{"id":32609,"date":"2024-10-07T08:41:29","date_gmt":"2024-10-07T06:41:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=32609"},"modified":"2024-10-07T08:41:29","modified_gmt":"2024-10-07T06:41:29","slug":"prof-dr-hubertus-bardt-iw-analysiert-zustand-der-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/prof-dr-hubertus-bardt-iw-analysiert-zustand-der-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Prof. Dr. Hubertus Bardt (IW) analysiert Zustand der Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Siegen\/Olpe<\/b>. \u201eEs gibt viele kleine Hebel, mit denen wir besser werden k\u00f6nnen. Wir sind ein innovationsstarkes Land. Hieraus k\u00f6nnen wir etwas machen!\u201c Prof. Dr. Hubertus Bardt zeigte in seinem Vortrag \u201ePerspektive statt Pessimismus \u2013 kommt die Wirtschaft aus der Krise?\u201c vor rund 80 Unternehmensvertretern in der\u00a0<span class=\"markwqw8lshlh\" data-markjs=\"true\" data-ogac=\"\" data-ogab=\"\" data-ogsc=\"\" data-ogsb=\"\">IHK<\/span>\u00a0angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage Deutschlands einige hoffnungsvolle Lichtblicke auf. Wahrlich keine einfache Aufgabe, vor die der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Instituts der deutschen Wirtschaft sich von den einladenden Arbeitgeberverb\u00e4nden Siegen-Wittgenstein und der\u00a0<span class=\"markwqw8lshlh\" data-markjs=\"true\" data-ogac=\"\" data-ogab=\"\" data-ogsc=\"\" data-ogsb=\"\">IHK<\/span>\u00a0Siegen gestellt sah.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Als Kernproblem machte der renommierte Volkswirt die seit mindestens sechs Jahren anhaltende, faktische \u201eSeitw\u00e4rtsbewegung\u201c der deutschen Wirtschaft aus. \u201eProblematisch an einer solch langanhaltenden Stagnation ist, dass sie das Investitionsgeschehen d\u00e4mpft.\u201c Die Zahlen zeigten: Das Baugewerbe sacke seit 2021 weg, und auch die Bruttowertsch\u00f6pfung beim verarbeitenden Gewerbe entwickle sich nach einer kurzen Erholung im vergangenen Jahr wieder zur\u00fcck. Prognosen in die Zukunft ber\u00fccksichtigen verschiedene Faktoren. W\u00e4hrend sich die Leitzinssenkung positiv auswirke, bringe die starke globale Vernetzung Deutschlands derzeit Probleme: L\u00e4uft es in der Weltwirtschaft schlecht, wirke sich das unmittelbar aus. Und hier macht sich bemerkbar, dass die globale Industrieproduktion nach wie vor schw\u00e4chelt. Hinzu komme, dass trotz r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation das Preisniveau hoch liege. \u201eKurzum: Konsum und Export fallen als Nachfragetreiber aus!\u201c, fasste der Fachmann zusammen.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><strong>Bardt: Langfristige konjunkturelle Stagnation Indiz f\u00fcr bestehende strukturelle Probleme<\/strong><br \/>\nNicht nur zeigt die Industrieproduktion keine gute Entwicklung, auch die Prognosen fallen verhalten aus. F\u00fcr die Gesamtwirtschaft sagen Experten f\u00fcr 2025 ein Wachstum von 1 % vorher, in der Industrie von 1,5 bis 2 %, vor allem die Folge einer Erholung der Weltwirtschaft und der Leitzinspolitik. Damit jedoch sei noch nicht aufgeholt, was in den zur\u00fcckliegenden Monaten an Wachstum verloren gegangen sei. Handelsbarrieren, etwa durch h\u00f6here US-Z\u00f6lle, stellten zudem ein betr\u00e4chtliches Risiko dar und k\u00f6nnten das Wachstum in den kommenden Jahren um 1,2 % mindern. Sollte China reagieren, sei mit einem weiteren R\u00fcckgang zu rechnen.