{"id":3787,"date":"2016-05-09T12:32:06","date_gmt":"2016-05-09T10:32:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3787"},"modified":"2016-05-09T12:32:06","modified_gmt":"2016-05-09T10:32:06","slug":"azubi-ticket-zieht-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/azubi-ticket-zieht-nicht\/","title":{"rendered":"Azubi-Ticket zieht nicht"},"content":{"rendered":"<p>Die allermeisten Ausbildungsbetriebe in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe halten die derzeit diskutierten Azubi-Tickets f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr zwar grunds\u00e4tzlich f\u00fcr eine interessante Idee. Nur eine Minderheit von 30 Prozent ist jedoch bereit, sich an den Kosten eines solchen Vorhabens zu beteiligen. Die Firmen glauben nicht, dass die Auszubildenden wegen eines \u201eAzubi-Tickets\u201c die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel tats\u00e4chlich dem eigenen PKW vorziehen. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer IHK-Blitzumfrage, an der sich 282 Unternehmen aus beiden Kreisen beteiligten. \u201eF\u00fchren die beiden Kreistage ein solches Ticket ein, sollten sie sich von der Vorstellung verabschieden, nennenswerte Finanzierungsbetr\u00e4ge von Firmen einzuplanen. Alles andere erscheint nach den Ergebnissen blau\u00e4ugig. Mal ganz abgesehen davon, dass das gesamte Unterfangen ohnehin sehr kostspielig ist. Die Kreise sind unserer Auffassung nach gut beraten, die fl\u00e4chendeckende Einf\u00fchrung dieses Instruments nicht weiter zu verfolgen\u201c, kommentierte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener die eindeutigen Befragungsergebnisse: \u201eNicht alles, was gut gemeint ist, macht auch Sinn \u2013 gerade angesichts der nach wie vor sehr angespannten Lage der meisten kommunalen Haushalte. Zahlen m\u00fcssten das Ticket schlie\u00dflich die St\u00e4dte und Gemeinden \u00fcber die Kreisumlage.\u201c<\/p>\n<p>66 Prozent der befragten Unternehmen finden die Idee f\u00fcr ein Azubi-Ticket sehr gut oder gut. Lediglich 12 Prozent finden die Idee schlecht oder sehr schlecht, die restlichen gaben hier keine Pr\u00e4ferenz an. Trotz dieser prinzipiellen Sympathie f\u00fcr das Vorhaben sehen 70 Prozent der befragten Unternehmen f\u00fcr eine finanzielle Beteiligung an den Kosten pro Auszubildenden keinerlei Notwendigkeit. Im Kreis Olpe ist die Skepsis gegen\u00fcber dem Vorhaben noch ausgepr\u00e4gter als im Kreis Siegen-Wittgenstein. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eJe schlechter die Ausbildungsbetriebe an Busse und Bahnen angebunden sind, desto verhaltener fallen ihre Reaktionen aus. 72 Prozent der Unternehmen sehen keinen Handlungsbedarf, weil die meisten ihrer Auszubildenden mit dem eigenen Fahrzeug zum Betrieb kommen und in die Berufsschule fahren. Die Unternehmen sind vor allem deswegen nicht daran interessiert, den \u00d6ffentlichen Personennahverkehr in der Fl\u00e4che mitzufinanzieren. Dass man die Grundhaltung der jungen Leute, lieber mit dem eigenen PKW zu fahren, durch Azubi-Tickets ver\u00e4ndern kann, h\u00e4lt man in der Wirtschaft f\u00fcr sehr unwahrscheinlich.\u201c<\/p>\n<p>Daneben gibt es jedoch noch eine ganze Reihe anderer Argumente, warum sich die Mehrzahl der Unternehmen nicht an einer Finanzierung beteiligen will. 47 Prozent geben an, dass die Auszubildenden ohnehin nur in geringem Ma\u00dfe \u00f6ffentliche Verkehrsmittel in beiden Kreisen nutzen w\u00fcrden. 32 Prozent der Firmen zahlen ihren Auszubildenden bereits einen Zuschuss zu den Fahrtkosten. 31 Prozent gaben an, dass ihr Betrieb an den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr schlecht angebunden sei. Dass im Kreis Olpe mit 38 Prozent deutlich mehr Firmen \u00fcber eine schlechte Anbindung an den \u00d6ffentlichen Personennahverkehr berichten als im Kreis Siegen-Wittgenstein (25 Prozent), erscheint angesichts der Siedlungsstruktur nicht wirklich erstaunlich. Immerhin 13 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe weisen zudem darauf hin, dass die Auszubildenden den gr\u00f6\u00dften Teil ihrer Ausbildungswege au\u00dferhalb des angegebenen Ticketgebietes zur\u00fccklegen, weil ihr Wohnort und\/oder die Berufsschule au\u00dferhalb des IHK-Bezirks liegt. Jedes sechste Unternehmen ist der Auffassung, diese Aufgabe sollte grunds\u00e4tzlich von der \u00f6ffentlichen Hand finanziert werden. 22 Prozent der Unternehmen geben an, die Ausbildungsverg\u00fctungen seien ohnehin hinreichend.<\/p>\n<p>86 der 282 Unternehmen sind grunds\u00e4tzlich zum Kauf der Tickets bereit. 61 dieser Firmen gaben an, sich pro Monat und Ausbildenden mit maximal 30 Euro an den Kosten des Vorhabens zu beteiligen, 22 Firmen mit bis zu 50 Euro und weitere drei Unternehmen mit einem Betrag von bis zu 85 Euro pro Monat und Auszubildenden. 30 Unternehmen w\u00fcrden ein Ticket abnehmen, weitere 39 zwei bis f\u00fcnf Tickets, nur wenige Betriebe gaben an, mehr Tickets abnehmen zu wollen. IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Fenster: \u201eIn der Summe d\u00fcrften damit maximal rund 200 bis 250 Tickets zusammenkommen, die Firmen finanzieren. Rechnet man die Zahlen auf alle Ausbildungsbetriebe hoch und ber\u00fccksichtigt man, dass sich \u00fcberwiegend am \u201eAzubi-Ticket\u201c grunds\u00e4tzlich interessierte Unternehmen beteiligt haben d\u00fcrften, erscheint die Abnahmebereitschaft au\u00dferordentlich \u00fcbersichtlich. Gerade dieser Aspekt sollte beiden Kreistagen zu denken geben.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die allermeisten Ausbildungsbetriebe in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe halten die derzeit diskutierten Azubi-Tickets f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr zwar grunds\u00e4tzlich f\u00fcr eine interessante Idee. 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