{"id":3845,"date":"2016-05-24T15:22:36","date_gmt":"2016-05-24T13:22:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3845"},"modified":"2016-05-24T15:22:36","modified_gmt":"2016-05-24T13:22:36","slug":"integrationswerkstatt-fuer-fluechtlinge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/integrationswerkstatt-fuer-fluechtlinge\/","title":{"rendered":"Integrationswerkstatt f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge"},"content":{"rendered":"<p>Die vielen Menschen, die als Fl\u00fcchtlinge und Asylsuchende nach Deutschland kommen, stellen unser Land vor eine gro\u00dfe gesellschaftliche Herausforderung. Kurzfristig geht es darum, ihnen einen sicheren Zufluchtsort zu gew\u00e4hren und eine \u00a0Entscheidung ihrer Asylantr\u00e4ge sicherzustellen.<\/p>\n<p>Die wichtigere, weil l\u00e4ngerfristige politische Herausforderung dieser Fl\u00fcchtlingskrise ist ebenso klar: Wir m\u00fcssen heute die Voraussetzungen daf\u00fcr schaffen, dass die Menschen, die in Deutschland eine dauerhafte Bleibeperspektive haben, nachhaltig integriert werden. Der Erwerb der deutschen Sprache, der Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeit sind die zentralen Felder, in denen sich die Integrationspolitik zu bew\u00e4hren hat.<\/p>\n<p>Hier setzt die Integrationswerkstatt f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge in\u00a0Wittgenstein an, eine zertifizierte Weiterbildungsma\u00dfnahme, die seit April im Bildungszentrum Wittgenstein (BZW)\u00a0in Bad Berleburg\u00a0in Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen stattfindet. Zudem sind Lehrerinnen und Lehrer des Berufskollegs Wittgenstein eingebunden, um mit ihren Erfahrungen einen Teil des theoretischen Unterrichts zu \u00fcbernehmen. Finanziert wird diese Ma\u00dfnahme von der Agentur f\u00fcr Arbeit und dem Jobcenter. Finanzielle Beteiligung kommt dar\u00fcber hinaus auch von den Arbeitgeberverb\u00e4nden Siegen-Wittgenstein\u00a0(AGV), die\u00a0einen Teil der Fahrtkosten f\u00fcr die Teilnehmer \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer, die im Alter zwischen 20 und 35 Jahren sind, kommen aus den Herkunftsl\u00e4ndern Afghanistan, Albanien, Eritrea, Iran, Syrien und Nigeria. Das Bildungsniveau ist sehr unterschiedlich und reicht vom Universit\u00e4tsabschluss bis zum ungelernten Arbeiter.<\/p>\n<p>Ziel der sechsmonatigen Bildungsma\u00dfnahme ist es, die Teilnehmer an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in den Bereichen Metall\/Bau heranzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>&#8222;Wir wollen etwas tun f\u00fcr die Integration von Fl\u00fcchtlingen und haben dazu dieses Projekt gemeinsam mit Partnern aus der Region\u00a0ins Leben gerufen&#8220;, erl\u00e4uterte Winfried Schwarz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bildungszentrums Wittgenstein, die Beweggr\u00fcnde. Die Ma\u00dfnahme laufe bereits seit gut vier Wochen mit insgesamt elf Teilnehmern. Drei davon stellte Winfried Schwarz im Rahmen eines Pressegespr\u00e4ch im Bildungszentrum vor. Muhammad Noor Alassi kommt aus Afghanistan und war dort als Vertriebsmanager t\u00e4tig. Dilawar Ayoubi stammt aus Syrien und hat dort Physik studiert. Abraham Negasi schlie\u00dflich ist aus Eritrea nach Deutschland gefl\u00fcchtet. Er hat dort als Elektroinstallateur gearbeitet. Gemeinsam mit den anderen Kursteilnehmern werden sie jetzt mit den Grundlagen der metallbe- und -verarbeitung vertraut gemacht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Agentur f\u00fcr Arbeit ist dieses Projekt beispielhaft. Dass betonte\u00a0Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Agentur f\u00fcr Arbeit Siegen. &#8222;Wittgenstein ist eine Beispielregion f\u00fcr die berufliche Integration von Fl\u00fcchtlingen, auch als Ma\u00dfnahme gegen den demografischen Wandel und den zu erwartenden Fachkr\u00e4ftemangel.&#8220; Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein, bezeichnete\u00a0das Engagement des Verbandes als einen Beitrag der Wirtschaft zur erfolgreichen Integration von Fl\u00fcchtlingen. &#8222;Wir sehen darin einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag. Gleichzeitig verstehen wir uns als Bindeglied in die Unternehmen.&#8220; Landrat Andreas M\u00fcller machte schlie\u00dflich deutlich, dass das Erlernen der deutschen Sprache eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Integration sei. &#8222;Deshalb beteiligt sich der Kreis \u00fcber das Berufskolleg Wittgenstein an dem Projekt. Dort werden den Fl\u00fcchtlingen die notwendigen Sprachkenntnisse vermittelt.&#8220; Gleichzeitig dankte er den Lehrerinnen und Lehrern des Berufskollegs, die diese Aufgabe zus\u00e4tzlich \u00fcbernommen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Die Inhalte des aufgebauten Projekts Integrationswerkstatt bestehen aus folgenden Modulen:<\/p>\n<p><strong>Kompetenzfeststellung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Schulabschl\u00fcsse, Berufsabschl\u00fcsse<\/li>\n<li>Personale, soziale, methodische Kompetenzen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>F\u00f6rderung der mathematischen und sprachlichen Kompetenz<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Besonders f\u00fcr den gewerblich-technischen Bereich<\/li>\n<li>Anforderungen an Alltagssituationen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Berufsorientierungsphase<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Praktisches Einsetzen der theoretischen Kenntnisse<\/li>\n<li>Abgleichen Berufswunsch \u2013 M\u00f6glichkeiten<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Bewerbungstraining<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Erstellen von Bewerbungsunterlagen<\/li>\n<li>Bewerbungsgespr\u00e4che<\/li>\n<li>Recherche von Praktikums- und Ausbildungspl\u00e4tzen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Manuelle Grundlagenqualifizierung in den Bereichen Metall\/Bau<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Theoretische und praktische Unterweisung in<\/li>\n<li>Fertigungsverfahren<\/li>\n<li>Sozialverhalten<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Betriebliches Praktikum (sechs Wochen)<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Kennenlernen der Bedingungen im Arbeitsleben<\/li>\n<li>Praktikumsbesuche<\/li>\n<li>Passgenaue Zuordnung von Betrieben<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Lehrgangsabschluss<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Standortbestimmung<\/li>\n<li>Perspektiven<\/li>\n<li>Lehrgangszertifikate<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die vielen Menschen, die als Fl\u00fcchtlinge und Asylsuchende nach Deutschland kommen, stellen unser Land vor eine gro\u00dfe gesellschaftliche Herausforderung. 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