{"id":31778,"date":"2024-01-18T15:18:14","date_gmt":"2024-01-18T14:18:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=31778"},"modified":"2024-01-18T15:18:24","modified_gmt":"2024-01-18T14:18:24","slug":"arbeitgeberverband-olpe-warnt-vor-wirtschaftlichen-unsicherheiten-und-fordert-politische-verlaesslichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/arbeitgeberverband-olpe-warnt-vor-wirtschaftlichen-unsicherheiten-und-fordert-politische-verlaesslichkeit\/","title":{"rendered":"Arbeitgeberverband Olpe warnt vor wirtschaftlichen Unsicherheiten und fordert  politische Verl\u00e4sslichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Der Arbeitgeberverband Olpe pr\u00e4sentiert besorgniserregende Ergebnisse aus seiner j\u00fcngsten Konjunkturumfrage. Die Umfrage, an der ein Gro\u00dfteil der M+E-Betriebe im Kreis Olpe mit rund 10.000 Besch\u00e4ftigten und etwa 570 Auszubildenden teilnahm, offenbart eine deutlich ged\u00e4mpfte Wirtschaftsstimmung und zeigt, dass es dringend eines wirtschaftspolitisch verl\u00e4sslichen Rahmens bedarf, um vor dem Hintergrund der zahlreichen Herausforderungen den Anschluss nicht zu verlieren.<\/p>\n<p>\u201eIm Vergleich zum Vorjahr hat sich die Teilnehmerzahl an der Umfrage verdoppelt. Das ist ein klares Zeichen f\u00fcr die wachsenden Sorgen der heimischen Wirtschaft\u201c, so der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes, Christopher Mennekes. Er betonte, dass sich die Stimmungslage mit Blick auf die aktuelle Umfrage nochmals deutlich eingetr\u00fcbt habe. Bereits zum Ende des vergangenen Jahres war die Stimmung der Unternehmerinnen und Unternehmer im Hinblick auf die Nach- und Auswirkungen der zahlreichen Krisen ged\u00e4mpft.<\/p>\n<p>\u201eDer derzeitige wirtschaftspolitische Rahmen ist alles andere als verl\u00e4sslich und setzt mitunter noch Fehlanreize\u201c, konstatierte Christopher Mennekes. So f\u00fchren unklare oder wenig verl\u00e4ssliche F\u00f6rderkulissen genau zum Gegenteil und behindern eher das angestrebte Ziel beispielsweise eines klimafreundlichen Umbaus. Die damit einhergehenden Unsicherheiten tragen zu einem deutlichen R\u00fcckgang der Nachfrage bei, gleichzeitig f\u00fchren die bestehenden b\u00fcrokratischen Aufw\u00e4nde wie z.B. Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sowie die nach wie vor nicht zufriedenstellend gel\u00f6ste Situation bei den Energiepreisen zu deutlich gestiegenen Belastungen bei den Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern. \u201eZwar h\u00e4tten sich die Energiepreise stabilisiert, aber auf einem im europ\u00e4ischen Vergleich deutlich zu hohen Niveau\u201c, so Christopher Mennekes. Investitionszur\u00fcckhaltung, weniger Besch\u00e4ftigung oder im schlimmsten Fall Abwanderungen in andere L\u00e4nder seien die Folge.<\/p>\n<p>Die Konjunkturumfrage des AGV belegt die Investitionszur\u00fcckhaltung. Gerade einmal 17 % der Unternehmen sehen gegen\u00fcber dem Vorjahr eine Steigerung der Inlandsinvestitionst\u00e4tigkeit, 38 % gehen davon aus, dass sie im Inland weniger investieren. Im vergangenen Jahr war dieses Verh\u00e4ltnis immerhin noch 58 %, die von einer Steigerung und 8 %, die von einem R\u00fcckgang ausgingen. Bei den Auslandsinvestitionen ist die Situation positiver. Hier gehen immerhin 31 % von einer Steigerung und 50 % von einem gleichbleibenden Niveau aus. Die aktuellen Ma\u00dfnahmen zur Bew\u00e4ltigung der Folgen aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Bundeshaushalt verst\u00e4rken die Unsicherheit. Der AGV Olpe fordert eine Wirtschaftspolitik mit Weitblick, die auch die Frage der Versorgungssicherheit ber\u00fccksichtigt. \u201eDie Unternehmen ben\u00f6tigen einen verl\u00e4sslichen Planungshorizont. Viele Unternehmen sind mitten in der Transformation oder bereiten sich darauf vor. In einer Zeit, in der die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren noch weit hinter den M\u00f6glichkeiten zur\u00fcckbleibt und insbesondere die Absicherung durch grundlastf\u00e4hige Gaskraftwerke noch nicht voranschreitet, ist es umso wichtiger \u00fcber einen verl\u00e4sslichen Planungshorizont zu sprechen und die aufkommenden Fragen zu kl\u00e4ren, da die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen der n\u00e4chsten Jahre und Jahrzehnte die Unternehmensplanung in ganz erheblichem Ma\u00dfe beeinflussen\u201c, so Mennekes.