{"id":32807,"date":"2025-01-20T16:47:21","date_gmt":"2025-01-20T15:47:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=32807"},"modified":"2025-01-20T16:50:43","modified_gmt":"2025-01-20T15:50:43","slug":"arbeitgeberverband-olpe-fordert-schnelle-staerkung-des-wirtschaftsstandorts-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/arbeitgeberverband-olpe-fordert-schnelle-staerkung-des-wirtschaftsstandorts-deutschland\/","title":{"rendered":"Arbeitgeberverband Olpe fordert schnelle St\u00e4rkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland"},"content":{"rendered":"<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Der Arbeitgeberverband Olpe hat alarmierende Ergebnisse aus seiner j\u00fcngsten Konjunkturumfrage vorgestellt. Die Umfrage, an der ein Gro\u00dfteil der M+E-Betriebe im Kreis Olpe mit rund 11.500 Besch\u00e4ftigten und etwa 450 Auszubildenden teilnahm, zeigt im dritten Jahr in Folge eine zum Teil dramatische Verschlechterung der aktuellen Wirtschaftslage sowie der Erwartungen f\u00fcr die kommenden Monate.<\/p>\n<p><strong>D\u00fcstere Wirtschaftslage im Fokus<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Sorgen der Unternehmen sind zunehmend existenzieller&#8220;, erkl\u00e4rte Christopher Mennekes, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes. \u201eDies zeigen nicht nur die weiterhin hohen Teilnahmezahlen an der Umfrage, sondern auch die zahlreichen Gespr\u00e4che und Anfragen an den Verband.\u201c Besonders besorgniserregend sei, dass auch im Kreis Olpe die Arbeitslosenquote und Anzeigen zur Kurzarbeit zunehmen. Laut der Umfrage haben 64 % der Unternehmen in den letzten sechs Monaten entweder Personal abgebaut oder den Nachfrager\u00fcckgang \u00fcber Kurzarbeit kompensiert. Zudem gehen drei Viertel der Betriebe davon aus, in den kommenden sechs Monaten ebenfalls auf solche Ma\u00dfnahmen angewiesen zu sein.<\/p>\n<p>\u201eDie Herausforderungen f\u00fcr die Wirtschaft sind enorm, die Ursachen vielf\u00e4ltig. Deswegen braucht es rasch nach der Wahl Impulse, die schnell und dauerhaft wirken, wie zum Beispiel Steuererleichterungen&#8220;, forderte Mennekes. Er pl\u00e4dierte f\u00fcr ein klares politisches Bekenntnis zu Zukunftstechnologien und betonte: \u201eDeutschland und insbesondere S\u00fcdwestfalen sind innovationsf\u00e4hig und leistungsbereit. Es gilt, mit politischem Willen und Mut einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erzielen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Kritik an der Bundespolitik<\/strong><\/p>\n<p>Arndt G. Kirchhoff, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Metall und Pr\u00e4sident von unternehmer nrw, teilte diese Einsch\u00e4tzung: \u201eVom Berliner Politikbetrieb und den Resten der Ampelkoalition ist leider kaum etwas zu erwarten.\u201c Nach seiner Auffassung muss nach der Bundestagswahl eine stabile und handlungsf\u00e4hige Regierungskoalition Differenzen \u00fcberwinden und einen wirtschaftsfreundlichen Kurs einschlagen.<\/p>\n<p>Die Unsicherheit, verursacht durch Streitigkeiten und inkonsistente Entscheidungen innerhalb der bisherigen Regierung, habe die Lage zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft. \u201eInsofern ist die Krise zum gro\u00dfen Teil politisch hausgemacht&#8220;, sagte Kirchhoff. Unternehmerforderungen zu Themen wie Energiekosten und B\u00fcrokratie seien oft ungeh\u00f6rt geblieben. Dies habe nicht nur bei Unternehmern, sondern auch bei gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Entt\u00e4uschung gesorgt. Kirchhoff stellte klar: \u201eDeutschland ist auch in Zukunft auf die Industrie zur Sicherung von Wohlstand und sozialem Frieden angewiesen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ergebnisse der Konjunkturumfrage<\/strong><\/p>\n<p>Die Umfrageergebnisse zeichnen ein tr\u00fcbes Bild: 48 % der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Gesch\u00e4ftslage als schlecht, ein Anstieg von 5 Prozentpunkten gegen\u00fcber dem Vorjahr. Lediglich 12 % beurteilen die Lage als gut. F\u00fcr die kommenden sechs Monate erwarten nur 8 % eine Verbesserung, w\u00e4hrend ein Viertel mit einer weiteren Verschlechterung rechnet.