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">\u201eDie langfristige konjunkturelle Stagnation ist jedoch ein Indiz f\u00fcr bestehende strukturelle Probleme\u201c, betonte Prof. Dr. Hubertus Bardt. \u201eWir beobachten eine \u00fcber Jahre hinweg schwache Investitionsentwicklung. Besonders problematisch ist, dass ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen in Deutschland eingebrochen sind: ein Zeichen daf\u00fcr, dass man nicht glaubt, dass man in Deutschland gutes Geld verdienen kann!\u201c<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Der Blick auf die industrielle Standortqualit\u00e4t in Deutschland zeige r\u00fcckl\u00e4ufige Trends in den meisten Kategorien. \u201eBei allem, wo wir gut sind, sind wir schlechter geworden!\u201c Ein wichtiger Schl\u00fcssel, um Potenziale zu heben, sei der Einsatz K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI). Mit ihr k\u00f6nne der altersbedingte Verlust an Arbeitsvolumen abgefedert und ein Beitrag zur Bruttowertsch\u00f6pfung von 330 Mrd. \u20ac geleistet werden. Zudem gelte es, Potenziale im Bereich der Innovation, der digitalen Gesch\u00e4ftsmodelle und der Bildung zu nutzen. Mit der energieintensiven Industrie, der in der Transformation steckenden Automotivebranche und einem auch durch \u00fcberbordende B\u00fcrokratie \u201ein der Breite frustrierten Mittelstand\u201c machte der Referent drei gro\u00dfe Problemfelder aus, die anzugehen seien.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><strong>Kocherscheidt: China und Indien haben uns in einigen Bereichen bereits \u00fcberholt<\/strong><br \/>\n\u201eWir k\u00f6nnen uns mit einer Konzentration auf unsere St\u00e4rken aus der Schw\u00e4che herausbewegen, wenn wir \u00c4nderungen in den Betrieben, aber auch in der Gestaltung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen vornehmen. Dazu m\u00fcssen wir das, was wir gut k\u00f6nnen, mit den gesellschaftlichen Anforderungen an Ver\u00e4nderung kombinieren!\u201c Ziel m\u00fcsse etwa sein, die Industrie st\u00e4rker mit Erneuerbaren Energien zusammenzubringen.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">In seiner Begr\u00fc\u00dfung zu Beginn der Veranstaltung hatte bereits Christian F. Kocherscheidt, Vorsitzender der Arbeitgeberverb\u00e4nde, einen Paradigmenwechsel angemahnt: W\u00e4hrend in Deutschland lange \u00f6ffentlich \u00fcber den richtigen Weg diskutiert werde, schlafe der Wettbewerb nicht. \u201eChina und Indien haben uns in einigen Bereichen bereits \u00fcberholt. Und Amerika ist auch nicht mehr der Partner, auf den man sich wirtschaftlich, milit\u00e4risch oder au\u00dfenpolitisch bedingungslos verlassen kann.\u201c Gefordert sei jetzt eine neue Haltung des Anpackens.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Auf die provokante Frage aus dem Publikum, weshalb Unternehmen \u00fcberhaupt standorttreu bleiben sollten, hatte Mark Georg (Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik) eine klare Antwort: \u201eWir haben nach wie vor eine duale Ausbildung, um die uns andere Staaten beneiden, zukunftsgerichtete Start-ups, eine Universit\u00e4t vor Ort, wir profitieren von einem sicheren politischen Umfeld und befinden uns im Herzen Europas! Wir sollten nicht auf die Politik warten. Es liegt vielmehr an uns selbst, was wir aus unserer Zukunft machen!\u201c<\/p>\n<p>Text\/Fotos: IHK\/AGV<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siegen\/Olpe. \u201eEs gibt viele kleine Hebel, mit denen wir besser werden k\u00f6nnen. Wir sind ein innovationsstarkes Land. 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