{"id":3552,"date":"2016-04-13T10:31:27","date_gmt":"2016-04-13T08:31:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3552"},"modified":"2016-04-13T10:31:27","modified_gmt":"2016-04-13T08:31:27","slug":"regionen-muessen-staerker-auf-digitalisierungskurs-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/regionen-muessen-staerker-auf-digitalisierungskurs-gehen\/","title":{"rendered":"Regionen m\u00fcssen st\u00e4rker auf Digitalisierungskurs gehen"},"content":{"rendered":"<p>Die Regionen in Deutschland m\u00fcssen sich immer st\u00e4rker dem internationalen Wettbewerb stellen. Wer mithalten will, muss vor allem eine funktionierende Infrastruktur vorweisen, innovative Unternehmen an sich binden und gut ausgebildeten Fachkr\u00e4ften eine Perspektive bieten.<\/p>\n<p>Wie leistungsf\u00e4hig die 402 deutschen St\u00e4dte und Kreise sind, untersucht das <a href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/infodienste\/iwd\/archiv\/beitrag\/iw-regionalranking-herausforderungen-4-0-275856\" target=\"_blank\">Regionalranking <\/a>(<a href=\"http:\/\/www.iwconsult.de\/regional\/pdfs\/Indikatorenuebersicht_Regionalranking2016.pdf\" target=\"_blank\">die Indikatoren im Detail<\/a>) der Institut der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln (IW) Consult in den Bereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualit\u00e4t. Regelm\u00e4\u00dfig erstellt die IW Consult in diesem Rahmen ein Ranking zum aktuellen Stand (Niveauranking) sowie zur regionalen Entwicklung (Dynamikranking). Dar\u00fcber hinaus verdeutlicht das Ranking 2016 insbesondere, dass die Kluft zwischen den Regionen w\u00e4chst \u2013 viele starke Regionen haben sich seit 2009 weiter deutlich verbessert, in ohnehin schwachen Kreisen war auch die Dynamik zuletzt oft gering. Der Kreis Siegen-Wittgenstein liegt aktuell auf Platz 254, der Kreis Olpe auf Platz 224.<\/p>\n<p>152 St\u00e4dte und Landkreise schneiden sowohl bei der Bewertung ihres aktuellen Leistungsniveaus als auch ihrer wirtschaftlichen Dynamik \u00fcberdurchschnittlich ab \u2013 158 Regionen liegen dagegen in beiden Teilrankings unter dem Schnitt.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist zudem, dass sich starke und schwache St\u00e4dte und Landkreise jeweils in bestimmten Gebieten konzentrieren:<\/p>\n<p>Die erfolgreichen Regionen liegen \u00fcberwiegend in S\u00fcddeutschland. Sie profitieren vor allem von einem starken Forschungs- und Entwicklungsumfeld sowie von innovativen, exportstarken Firmen. Zu den bestplatzierten Regionen z\u00e4hlen die Automobilstandorte Dingolfing-Landau mit BMW sowie Ingolstadt mit Audi, aber auch die Stadt M\u00fcnchen und der dazugeh\u00f6rige Landkreis.<\/p>\n<p>Im Niveauranking aller 402 deutschen Regionen liegt der Landkreis M\u00fcnchen sogar auf Platz eins.<\/p>\n<p>Zu verdanken ist dies neben der N\u00e4he zur bayerischen Metropole einer gezielten Standortf\u00f6rderung und vielen Initiativen zur Bildung sogenannter Firmencluster, die den Landkreis zum wichtigsten deutschen Biochemie-Standort gemacht haben. Das schl\u00e4gt sich im IW-Ranking vor allem in den Kategorien Wirtschaftsstruktur (Platz zwei) und Arbeitsmarkt (Platz sechs) nieder.<\/p>\n<p>Dass die St\u00e4rke eines Wirtschaftszentrums auf benachbarte Kreise ausstrahlt, ist auch anderswo zu beobachten. Zum Beispiel profitiert der nieders\u00e4chsische Landkreis Gifhorn von der N\u00e4he zur Automobilhochburg Wolfsburg und den nahe gelegenen Gro\u00dfst\u00e4dten Hannover und Braunschweig. Deshalb haben sich im Kreis Gifhorn zahlreiche Automobilzulieferer und Fahrzeugdienstleister angesiedelt, was der Region aktuell immerhin Rang 115 im Niveauranking und sogar Rang acht im Dynamikranking beschert.