{"id":3297,"date":"2016-03-05T10:00:13","date_gmt":"2016-03-05T09:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3297"},"modified":"2016-03-04T18:18:57","modified_gmt":"2016-03-04T17:18:57","slug":"integration-ist-eine-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/integration-ist-eine-herausforderung\/","title":{"rendered":"Integration ist eine Herausforderung"},"content":{"rendered":"<p>Die massive Zuwanderung von Fl\u00fcchtlingen und Asylbewerbern stellt die heimische Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig bietet sie den Unternehmen und Handwerksbetrieben in unserer Region aber auch eine Chance, der negativen demografischen Entwicklung und dem damit verbundenen Fachkr\u00e4ftemangel zu begegnen.<\/p>\n<p>Die Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd, die Industrie- und Handelskammer Siegen und die Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein hatten jetzt vor diesem Hintergrund zu einer gemeinsamen Veranstaltung ins Haus der Siegerl\u00e4nder Wirtschaft in Siegen eingeladen, um \u00fcber M\u00f6glichkeiten und Rahmenbedingungen f\u00fcr eine erfolgreiche Integration von Fl\u00fcchtlingen in die Wirtschaft zu informieren. Rund 150 Vertreter aus Unternehmen und Handwerksbetrieben nahmen daran teil.<\/p>\n<div id=\"attachment_3299\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?attachment_id=3299\" rel=\"attachment wp-att-3299\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3299\" class=\"size-medium wp-image-3299\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Info-Fl\u00fcchtlinge2-300x200.jpg\" alt=\"Rund 150 Vertreter aus Industrie und Handwerk nutzen die Informationsm\u00f6glichkeiten. 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Im Bild (vorne rechts): J\u00fcrgen Ha\u00dfler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd, Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Arbeitge-berverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein, und Klaus Fenster, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Industrie- und Handelskammer Siegen.<\/p><\/div>\n<p>Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VdSM Verband der Siegerl\u00e4nder Metallindustriellen e.V. und der Unternehmerschaft Siegen-Wittgenstein, betonte in seiner Begr\u00fc\u00dfung die Bedeutung einer erfolgreichen Integration. \u201eDie Bundesrepublik Deutschland hat im vergangenen Jahr \u00fcber eine Million Fl\u00fcchtlinge vorwiegend aus dem nahen Osten und Nordafrika aufgenommen. Wie viele es in diesem Jahr sein werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Diese h\u00f6chst humanit\u00e4re Handlungsweise stellt nicht nur unsere L\u00e4nder\u00a0und Kommunen vor enorme Herausforderungen. Sie ist auch eine gewaltige Aufgabe f\u00fcr die Wirtschaft. Eine erfolgreiche Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft ist n\u00e4mlich nur dann m\u00f6glich, wenn wir es schaffen, ihnen neben ausreichenden Sprachkenntnissen auch eine produktive Besch\u00e4ftigung zu geben.\u201c<\/p>\n<p>Welche rechtlichen Vorgaben dabei zu beachten sind und welche institutionellen M\u00f6glichkeiten genutzt werden k\u00f6nnen, erl\u00e4uterten anschlie\u00dfend Stephanie Kr\u00f6mer f\u00fcr die Agentur f\u00fcr Arbeit Siegen und f\u00fcr das Jobcenter Siegen-Wittgenstein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Fenster f\u00fcr die Industrie und Handelskammer Siegen und Claudia Dunschen vom Verband der Metall- und Elektroindustrie NRW e.V. f\u00fcr die Arbeitgeber. Das Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge war ebenfalls vertreten durch Ursula Becker und Christiane Geritan. F\u00fcr das Ausl\u00e4nderamt des Kreises Siegen-Wittgenstein sprach Helge Klinkert.<\/p>\n<p>Dass die Integration von Fl\u00fcchtlingen in den Arbeitsmarkt nicht ohne weiteres m\u00f6glich ist, machte Stephanie Kr\u00f6mer gleich zu Beginn deutlich. Neben den h\u00f6chst unterschiedlichen pers\u00f6nlichen Voraussetzungen, die die Fl\u00fcchtlinge mitbringen, sei auch eine ganze Reihe von rechtlichen Vorgaben zu beachten. \u201eAm einfachsten ist dabei die Integration bereits anerkannter Asylbewerber\u201c, so Stephanie Kr\u00f6mer. Sie st\u00fcnden dem Arbeitsmarkt uneingeschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung. Geduldete h\u00e4tten bestimmte Fristen zu beachten. Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten seien f\u00fcr sie erst ab dem vierten Monat eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Um die unterschiedlichen Zust\u00e4ndigkeiten von Arbeitsagentur und Jobcenter transparenter zu machen und sowohl f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge wie auch f\u00fcr die Arbeitgeber eine zentrale Informations- und Anlaufstelle zu schaffen, habe man die Integration Points eingerichtet, jeweils einer in Siegen und einer in Olpe. Dort laufen inzwischen alle F\u00e4den zusammen. Dort kann auch eine umfassende Beratung stattfinden.