{"id":3262,"date":"2016-02-16T15:21:23","date_gmt":"2016-02-16T14:21:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3262"},"modified":"2016-02-18T13:59:15","modified_gmt":"2016-02-18T12:59:15","slug":"arbeitsplaetze-in-nrw-gehen-verloren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/arbeitsplaetze-in-nrw-gehen-verloren\/","title":{"rendered":"Arbeitspl\u00e4tze in NRW gehen verloren"},"content":{"rendered":"<p>In der Metall- und Elektroindustrie (M+E) Nordrhein-Westfalens gehen in sp\u00fcrbarem Umfang Produktionsarbeitspl\u00e4tze verloren. Betroffen sind vor allem einfache T\u00e4tigkeiten. Demgegen\u00fcber w\u00e4chst der Anteil der Auslandsproduktion. Unabh\u00e4ngig von der Betriebsgr\u00f6\u00dfe investieren immer mehr M+E-Unternehmen im Ausland und erzielen dort auch den zunehmend gr\u00f6\u00dferen Teil ihrer Gewinne. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), an der sich fast 30 Prozent der rund 1.200 tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen beteiligt haben und die von der IW Consult GmbH K\u00f6ln im Januar 2016 durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff, sagte bei der Vorlage der Ergebnisse am Montag in D\u00fcsseldorf, die Umfrage sei Beleg f\u00fcr eine sp\u00fcrbare Erosion des M+E-Produktionsstandortes NRW. Als Hauptgr\u00fcnde h\u00e4tten die Unternehmen die zuletzt stark gestiegenen Arbeitskosten sowie zunehmende Belastungen durch falsche politische Weichenstellungen genannt.\u00a0 \u201eDie Ergebnisse sind mehr als nur ein Warnsignal an die IG Metall und an die Landespolitik, die Bedingungen f\u00fcr Produktion, Investitionen und wettbewerbsf\u00e4hige Arbeitspl\u00e4tze in Nordrhein-Westfalen schnell und nachhaltig zu verbessern\u201c, betonte Kirchhoff. Die Tarifrunde 2016 d\u00fcrfe die Unternehmen keinesfalls weiter schw\u00e4chen, die Landesregierung m\u00fcsse endlich nachhaltig f\u00fcr Aufbruchstimmung in Nordrhein-Westfalen sorgen.<\/p>\n<p>Der NRW-Metallarbeitgeberpr\u00e4sident warnte vor einem sp\u00fcrbaren Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen in einer n\u00e4chsten Rezession. Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der heimischen Standorte habe in den letzten Jahren dramatisch gelitten. Zu hohe Lohnkostenspr\u00fcnge bei gleichzeitig minimalen Produktivit\u00e4tsgewinnen h\u00e4tten die Stand-orte in Nordrhein-Westfalen anf\u00e4llig gemacht. \u201eObendrein fehlt eine wettbewerbsf\u00e4hige Verkehrs- und digitale Infrastruktur, um den Industriestandort NRW zukunftsfest zu machen\u201c, erkl\u00e4rte Kirchhoff. Es d\u00fcrfe sowohl tarifpolitisch als auch wirtschaftspolitisch keine Zeit mehr vergeudet werden. Andernfalls bef\u00fcrchte er eine Beschleunigung des R\u00fcckzugs von NRW-Unternehmen aus den M+E-Produktionsstandorten des Landes. Es m\u00fcsse jetzt alles getan werden, damit die M+E-Industrie als Herz der NRW-Wirtschaft gest\u00e4rkt werde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/arbeitsplaetze-in-nrw-gehen-verloren\/verbandsumfrage2016\/\" rel=\"attachment wp-att-3263\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3263\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/verbandsumfrage2016-300x186.jpg\" alt=\"verbandsumfrage2016\" width=\"300\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/verbandsumfrage2016-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/verbandsumfrage2016-768x477.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/verbandsumfrage2016.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Produktion: <\/strong>Binnen zehn Jahren wird der Anteil der Produktion im Inland von mehr als 70 Prozent auf 54 Prozent gesunken, der Auslandsanteil entsprechend gestiegen sein. Der Anteil von Auslandsproduktion, der Inlandsproduktion ersetzt, erh\u00f6ht sich von 24 Prozent vor f\u00fcnf Jahren auf 34 Prozent in f\u00fcnf Jahren.