<\/p>\n<p>Arndt G. Kirchhoff, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Metall und Pr\u00e4sident von unternehmer nrw, pflichtete Christopher Mennekes bei und betont, dass es nunmehr f\u00fcnf vor zw\u00f6lf f\u00fcr einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel sei. Allein die Diskussion um ein grunds\u00e4tzliches Verbot von PFAS (perund polyfluorierte Alkylsubstanzen) zeige mehr als deutlich, dass aktuell weder in Europa noch in Deutschland das politische Gesp\u00fcr eines praxisorientierten Problembewusstseins erkennbar sei. Er betont, dass es nunmehr dringend an der Zeit sei, sich der S\u00e4ulen der sozialen Marktwirtschaft zu besinnen und Wirtschaft und Arbeit als Basis unseres Wohlstandes zu f\u00f6rdern, um vor dem Hintergrund der anstehenden zuk\u00fcnftigen Herausforderungen durch Demografie, Dekarbonisierung, Digitalisierung und De-Globalisierung der aktuell auch im politischen Umfeld erkennbaren Spaltung und teilweise gesellschaftlichen Radikalisierung keinen Vorschub zu leisten. Nur gemeinsam k\u00f6nnen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die aktuellen und zuk\u00fcnftigen Herausforderungen l\u00f6sen und Wohlstand erhalten.<\/p>\n<p>Christian Hermann erg\u00e4nzte, dass es aus seiner Sicht beunruhigend sei, wenn gesellschaftlich der Eindruck entst\u00fcnde, dass der historisch hohe R\u00fcckgang an CO2-Emissionen im Jahr 2023 eine uneingeschr\u00e4nkt positive Entwicklung sei. Zur Wahrheit geh\u00f6re auch, dass diese Einsparungen zu einem signifikanten Teil auf Abschaltungen von Anlagen in Industrieunternehmen und damit auf Verzicht von Wertsch\u00f6pfung beruhen. Aus Sicht der Industrie sei die Aussage, welche die Agora-Energiewende Smart Energy for Europe Platform (SEFEP) gGmbH in ihrer Pressemitteilung hierzu verlautbaren lie\u00df, n\u00e4mlich, dass die konjunktur- und krisenbedingten Produktionsr\u00fcckg\u00e4nge keine nachhaltige Form der Einsparung seien und die Bundesregierung f\u00fcr eine nachhaltige L\u00f6sung die L\u00fccken der Klimapolitik im Verkehrs- und Geb\u00e4udebereich schlie\u00dfen m\u00fcsse, zwar n\u00fcchtern betrachtet nachvollziehbar, jedoch, so Hermann weiter, geh\u00f6re zur Wahrheit auch, dass der Wohlstand dieses Landes und damit auch der gesamte Sozialstaat auf wirtschaftlich gesunden Unternehmen, der Wertsch\u00f6pfung und den damit verbundenen Arbeitseinkommen beruhe und gerade vor diesem Hintergrund die aktuelle Entwicklung im industriellen Umfeld &#8211; bei alle Notwendigkeit einer klimafreundlichen Transformation &#8211; mit gro\u00dfer Sorge betrachtet werden muss.<\/p>\n<p>Am Ende k\u00f6nnen die anstehenden, teils disruptiven Herausforderungen nur bew\u00e4ltigt werden, wenn der wirtschaftspolitische Rahmen wettbewerbsf\u00e4hige und industriefreundliche Strukturen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der diesj\u00e4hrigen Konjunkturumfrage sind Zeugnis einer deutlich eingetr\u00fcbten Stimmungslage, die auch aufzeigt, dass der wirtschaftspolitische Rahmen schnellstm\u00f6glich neu justiert werden muss. Hohe Unsicherheiten, eine fehlende Verl\u00e4sslichkeit der Politik, nach wie vor bestehende aber auch neu hinzukommende b\u00fcrokratische Hemmnisse sowie die bestehenden Energiepreissituation tragen derzeit wenig zu Stabilisierung und Wachstum bei.<\/p>\n<p>So hat sich sowohl die Gesch\u00e4fts- als auch die Auftragslage in der Tendenz gegen\u00fcber dem Vorjahr nochmals deutlich eingetr\u00fcbt. Aktuell beurteilen lediglich 17 % der Betriebe die Gesch\u00e4ftslage als gut. Zum Vergleich, im Vorjahr beurteilten trotz der bestehenden multiplen Krisen immerhin noch 45 % der Betriebe ihre Gesch\u00e4ftslage als gut. In der aktuellen Umfrage konstatieren 39 % eine befriedigende und 43 % eine schlechte Gesch\u00e4ftslage. Auch bei den Erwartungen der Gesch\u00e4ftslage in den kommenden 6 Monaten best\u00e4tigt sich diese Tendenz. Lediglich 4 % erwarten in den kommenden Monaten eine Verbesserung. 