<\/p>\n<p>Dass die Sprachf\u00f6rderung ein ganz entscheidender Punkt f\u00fcr eine erfolgreiche Integration ist, dar\u00fcber waren sich alle Beteiligten einig. Derzeit befinden sich in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe 879 Menschen in Sprachf\u00f6rderkursen, die von der Arbeitsverwaltung angeboten werden. Insgesamt betreuen die beiden Integration Points 1.020 Fl\u00fcchtlinge von derzeit 6.750 in beiden Kreisen.<\/p>\n<p>\u00dcber die Integrationskurse des BAMF Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge wurden bislang ca. 400 Menschen in 34 Kursen betreut. Sie lernen dabei nicht nur die Sprache, sondern erhalten auch eine gesellschaftliche Orientierung. In Siegen-Wittgenstein sind sechs Kurstr\u00e4ger daf\u00fcr zugelassen.<\/p>\n<p>Klaus Fenster von der IHK Siegen gab einen \u00dcberblick \u00fcber das bereits bestehende Angebot der IHK Siegen zur beruflichen Qualifizierung \u00a0junger Fl\u00fcchtlinge. 36 von ihnen befinden sich derzeit im Berufsbildungszentrum der IHK in einer metalltechnisch ausgerichteten Ma\u00dfnahme. Als Nachfolgeprojekt soll voraussichtlich ab Mai 2016 ein Haus der Berufsvorbereitung f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge eingerichtet werden. Neben dem Bereich Metall werden dann auch die Berufsfelder Bau, Lager und Logistik, Handel, Gastronomie und Pflege angeboten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus nutzte er die Veranstaltung f\u00fcr einige grunds\u00e4tzliche Anmerkungen. Beispielsweise m\u00fcsse man vor dem Hintergrund der Integration von Fl\u00fcchtlingen in die Wirtschaft dar\u00fcber nachdenken, ob die berufliche Bildung zuk\u00fcnftig nicht modularer aufgebaut werden sollte. Das w\u00fcrde vor allem Fl\u00fcchtlingen den Weg in die Erwerbst\u00e4tigkeit erleichtern. Auch die Praktikumsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Migranten sollten erweitert werden, ebenso wie die Bleibeperspektiven nach einer Ausbildung.<\/p>\n<p>Dass auch in der Metall- und Elektroindustrie bereits Instrumente vorhanden sind, die f\u00fcr die Integration von Fl\u00fcchtlingen von Unternehmen genutzt werden k\u00f6nnen, berichtete Claudia Dunschen vom Verband der Metall- und Elektroindustrie NRW e.V. Bereits kurz nach dem Beginn der massiven Einwanderung h\u00e4tten die Sozialpartner in NRW entschieden, den Tarifvertrag zur F\u00f6rderung der Ausbildungsf\u00e4higkeit (TV FAF) auch f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zu \u00f6ffnen. Urspr\u00fcnglich war dieses Instrument dazu gedacht, noch nicht ausbildungsf\u00e4hige Schulabg\u00e4nger an eine Ausbildung heranzuf\u00fchren. Die F\u00f6rderm\u00f6glichkeit des TV FAF ist auf zw\u00f6lf Monate begrenzt. In dieser Zeit erhalten die Teilnehmer eine verminderte Ausbildungsverg\u00fctung.<\/p>\n<p>Zum Abschluss der Expertenvortr\u00e4ge machte Helge Klinkert vom Ausl\u00e4nderamt des Kreises Siegen-Wittgenstein noch einmal die Komplexit\u00e4t der Integration von Fl\u00fcchtlingen deutlich. Nicht nur die unterschiedlichsten rechtlichen Vorgaben seien dabei zu ber\u00fccksichtigen. Man m\u00fcsse auch jeden Fall individuell betrachten. Deshalb warb sie daf\u00fcr, entsprechende Vorhaben mit dem Integration Point von Jobcenter und Arbeitsagentur sowie mit dem Ausl\u00e4nderamt eng abzustimmen.<\/p>\n<p>In einer abschlie\u00dfenden Gespr\u00e4chsrunde berichteten Vertreter von verschiedenen Unternehmen \u00fcber ihre ersten Erfahrungen mit der Integration von Fl\u00fcchtlingen. Rainer Kurth, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SI-TorSysteme GmbH aus Kreuztal, besch\u00e4ftigt einen Fl\u00fcchtling aus Eritrea als Montagehelfer und fand, dass die Einstellungsh\u00fcrden relativ gering waren. \u201eF\u00fcr uns stand der Mensch dabei im Vordergrund und es funktioniert gut.\u201c Eine Erfahrung, die Isabelle Kirschke, Koordinatorin Marketing und Personal bei der Hering Management GmbH in Burbach, best\u00e4tigen konnte. In ihrem Unternehmen waren zeitweise vier Fl\u00fcchtlinge als Praktikanten t\u00e4tig. \u201eWir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Auch den Kollegen hat die Zusammenarbeit viel gebracht.\u201c Fritz und Ursula Wied von der Metzgerei &amp; Partyservice Fritz Wied in Erndtebr\u00fcck betonten die Unterst\u00fctzung, die in vielen Handwerksbetrieben notwendig sei. Sie begr\u00fc\u00dften deshalb auch die Einrichtung der Integration Points als eine zentrale Anlaufstelle. \u201eEs geht nicht nur darum, die Menschen so schnell wie m\u00f6glich in Arbeit zu bringen. Es m\u00fcssen auch die daf\u00fcr notwendigen Sprach- und Kulturtechniken erlernt werden. Und das braucht einfach Zeit\u201c, betonte Ursula Wied, die selber in Sprachkursen t\u00e4tig ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr Fragen und vertiefende Informationen standen anschlie\u00dfend noch \u201eInfo-Points\u201c der genannten Organisationen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die massive Zuwanderung von Fl\u00fcchtlingen und Asylbewerbern stellt die heimische Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. 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