<\/p>\n<p><strong>Investitionen: <\/strong>Fast die H\u00e4lfte der Investitionen wird in f\u00fcnf Jahren in Maschinen und Anlagen an ausl\u00e4ndischen Produktionsstandorten flie\u00dfen \u2013 vor f\u00fcnf Jahren waren es erst ein Drittel, aktuell liegt die Quote bei 40 Prozent. Dabei steht im Inland der Erhalt und die Modernisierung der Produktionsanlagen im Fokus, w\u00e4hrend bei Investitionen im Ausland dagegen vor allem das Erweiterungs-Motiv, also der Auf- und Ausbau von Produktionskapazit\u00e4ten, im Vordergrund steht.<\/p>\n<p><strong>Gewinne: <\/strong>Die zus\u00e4tzlichen Kapazit\u00e4ten im Ausland f\u00fchren zu einem r\u00fcckl\u00e4ufigen Anteil der Inlandsgewinne an den Gesamtgewinnen der Unternehmen. Binnen zehn Jahren wird sich der Anteil der Inlandsgewinne von einst 70 Prozent auf dann 52 Prozent reduziert haben. Anders ausgedr\u00fcckt: In f\u00fcnf Jahren wird im Durchschnitt der NRW-Metall- und Elektroindustrie jeder zweite Euro Gewinn von ausl\u00e4ndischen Produktionsstandorten erzielt worden sein.<\/p>\n<p><strong>Besch\u00e4ftigung: <\/strong>Bei drei Viertel der Unternehmen ist die Personalintensit\u00e4t im Ausland h\u00f6her als im Inland, bei fast einem Drittel sogar deutlich h\u00f6her. Der Anteil der einfachen T\u00e4tigkeiten (Entgeltgruppen 1-5) an der Inlandsproduktion wird sich weiter sp\u00fcrbar verringern. Als Gr\u00fcnde nennen 75 Prozent der Unternehmen den h\u00f6heren Automatisierungsgrad, 57 Prozent den Einkauf von durch Einfacht\u00e4tigkeiten hergestellten Produkten \u00fcber inl\u00e4ndische Drittanbieter oder \u00fcber ausl\u00e4ndische Drittanbieter (44 Prozent) sowie 37 Prozent die Verlagerung dieser T\u00e4tigkeiten an ausl\u00e4ndische Standorte.<\/p>\n<p><strong>Ver\u00e4nderung der Produktion im Inland:<\/strong> In langfristiger Perspektive von zehn Jahren erweisen sich die Automatisierung der Produktion, die zunehmende Flexibilisierung und die abnehmende Fertigungstiefe im Inland als Megatrends. Auf einer Skala von 0 (deutlich verringert) bis 10 (deutlich erh\u00f6ht) liegt die Automatisierung bei 7,8, der Einsatz von Flexibilisierungsinstrumenten bei 7,2, der Einsatz von im Ausland eingekauften Vorprodukten ebenfalls bei 7,2, der Einsatz von eigenen im Ausland kosteng\u00fcnstiger hergestellten Produkten bei 6,7. Ebenfalls wichtig ist der Einsatz von Zeitarbeit (6,0) und Werkvertr\u00e4gen (5,7).<\/p>\n<p><strong>Politik und Gesetze:<\/strong> Zus\u00e4tzliche Belastungen durch Regulierung der Politik in Bund und Land werden von den Unternehmen als gravierende Investitionshemmnisse empfunden. Dabei bezeichnen 57 Prozent der Unternehmen die Unsicherheit durch die Energiewende sowie 52 Prozent den Verlust von Flexibilit\u00e4t durch Einschr\u00e4nkungen bei der Zeitarbeit als besonders bremsend. Rund 40 Prozent klagen \u00fcber den durch die Rente mit 63 versch\u00e4rften Fachkr\u00e4ftemangel, jeweils 37 Prozent \u00fcber \u00fcberzogene Klimaschutzvorschriften, das B\u00fcrokratiemonster Tariftreue- und Vergabegesetz sowie \u00fcber zus\u00e4tzliche Flexi-Anforderungen (Eltern-, Bildungs- und Pflegezeiten). Von jedem f\u00fcnften Unternehmen wird der b\u00fcrokratische Aufwand zur Kontrolle des Mindestlohns moniert. In der Kritik stehen \u00fcberdies der NRW-Landesentwicklungsplan (15 Prozent) und das NRW-Hochschulzukunftsgesetz (8 Prozent).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Metall- und Elektroindustrie (M+E) Nordrhein-Westfalens gehen in sp\u00fcrbarem Umfang Produktionsarbeitspl\u00e4tze verloren. Betroffen sind vor allem einfache T\u00e4tigkeiten. 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