{"id":32802,"date":"2025-01-16T09:45:19","date_gmt":"2025-01-16T08:45:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=32802"},"modified":"2025-01-16T09:58:14","modified_gmt":"2025-01-16T08:58:14","slug":"industrie-in-siegen-wittgenstein-kraenkelt-warten-auf-eine-andere-wirtschaftspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/industrie-in-siegen-wittgenstein-kraenkelt-warten-auf-eine-andere-wirtschaftspolitik\/","title":{"rendered":"Industrie in Siegen-Wittgenstein kr\u00e4nkelt:  Warten auf eine andere Wirtschaftspolitik"},"content":{"rendered":"<p>Die Unternehmen in der heimischen Metall- und Elektroindustrie blicken gebannt auf die Bundestagswahl am 23. Februar und die sich daraus ergebenden Mehrheitsverh\u00e4ltnisse. Das ist eines der Ergebnisse aus der Konjunkturumfrage zum Ende des Jahres 2024. \u201eDie Unternehmen haben uns in ihren Antworten das gespiegelt, was wir Verb\u00e4nde seit Monaten, wenn nicht Jahren, landauf, landab propagieren\u201c, schlussfolgert Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes der Siegerl\u00e4nder Metallindustriellen (VdSM). Denn neben der Beantwortung der \u201eStandardfragen\u201c zur momentanen Lage im Betrieb gab es so viele ausf\u00fchrliche Wortmeldungen zur (schlechten) momentanen Lage wie nie zuvor. Das Bedenkliche: Nicht ein einziger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer hat in seinem Statement positive Erkenntnisse ge\u00e4u\u00dfert. Ein Beispiel aus den anonymisierten Ergebnissen: \u201eWir sind, wie immer, auf uns alleingestellt und m\u00fcssen mithilfe von Investitionen und intelligentem Liquidit\u00e4tsmanagement daf\u00fcr Sorge tragen, dass unsere Besch\u00e4ftigten auch weiterhin in Lohn und Brot stehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Entlassungen und Kurzarbeit geplant<\/strong><\/p>\n<p>Das beweist die hohe soziale Verantwortung, die die heimischen gr\u00f6\u00dftenteils famili\u00e4r gef\u00fchrten Mittelst\u00e4ndler f\u00fcr ihre Belegschaft in Siegen-Wittgenstein empfinden. Und dennoch geht die dauerhafte Krise nicht mehr spurlos an der Personalplanung vorbei. 33 Prozent der befragten Unternehmen planen Entlassungen in den kommenden sechs Monaten, 26 Prozent haben im zur\u00fcckliegenden Jahr bereits Personal freisetzen m\u00fcssen. Vor Jahresfrist war die Konjunkturumfrage schon so schlecht ausgefallen wie noch nie zuvor, damals lagen die Zahlen f\u00fcr geplante oder zur\u00fcckliegende Entlassungen jeweils bei 21 Prozent. Auf hohem Niveau bleibt das Instrument der Kurzarbeit. Fast zwei Drittel der Unternehmen erwarten, es in den kommenden sechs Monaten beantragen zu m\u00fcssen, 22 Prozent haben es in den vergangenen sechs Monaten eingesetzt. \u201eBei allen wirtschafts- und sozialpolitischen Problemen sehen wir die Kurzarbeit als eine gute und unverzichtbare Errungenschaft in der Bundesrepublik\u201c, lobt VdSM-Vorsitzender Christian F. Kocherscheidt: \u201eAndere L\u00e4nder beneiden uns darum!\u201c<\/p>\n<p>Viele setzen nun auf eine \u00c4nderung der Wirtschaftspolitik mit B\u00fcrokratieabbau sowie eine Senkung der Lohnnebenkosten und der Energiepreise. Das ist auch bitter n\u00f6tig, denn die Ertragslage beurteilen 61 Prozent der Umfrageteilnehmer als schlecht, nur noch 9 Prozent als wirklich gut. \u201eAuftragsmangel, zu hohe Kostenbelastung und \u00dcberregulierung brauen sich zu einem Giftcocktail zusammen, unter dem Unternehmen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter \u00e4chzen\u201c, beklagt der VdSM-Vorsitzende Christian F. Kocherscheidt.<\/p>\n<p>An der diesj\u00e4hrigen Konjunkturumfrage, die der Landesverband METALL NRW im Auftrag des VdSM durchf\u00fchrte, nahmen 46 Betriebe mit \u00fcber 10.000 Besch\u00e4ftigten teil.<\/p>\n<p><strong>Fast 50 Prozent klagen \u00fcber schlechte Gesch\u00e4ftslage<\/strong><\/p>\n<p>Die vor zw\u00f6lf Monaten schon schlechten Angaben zur aktuellen Gesch\u00e4ftslage haben sich nicht ver\u00e4ndert. Zwar geben jetzt 9 statt 6 Prozent der befragten Unternehmen an, mit der Gesch\u00e4ftslage zufrieden zu sein, daf\u00fcr hat sich der Anteil der Firmen mit negativer Einsch\u00e4tzung noch einmal verschlechtert (47 Prozent, 2023: 39 Prozent). Kleiner Silberstreif am Horizont: nachdem im vergangenen Jahr kein einziges befragtes Unternehmen eine Verbesserung der Gesch\u00e4ftslage erwartete, tun das aktuell wieder 9 Prozent.<\/p>\n<p>Be\u00e4ngstigend sind die Zahlen im Bezug auf die aktuelle Auftragslage. Hier sprechen aktuell 70 Prozent der Unternehmen von einer schlechten Situation im Inland (2023: 61 Prozent). Etwas besser, n\u00e4mlich ganz \u00e4hnlich wie im Vorjahr, ist die Auftragslage im Ausland. Die Erwartungen zur Auftragslage in den kommenden sechs Monaten haben sich leicht verbessert. W\u00e4hrend 2023 kein einziger Umfrageteilnehmer eine bessere Erwartung f\u00fcr das Inland \u00e4u\u00dferte, sind es jetzt wieder 9 Prozent. F\u00fcr das Ausland wuchs die positive Erwartung von 3 auf 10 Prozent. Das kann freilich nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass f\u00fcr das Inland \u00fcber die H\u00e4lfte der befragten Unternehmen mit einer noch schlechteren Auftragslage f\u00fcr die Zukunft rechnet.<\/p>\n<p>Text: Jan Krumnow, Foto: Julia F\u00f6rster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unternehmen in der heimischen Metall- und Elektroindustrie blicken gebannt auf die Bundestagswahl am 23. Februar und die sich daraus ergebenden Mehrheitsverh\u00e4ltnisse. 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