{"id":3241,"date":"2016-02-10T16:09:04","date_gmt":"2016-02-10T15:09:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3241"},"modified":"2016-02-10T16:09:04","modified_gmt":"2016-02-10T15:09:04","slug":"regulierungswut-hilft-keinem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/regulierungswut-hilft-keinem\/","title":{"rendered":"Regulierungswut hilft keinem"},"content":{"rendered":"<p>Aus Sicht der Gewerkschaften nutzen Unternehmen Werkvertr\u00e4ge vor allem, um L\u00f6hne zu dr\u00fccken und arbeitsrechtliche Bestimmungen zu umgehen. Tats\u00e4chlich sind Werkvertr\u00e4ge aber ein unverzichtbarer Bestandteil der Arbeitsteilung. Eine st\u00e4rkere Regulierung k\u00f6nnte sich fatal auswirken.<\/p>\n<p>Die Arbeitsteilung zwischen Firmen ist Ausdruck eines einfachen \u00f6konomischen Prinzips: Jeder macht das, was er am besten kann. Deswegen entwickelt ein Automobilhersteller beispielsweise bestimmte Komponenten nicht selbst, sondern kauft sie von einem spezialisierten Hersteller an \u2013 und l\u00e4sst sie gegebenenfalls sogar von dessen entsprechend qualifizierten Mitarbeitern einbauen.<\/p>\n<p>Generell gilt die Devise: Was ein Betrieb besser selbst herstellt und was er von au\u00dfen zukauft, kann sinnvoller Weise nur er allein entscheiden. W\u00fcrden Werkvertr\u00e4ge in Deutschland st\u00e4rker reguliert, wie es die Gewerkschaften fordern, k\u00f6nnten die Unternehmen nicht mehr so effizient produzieren wie bislang. Ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit w\u00fcrde leiden und ohne Not gerieten Arbeitspl\u00e4tze sowohl bei den Bestellern als auch bei Auftragnehmern von Werkvertr\u00e4gen in Gefahr.<\/p>\n<p>F\u00fcr Arbeitnehmer muss der Werkvertrag zudem kein Nachteil sein. Mitunter wenden die Auftraggeber und die Auftragnehmer von Werkvertr\u00e4gen den gleichen Tarifvertrag an. Und auf jeden Fall sind die Besch\u00e4ftigten bei den Auftragnehmern von Werkvertr\u00e4gen keine \u201eArbeitnehmer zweiter Klasse\u201c, wie gerne behauptet wird: Sie haben schlie\u00dflich die gleichen Rechte wie andere Arbeitnehmer \u2013 darunter das Recht, sich von einer Gewerkschaft vertreten zu lassen, die f\u00fcr eine angemessene Entlohnung streitet. Der rechtswidrige Einsatz von Werkvertr\u00e4gen kann ohnehin bereits mit dem heute geltenden Gesetz sanktioniert werden, auch daf\u00fcr braucht es also keine Regelversch\u00e4rfung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die These, dass Erwerbst\u00e4tige, die auf Grundlage von Werkvertr\u00e4gen besch\u00e4ftigt sind, grunds\u00e4tzlich schlechter dastehen, fehlt \u00fcberdies ein empirischer Beleg. Selbstst\u00e4ndige, die Werkvertr\u00e4ge abschlie\u00dfen, sind im Durchschnitt sogar besser qualifiziert und erzielen h\u00f6here Einkommen als abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p>Eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-B\u00f6ckler-Stiftung zeigt zudem, dass nur 2,5 Prozent der deutschen Industrieunternehmen \u00fcberhaupt Werkvertr\u00e4ge abschlie\u00dfen, die im Betrieb des Auftraggebers erbracht werden, zum Kernbereich seines Wertsch\u00f6pfungsprozesses gez\u00e4hlt werden k\u00f6nnen und auf Dauer angelegt sind. Es spricht also vieles daf\u00fcr, dass Unternehmen Werkvertr\u00e4ge in der Regel wirklich so nutzen, wie es politisch gewollt ist.<\/p>\n<p>Im europ\u00e4ischen Vergleich setzen deutsche Unternehmen ohnehin deutlich seltener auf Outsourcing als Unternehmen in anderen L\u00e4ndern: 22,1 Prozent der Unternehmen in Deutschland lagern Aktivit\u00e4ten im Produktionsbereich aus, in der EU insgesamt sind es 29,5 Prozent.<\/p>\n<p>Institut der deutschen Wirtschaft, K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Sicht der Gewerkschaften nutzen Unternehmen Werkvertr\u00e4ge vor allem, um L\u00f6hne zu dr\u00fccken und arbeitsrechtliche Bestimmungen zu umgehen. 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