<\/p>\n<p>Auch bei der Ertragslage sieht es nicht besser aus. Zwar berichten 16 % der Unternehmen von einer guten Ertragslage (gegen\u00fcber 8 % im Vorjahr), doch hat sich der Anteil mit schlechter Ertragslage von 29 % im Jahr 2023 auf 40 % im Jahr 2024 erh\u00f6ht.<\/p>\n<p><strong>Investitionsverhalten: Inland verliert, Ausland profitiert<\/strong><\/p>\n<p>Das Investitionsverhalten der Unternehmen zeigt deutliche Verschiebungen. Lediglich 4 % der Betriebe haben ihre Investitionen im Inland erh\u00f6ht, w\u00e4hrend 42 % diese reduziert haben. Kirchhoff kommentierte: \u201eFehlende Investitionen sind auch Ausdruck mangelnder wirtschaftlicher Perspektiven. Sollte sich diese Entwicklung verfestigen, sind Wohlstandsverluste unausweichlich.\u201c<\/p>\n<p>Im Ausland sieht es anders aus: 20 % der Unternehmen planen eine Ausweitung ihrer Investitionen, w\u00e4hrend nur 14 % eine Reduzierung vornehmen. Diese Diskrepanz spiegelt die Wettbewerbsnachteile des Standorts Deutschland wider, insbesondere durch hohe Energiekosten und B\u00fcrokratie.<\/p>\n<p><strong>Lichtblick Ausbildungspl\u00e4tze, aber Herausforderungen bleiben<\/strong><\/p>\n<p>Ein positiver Aspekt der Umfrage ist die Ausbildungsplatzsituation: 84 % der Unternehmen planen, die Zahl ihrer Ausbildungspl\u00e4tze beizubehalten, und 8 % wollen sogar mehr ausbilden. Dennoch wies Christian Hermann, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes, darauf hin, dass der demografische Wandel und der Fachkr\u00e4ftemangel gro\u00dfe Herausforderungen bleiben.<\/p>\n<p>\u201eDie Unternehmen bem\u00fchen sich, ihre Stammbelegschaft so lange wie m\u00f6glich zu halten\u201c, erkl\u00e4rte Hermann. Trotz der schwierigen Lage haben 60 % der Betriebe ihre Besch\u00e4ftigungszahlen stabil gehalten, und fast die H\u00e4lfte plant dies auch f\u00fcr die kommenden Monate.<\/p>\n<p><strong>Forderung nach wirtschaftspolitischem Kurswechsel<\/strong><\/p>\n<p>Der AGV Olpe fordert von der neuen Bundesregierung eine verl\u00e4ssliche Wirtschaftspolitik mit Weitblick. Themen wie Energiepreisentwicklung und Versorgungssicherheit m\u00fcssen dringend angegangen werden, um Planungssicherheit zu schaffen. \u201eWer beim Ausstieg aus Kohle- und Atomenergie keine belastbare Strategie f\u00fcr den Umstieg entwickelt, riskiert die De-Industrialisierung Deutschlands bewusst&#8220;, warnte Kirchhoff.<\/p>\n<p>Christopher Mennekes unterstrich, wie wichtig es sei, die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft zu st\u00e4rken: \u201eInnovation und Leistungsbereitschaft sind die Basis unseres Wohlstandes. Nur gemeinsam k\u00f6nnen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die aktuellen und k\u00fcnftigen Herausforderungen bew\u00e4ltigen.\u201c Hermann erg\u00e4nzte: \u201eDer Wohlstand Deutschlands basiert auf wirtschaftlich starken Unternehmen. Die aktuellen Tendenzen zu Desinvestitionen und Verlagerungen m\u00fcssen gestoppt werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Fazit: Dringender Handlungsbedarf<\/strong><\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zeigen klar, dass ein wirtschaftspolitischer Kurswechsel unvermeidlich ist. Hohe Steuern, Energiekosten und B\u00fcrokratie setzen die Unternehmen massiv unter Druck. Derzeit befindet sich Deutschland in einer strukturellen Krise, die mit aller Kraft \u00fcberwunden werden muss. Der Sachverst\u00e4ndigenrat attestiert der deutschen Wirtschaft ein \u201eHinterherhinken im internationalen Vergleich\u201c und betont den dringenden Handlungsbedarf.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend betonen Mennekes, Kirchhoff und Hermann einstimmig: \u201eDeutschland darf international nicht den Anschluss verlieren. Eine St\u00e4rkung der Industrie und die Vermeidung weiterer Belastungen sind unerl\u00e4sslich, um Wachstum und Wohlstand zu sichern. Nur so kann die deutsche Wirtschaft resilient gegen \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse werden.\u201c<\/p>\n<p>Text: AGV Olpe \/ Foto: Freepik<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Arbeitgeberverband Olpe hat alarmierende Ergebnisse aus seiner j\u00fcngsten Konjunkturumfrage vorgestellt. 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