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise profitiert der nieders\u00e4chsische Landkreis Harburg vom nahen Hamburg. So ist Harburg Mitglied in einem Netzwerk f\u00fcr Technologie und Transfer, das Unternehmen und Hochschulen in der Metropolregion Hamburg zusammenbringt. Au\u00dferdem hat der Landkreis erfolgreiche Initiativen zur Firmengr\u00fcndung gestartet. Unterm Strich hei\u00dft das: Platz 59 im Niveau- und Platz 32 im Dynamikranking.<\/p>\n<p>Die schlechter bewerteten Regionen im IW-Ranking finden sich vor allem in Ostdeutschland sowie im Ruhrgebiet, das mit Duisburg das derzeitige Schlusslicht beheimatet. Aber auch in Norddeutschland haben einige St\u00e4dte und Kreise mit erheblichen Problemen zu k\u00e4mpfen. So z\u00e4hlt Neum\u00fcnster sowohl im Niveau- als auch im Dynamikranking zu den Letztplatzierten. Besonders bei der Lebensqualit\u00e4t, die das IW-Ranking unter anderem anhand des Anteils naturnaher Fl\u00e4chen und der \u00c4rztedichte bewertet, schneidet die Stadt in Schleswig-Holstein schlecht ab. Vor allem j\u00fcngere Menschen kehren daher Neum\u00fcnster den R\u00fccken, sodass eine wesentliche Aufgabe f\u00fcr die Region darin besteht, den Fachkr\u00e4ftenachwuchs zu sichern.<\/p>\n<p>Sich auf Lorbeeren auszuruhen, kann sich aber keine der 402 Regionen leisten. Viel zu tun gibt es vor allem in Sachen Digitalisierung und Industrie 4.0 (vgl. <a href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/infodienste\/iwd\/archiv\/beitrag\/industrie-4-0-die-naechste-industrielle-revolution-165805\" target=\"_blank\">iwd 22\/2014<\/a>). Derzeit befassen sich erst 15 Prozent aller deutschen Industrieunternehmen aktiv mit diesem Thema. Daraus ergeben sich f\u00fcr die Regionen drei zentrale Herausforderungen:<\/p>\n<p>1. Rahmenbedingungen verbessern. Ohne schnelles Internet l\u00e4sst sich die Digitalisierung der Wirtschaft nicht vorantreiben. Die Bundesregierung nimmt zwar f\u00fcr ihre Breitbandstrategie rund 2 Milliarden Euro in die Hand, damit in Deutschland 2018 fl\u00e4chendeckend mit 50 Megabit pro Sekunde gesurft werden kann (vgl. iwd 13\/2016). Doch gerade in l\u00e4ndlichen Regionen d\u00fcrften die F\u00f6rdermittel kaum ausreichen, sodass die Landkreise zus\u00e4tzliche Initiativen starten und eigenes Geld beisteuern m\u00fcssen, um bei der Breitbandversorgung nicht abgeh\u00e4ngt zu werden.<\/p>\n<p>2. Wissenstransfer erleichtern. Damit vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) leichter Zugang zu den Erfahrungen anderer Firmen sowie zur Expertise wissenschaftlicher Einrichtungen bekommen, sind regionale Institutionen als Vermittler gefragt. Zum Beispiel k\u00f6nnen die Industrie- und Handelskammern vor Ort einem KMU Gespr\u00e4chspartner in Unternehmen derselben Branche nennen, die bereits erfolgreich mit regionalen Forschungseinrichtungen kooperieren.<\/p>\n<p>3. F\u00f6rderprogramme nutzen. Speziell im Bereich Industrie 4.0 ist das Angebot mittlerweile gro\u00df. So unterst\u00fctzen seit Ende 2015 die vom Bundeswirtschaftsministerium initiierten Mittelstands-Kompetenzzentren kleine und mittlere Unternehmen in Berlin, Darmstadt, Dortmund, Hannover und Kaiserslautern auf ihrem Weg in die digitale Produktion. Dar\u00fcber hinaus gibt es eine Vielzahl anderer Programme \u2013 etwa im Rahmen des Europ\u00e4ischen Sozialfonds. Die Chancen, solche F\u00f6rdermittel zu bekommen, sind am gr\u00f6\u00dften, wenn Unternehmen und regionale Verwaltung beim Antrag an einem Strang ziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Regionen in Deutschland m\u00fcssen sich immer st\u00e4rker dem internationalen Wettbewerb stellen. 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