{"id":34066,"date":"2026-10-28T08:42:00","date_gmt":"2026-10-28T07:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=34066"},"modified":"2026-10-28T08:42:00","modified_gmt":"2026-10-28T07:42:00","slug":"tarifrunde-2026-nrw-metallarbeitgeber-legen-angebot-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/tarifrunde-2026-nrw-metallarbeitgeber-legen-angebot-vor\/","title":{"rendered":"Tarifrunde 2026: NRW-Metallarbeitgeber legen Angebot vor"},"content":{"rendered":"<p>Die NRW-Metallarbeitgeber haben in der 2. Tarifverhandlung f\u00fcr die rund 640.000 Besch\u00e4ftigten der nordrhein-westf\u00e4lischen Metall- und Elektroindustrie am Dienstag in D\u00fcsseldorf ein Angebot vorgelegt:<br \/>\n\u2022 Das Angebot sieht eine differenzierbare Einmalzahlung in H\u00f6he von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 und eine Tabellenerh\u00f6hung in H\u00f6he von 1,3 Prozent im Juli 2028 bei einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2028 vor.<br \/>\n\u2022 Die automatische Differenzierung muss ausgeweitet und dauerhaft fortgeschrieben werden.<br \/>\n\u2022 Das Angebot erfolgt in der Erwartung der Einf\u00fchrung eines betrieblichen Instruments zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Besch\u00e4ftigung.<br \/>\n\u2022 Es besteht ein Gespr\u00e4chswunsch \u00fcber die hohen Krankenst\u00e4nde und Ma\u00dfnahmen zur Senkung der Krankheitskosten.<br \/>\n\u2022 Es besteht ferner ein Gespr\u00e4chswunsch zur beschleunigten Einf\u00fchrung von KI.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (<a href=\"https:\/\/www.metall.nrw\/\">METALL NRW<\/a>), Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete das Angebot angesichts der l\u00e4ngsten und schwersten strukturellen Krise dieses Industriezweigs als \u201eZeichen der Bereitschaft der Arbeitgeber zu einer schnellen und konstruktiven L\u00f6sungsfindung\u201c. Es sei zudem ein Versuch, dem so gut wie nicht vorhandenen Verteilungsspielraum gerecht zu werden. Die Forderung der IG Metall von f\u00fcnf Prozent l\u00f6se bei den M+E-Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nach wie vor gro\u00dfes Unverst\u00e4ndnis aus und gehe an den wirtschaftlichen Realit\u00e4ten v\u00f6llig vorbei. \u201eDie sehr hohe Gewerkschaftsforderung trifft die Betriebe zu einer Zeit, in der sie eher Kostenentlastungen statt Kostensteigerungen ben\u00f6tigen\u201c, betonte Kirchhoff. Die Tarifrunde 2026 sei auch eine entscheidende f\u00fcr die Akzeptanz und damit die Zukunft des Fl\u00e4chentarifvertrages.<\/p>\n<p>Nach Worten Kirchhoffs sei das mit allen Arbeitgeberverb\u00e4nden der deutschen Metall- und Elektroindustrie bundesweit abgestimmte Angebot der aufrichtige Versuch, in einer extrem schwierigen Tarifrunde Hinweise f\u00fcr ein tragf\u00e4higes Ergebnis zu geben. Das Angebot sei ein Signal der Arbeitgeber an die Besch\u00e4ftigten, sie mit den Folgen steigender Preise nicht allein lassen zu wollen. Zugleich ben\u00f6tigten die Unternehmen nach der erst im April 2026 gew\u00e4hrten Tabellenerh\u00f6hung von 3,1 Prozent jedoch zwingend eine tarifpolitische Atempause. Zudem sei f\u00fcr Unternehmen mit einer schlechten Ertragslage die Fortf\u00fchrung der automatischen Differenzierung unabdingbar notwendig. \u201eWir brauchen in dieser Tarifrunde nicht weniger als einen gemeinsamen Kraftakt zur Rettung unserer Industrie an den heimischen Standorten\u201c, erkl\u00e4rte Kirchhoff. Daher m\u00fcsse in dieser Tarifrunde au\u00dferdem ein neues betriebliches Instrument f\u00fcr mehr Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Investitionen vereinbart werden. Dies sei ein zentraler Schl\u00fcssel zum Stopp der De-Industrialisierung und des massiven Besch\u00e4ftigungsabbaus<br \/>\nin der M+E-Industrie.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die im internationalen Vergleich deutlich h\u00f6heren Krankenst\u00e4nde liege es im gemeinsamen Interesse der Tarifparteien, \u00fcber die hierzulande mittlerweile immensen Krankheitskosten in den Unternehmen zu sprechen. \u201eSie belasten unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit, senken die Produktivit\u00e4t und verringern deshalb auch die Verteilungsspielr\u00e4ume\u201c, sagte Kirchhoff. \u00dcberdies ben\u00f6tigten die Unternehmen dringend eine Beschleunigung der Prozesse bei der Einf\u00fchrung von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) im Betrieb. Die Metallarbeitgeber st\u00fcnden zur Mitbestimmung, \u201ees kann aber nicht sein, dass Pilotprojekte oder gar Zukunftsentscheidungen durch langwierige Beteiligungsprozesse bei uns dann anderswo stattfinden\u201c.<\/p>\n<p>Kirchhoff warnte die IG Metall davor, den falschen Eindruck zu erwecken, als bef\u00e4nde sich Deutschland l\u00e4ngst wieder auf dem Wachstumspfad. Die aktuelle Oktober-Umfrage unter den verbandsgebundenen Mitgliedsunternehmen in NRW zeichne ein v\u00f6llig anderes Bild. Danach bezeichneten 44 Prozent die aktuelle Gesch\u00e4ftslage als schlecht, nur 17 Prozent als gut. 45 Prozent der Betriebe rechneten mit einem weiteren Arbeitsplatzabbau, nur gut sieben Prozent mit einem Besch\u00e4ftigtenzuwachs. Bei zwei Dritteln der Betriebe k\u00e4men Neuauftr\u00e4ge nicht in heimischer Produktion an, sondern w\u00fcrden vor allem an ausl\u00e4ndischen Standorten erledigt. Das alles seien alarmierende Hinweise darauf, dass sich Produktion hierzulande angesichts des extremen Kostendrucks kaum noch lohne. \u201eUnsere Mitglieder sagen uns, dass ein Tarifabschluss dieser Lage zwingend Rechnung tragen muss\u201c, erkl\u00e4rte Kirchhoff.<\/p>\n<p>Foto: \/ Text: Metall NRW<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die NRW-Metallarbeitgeber haben in der 2. 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