeziehungen-standen-im-mittelpunkt\/","title":{"rendered":"Wirtschaftsbeziehungen standen im Mittelpunkt"},"content":{"rendered":"<p>Die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA standen im Mittelpunkt der Fr\u00fchjahrssitzung des Au\u00dfenwirtschaftsausschusses der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). Gastgeberin war die Krah- Unternehmensgruppe in Drolshagen, die heute weltweit circa 1900 Menschen besch\u00e4ftigt. Gast war der amerikanische Generalkonsul Michael Keller, der seit August 2015 das D\u00fcsseldorfer Generalkonsulat leitet. Die gemeinsamen Themen: Investitionen in den USA, der Abschluss eines transatlantischen Handels- und Investitionsabkommens, TTIP, sowie die Entwicklung der Beziehungen der USA zu Europa und zu anderen Wirtschaftsr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Wird die Industrie in den USA wieder ein gr\u00f6\u00dferes Gewicht bekommen? Michael Keller beantwortete die Frage des Ausschussvorsitzenden Rainer Dango diplomatisch: Investiert werde dort, wo es am g\u00fcnstigsten sei. Man m\u00fcsse nicht alles selbst machen. In immer mehr Bereichen entscheide die Geschwindigkeit, mit der die Kunden bedient werden k\u00f6nnten. Im \u00dcbrigen m\u00fcsse die Qualit\u00e4t stimmen. Die USA seien ein Land mit niedrigen Energiepreisen, aber vergleichsweise hohen L\u00f6hnen und hohen Standards, etwa im Umweltbereich. Auch bei den Steuern und Abgaben gebe es kosteng\u00fcnstigere Standorte. Gleichwohl, so der Generalkonsul, lohne es sich f\u00fcr viele Unternehmen, \u00fcber eine Niederlassung in seinem Land nachzudenken.<\/p>\n<p>Dies best\u00e4tigten anwesende Unternehmer: Markus Simon, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Fahrwerkspezialisten Heinrich Eibach GmbH aus Finnentrop, die auch im US-Bundesstaat Kalifornien produziert: \u201eZwar sind dort die L\u00f6hne und die Umweltauflagen hoch, die US-Produktion lohnt sich aber dennoch, weil unsere Produkte rasch verf\u00fcgbar sein m\u00fcssen. Au\u00dferdem k\u00f6nnen wir von unserem USA-Standort aus auch die anderen L\u00e4nder des NAFTA-Freihandelsabkommens, n\u00e4mlich Kanada und Mexiko, bedienen.\u201c Sein Unternehmen hat in den USA einen deutschen Produktionsleiter, aber ein amerikanisches Management.<\/p>\n<p>Ebenfalls in den USA produziert ein Tochterunternehmen der BSW Berleburger Schaumstoffwerk GmbH, Bad Berleburg. Der in Pennsylvania ans\u00e4ssige Betrieb hat sich ganz auf die \u201ebesonders hohen Anspr\u00fcche der Kunden und den in den USA eher starken Wettbewerb\u201c eingestellt, so Ausschussmitglied Ulf P\u00f6ppel. Zwei Schl\u00fcsselpositionen seien mit Deutschen besetzt. Probleme mit der Qualifikation der Mitarbeiter gebe es nicht.<\/p>\n<p>Viele weitere heimische Unternehmen unterhalten in den USA ebenfalls Service- und Vertriebsb\u00fcros. \u201eMan \u00fcbersieht aber rasch die Gr\u00f6\u00dfe des Landes und die damit verbundenen Herausforderungen\u201c, so der Vorsitzende des Au\u00dfenwirtschaftsausschusses, Rainer Dango, aus der Dango &amp; Dienenthal &#8211; Unternehmensgruppe, die in Ohio \u00fcber einen eigenen Service- und Montagebetrieb verf\u00fcgt. Die USA m\u00f6chten mit ihrer Initiative &#8222;Select USA&#8220; weitere ausl\u00e4ndische Investoren f\u00fcr ihr Land gewinnen. \u201eSie k\u00f6nnen sich jederzeit an mein Konsulat und an mich pers\u00f6nlich wenden, wenn Sie weitere Informationen und Hilfe ben\u00f6tigen\u201c, so Michael Keller.<\/p>\n<p>Wird das transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen TTIP noch rechtzeitig vor dem Ausscheiden von US-Pr\u00e4sident Barack Obama zustande kommen? Nicht nur im Au\u00dfenwirtschaftsausschuss, sondern auch bei Generalkonsul Michael Keller \u00fcberwiegt die Skepsis. \u201eDie Zeit wird knapp\u201c, so Michael Keller. Die Sorge geht so weit, dass selbst bei einem rechtzeitigen Abschluss der Verhandlungen die Ratifizierung, also die Unterzeichnung des Abkommens durch die beteiligten Partner, diesseits und jenseits des Atlantiks auf &#8222;die lange Bank&#8220; geschoben oder gar ganz vereitelt werden k\u00f6nnte. Denn nicht nur in Europa gibt es heftige Diskussionen, auch in den USA gibt es Widerstand, der nicht erwarten l\u00e4sst, dass der n\u00e4chste Pr\u00e4sident, weder Hillary Clinton, noch Bernie Sanders oder Donald Trump, das Dokument rasch in Kraft setzen werden. Damit droht ein Projekt zu scheitern, mit dem sich die L\u00e4nder der Europ\u00e4ischen Union gemeinsam mit den USA einen gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf die strategischen Weichenstellungen im internationalen Waren- und Leistungsaustausch h\u00e4tten sichern k\u00f6nnen, so der Generalkonsul: \u201eDas ist zu bedauern, denn es gibt in vielen Grundwerten eine bemerkenswert gro\u00dfe \u00dcbereinstimmung zwischen den USA und ihren europ\u00e4ischen Partnern.\u201c<\/p>\n<p>Christian Hermann, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Krah-Gruppe, pr\u00e4sentierte die Entwicklung des Unternehmensverbundes und erm\u00f6glichte den Teilnehmern der Ausschusssitzung einen Einblick in die Produktion am Standort Drolshagen. Hauptprodukt sind Widerst\u00e4nde f\u00fcr den Automotive- und den Industriebereich. Deshalb hat das Unternehmen &#8222;Freude am Widerstand&#8220;, so der Unternehmensleitsatz. Weitere Produkte kommen hinzu, etwa Kabelaufroller f\u00fcr Staubsauger und andere Anwendungen.<\/p>\n<p>Das Unternehmen Krah wurde 1970 von Theodor Hermann, gemeinsam mit einem Studienfreund mit circa 20 Mitarbeitern aus einem laufenden Betrieb ausgegr\u00fcndet. Heute hat das Unternehmen im Inland knapp 270 Besch\u00e4ftigte. Das ist nur noch ein Anteil von 15 Prozent aller weltweit Besch\u00e4ftigten. Die Gruppe hat au\u00dferhalb Deutschlands heute eigene Betriebe in Brasilien, China, Indien und Slowenien. Sie setzt weltweit circa 150 Millionen Euro um.<\/p>\n<p>Dem Au\u00dfenwirtschaftsausschuss der IHK geh\u00f6ren knapp 50 Vertreterinnen und Vertreter heimischer Unternehmen an, die durch das IHK-Pr\u00e4sidium f\u00fcr jeweils 2 Jahre in das Gremium berufen werden, um die Arbeit der IHK in Au\u00dfenwirtschaftsfragen zu begleiten und zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA standen im Mittelpunkt der Fr\u00fchjahrssitzung des Au\u00dfenwirtschaftsausschusses der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). 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