{"id":326,"date":"2012-01-19T12:18:03","date_gmt":"2012-01-19T11:18:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=326"},"modified":"2012-01-19T12:18:03","modified_gmt":"2012-01-19T11:18:03","slug":"gute-perspektiven-fuer-schulabgaenger-schlechte-noten-fuer-schulpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/gute-perspektiven-fuer-schulabgaenger-schlechte-noten-fuer-schulpolitik\/","title":{"rendered":"Gute Perspektiven f\u00fcr Schulabg\u00e4nger &#8211; schlechte Noten f\u00fcr Schulpolitik"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_327\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/008-12-Blitzumfrage.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-327\" class=\"size-full wp-image-327\" title=\"Blitzumfrage IHK Ausbildung\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/008-12-Blitzumfrage.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-327\" class=\"wp-caption-text\">Die Betriebe im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) wollen 2012 ihr Ausbildungsvolumen leicht steigern.<\/p><\/div>\n<p>Siegen\/Olpe, 19. Januar 2012. Die Betriebe im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) wollen 2012 ihr Ausbildungsvolumen leicht steigern. Sie versuchen zudem, dem R\u00fcckgang der Schulabsolventen durch intensivere Schulkontakte zu begegnen. Vor allem aber erteilen sie der NRW-Schulpolitik schlechte Noten. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer IHK-Blitzumfrage bei knapp 200 heimischen Personalchefs und Ausbildern. Der von der rot-gr\u00fcnen Landesregierung und CDU ausgehandelte Schulkompromiss verunsichert offenbar die Unternehmen mehr als bisher angenommen. 35 Prozent der Betriebe sind verunsichert, weil ihnen die Schulstrukturen zu un\u00fcbersichtlich werden. Lediglich 7 Prozent der befragten Unternehmen finden die in dem Kompromiss auf Landesebene faktisch angelegte Ausdehnung der Schulformen sinnvoll. IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz J. Mockenhaupt: \u201eNur 1 Prozent der befragten Personal- und Ausbildungsverantwortlichen gibt an, alle zuk\u00fcnftig in Nordrhein-Westfalen angebotenen Schulformen wiesen ein klares Profil auf. Lediglich 5 Prozent halten es f\u00fcr gut, dass die Kommunen aus sehr vielen unterschiedlichen Schulformen ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen. Im Grunde ist dies ein vernichtendes Urteil f\u00fcr den schulpolitischen Kompromiss auf Landesebene.\u201c<\/p>\n<p>Eindeutig wichtiger als die Frage der Schulformen sei f\u00fcr die Unternehmen, wie intensiv die inhaltliche Vermittlung in den Klassenzimmern vonstatten gehe. Dies h\u00e4tten immerhin knapp zwei Drittel aller befragten Unternehmen angegeben, so IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie Politik besch\u00e4ftigt sich nach wie vor zu stark mit der strukturellen, nicht jedoch ausreichend mit der inhaltlichen Komponente des Unterrichtens. Nur so ist es zu erkl\u00e4ren, dass mittlerweile ein Viertel der Befragten Mitleid mit den Eltern haben, die Schulformentscheidungen zu treffen haben und jedem achten Personalchef die Lehrer leid tun.\u201c Da sei es fast folgerichtig, dass immerhin 23 Prozent aller befragten Personalchefs und Ausbilder die Auffassung vertr\u00e4ten, die beste Reform best\u00fcnde in einer Reformpause. 34 Prozent der Befragten h\u00e4tten angegeben, keine klare Vorstellung davon zu haben, was die NRW-Schulpolitik wirklich wolle. Auch dies m\u00fcsse zu denken geben.<\/p>\n<p>Dabei treibt die Unternehmen immer mehr die Sorge, dass die zunehmenden Engp\u00e4sse in der Fachkr\u00e4fteversorgung mit sinkenden Bewerberzahlen auf dem Lehrstellenmarkt einhergehen. Mehr als jedes zweite Unternehmen (55 Prozent) gab an, dass sich die Anzahl der Bewerbungen insgesamt im Vergleich zum Vorjahr r\u00fcckl\u00e4ufig entwickle. 41 Prozent sprachen hier von einer in etwa gleich bleibenden Anzahl, von mehr Bewerbern berichteten lediglich 4 Prozent der befragten Unternehmen. Ein etwa gleich bleibendes Niveau der Bewerbungen registrierten 54 Prozent, ein insgesamt sinkendes Niveau machten 46 Prozent der Befragten aus.<\/p>\n<p>Auf breiter Front stellen sich die Unternehmen auf die dramatisch sinkenden Schulabg\u00e4ngerzahlen ein. Immerhin 43 Prozent der Firmen bem\u00fchen sich bereits verst\u00e4rkt um schw\u00e4chere Bewerber. Zugleich gehen 64 Prozent der Unternehmen fr\u00fcher auf die allgemein bildenden Schulen zu als in den Jahren zuvor. 43 Prozent der Unternehmen systematisierten ihre eigenen Personalentwicklungsanstrengungen und 42 Prozent arbeiten intensiver als bisher mit Lehrwerkst\u00e4tten und Bildungstr\u00e4gern zusammen, um die zu erwartenden Engp\u00e4sse auf dem Lehrstellenmarkt abzumildern. Erfreulich zudem: Jedes zehnte Unternehmen versucht bereits heute, die Ausbildung f\u00fcr potentielle Lehrlinge der Zukunft durch gezielte Auslandspraktika attraktiver zu gestalten. 22 Prozent der Firmen gaben an, die zu erwartenden Probleme durch eine intensivere Zusammenarbeit mit der Agentur f\u00fcr Arbeit anzugehen. Franz J. Mockenhaupt: \u201eWir arbeiten mit der Agentur f\u00fcr Arbeit in der Beratung, der Berufsvorbereitung und der Vermittlung seit Jahren vertrauensvoll und erfolgreich zusammen. Wir wundern uns daher \u00fcber diese niedrige Quote und werden gemeinsam \u00fcberlegen, wie die Inanspruchnahme der Agentur f\u00fcr Arbeit weiter zu steigern ist. Daran m\u00fcssen alle verantwortlich Handelnden in der Region interessiert sein.\u201c<\/p>\n<p>Die Blitzumfrage machte jedoch noch ein Weiteres deutlich: Die Unternehmen wollen mit ihren Anstrengungen in der betrieblichen Erstausbildung nicht nachlassen. Die befragten Unternehmen gaben an, im vergangenen Jahr insgesamt 653 Lehrlinge eingestellt zu haben. F\u00fcr das laufende Jahr 2012 wollen dieselben Unternehmen nach derzeitigem Sachstand 674 Auszubildende einstellen \u2013 eine geplante Steigerung von immerhin gut 3 Prozent. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDieser Teilaspekt der Umfrage ist ausgesprochen positiv. Bereits 2011 war eines der besten Lehrstellenjahre in den letzten 25 Jahren. Ganz offenkundig will die Mehrzahl der Unternehmen das erreichte Niveau halten und sogar ma\u00dfvoll ausweiten. Den Nutzen hiervon haben die jungen Menschen. Bringen sie ein Mindestma\u00df an Engagement und Eignung mit, d\u00fcrften sich ihre Chancen auf dem Lehrstellenmarkt auch im neuen Jahr verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut darstellen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siegen\/Olpe, 19. Januar 2012. Die Betriebe im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) wollen 2012 ihr Ausbildungsvolumen leicht steigern. 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