79 % gehen von einer gleichbleibenden Lage aus und 17 % sehen eine weitere Verschlechterung. Die aktuelle Auftragslage zeichnet ein \u00e4hnliches Bild. Auch hier beurteilen gerade einmal 17 % der Unternehmen die derzeitige inl\u00e4ndische Auftragslage als gut, lediglich 4 % erwarten f\u00fcr die kommenden 6 Monate eine Verbesserung. Im vorigen Jahr gingen noch 50 % von einer guten inl\u00e4ndischen Auftragslage aus, auch bei den zuk\u00fcnftigen Perspektiven sahen 17 % ein Potenzial f\u00fcr eine Verbesserung. In der Tendenz, wenn auch nicht ganz so pessimistisch, best\u00e4tigt sich die Situation auch im Hinblick auf die ausl\u00e4ndische Auftragslage.<\/p>\n<p>Die derzeitige Ertragslage spiegelt ein heterogenes Bild. Mit 29 % in der aktuellen Umfrage zu 33 % in der vorherigen Umfrage beurteilten die Unternehmen ihre Lage als schlecht. Gleichzeitig wird deutlich, dass von in der Vergangenheit 33 % der Unternehmen, die ihre Ertragslage als gut beurteilten, nur 8 % dies in der aktuellen Umfrage sehen. Somit ergibt sich im Vergleich ein deutlicher Zuwachs bei den Unternehmen, mit einer befriedigenden Ertragslage. Hier betr\u00e4gt der Anteil aktuell 63 %. Im vergangenen Jahr lag er bei 33 %. Eine leichte Eintr\u00fcbung zeigt sich bei den Erwartungen f\u00fcr die kommenden 6 Monate. Hier gehen lediglich 4 % &#8211; gegen\u00fcber 17 % im Vorjahr \u2013 von einer Verbesserung aus. 71 % beurteilen die Lage als gleichbleibend und 25 % sehen eine Verschlechterung.<\/p>\n<p>Insgesamt best\u00e4tigen die Ergebnisse der Umfrage in weiten Teilen die Prognosen des Sachverst\u00e4ndigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aber auch der Wirtschaftsforschungsinstitute. Derzeit befinde sich Deutschland in einer strukturellen Krise, die es schnellstm\u00f6glich zu \u00fcberwinden gilt. Deutschland verzeichnet seit Beginn der Corona-Pandemie das geringste Wachstum aller Volkswirtschaften des Euro-Raums. Laut Sachverst\u00e4ndigenrat ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund der im vergangenen Jahr stark angestiegenen Energiepreise sowie eines hohen Anteils an energieintensiven Industriezweigen an der deutschen Bruttowertsch\u00f6pfung nicht \u00fcberraschend.<\/p>\n<p>Die Unternehmer des Kreises Olpe fordern eine Wirtschaftspolitik, die mehr Anreize und weniger Verbote setzt, die Innovationen und Investitionen positiv beeinflusst.<\/p>\n<p>Deshalb forderten Mennekes, Kirchhoff und Hermann unisono einen schnellen Kurswechsel hin zu einer unterst\u00fctzenden, unb\u00fcrokratischen und verl\u00e4sslichen Wirtschaftspolitik.<\/p>\n<p>Ein positiveres Bild zeichnet die Umfrage im Hinblick auf die Besch\u00e4ftigungssituation im Kreis Olpe, 54 % der Unternehmen wiesen in den vergangenen 6 Monaten eine stabile Besch\u00e4ftigungssituation auf, 33 % bauten ihre Besch\u00e4ftigung sogar auf. Auch f\u00fcr die Entwicklung in den n\u00e4chsten 6 Monaten gehen fast 60 % der Unternehmen von einer unver\u00e4nderten Besch\u00e4ftigung aus. Die Entwicklung bei den Ausbildungspl\u00e4tzen erweist sich ebenfalls als sehr stabil, lediglich 4 % der Unternehmen gehen von einer abnehmenden Tendenz aus. Es sei erfreulich, so Mennekes, dass die Unternehmen trotz aller bestehenden Unwegsamkeiten an ihren Mitarbeitenden festhalten. Dies d\u00fcrfe jedoch nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass gerade im Kreis Olpe der bestehende Fach- und Arbeitskr\u00e4ftemangel, die Unternehmen vor gro\u00dfe Herausforderung stellt und zuk\u00fcnftig stellen wird.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend betonten Mennekes, Kirchhoff und Hermann einstimmig, dass nunmehr der wirtschaftspolitische Kurswechsel gelingen muss, um Deutschland wieder erfolgreich zu machen und Wachstum sowie Wohlstand zu erm\u00f6glichen. Nur unter diesen Rahmenbedingungen gelinge die Bew\u00e4ltigung der bevorstehenden Herausforderungen einer klimaneutralen Transformation.<\/p>\n<p>Text: Arbeitgeberverband f\u00fcr den Kreis Olpe e.V.; Bild von Dmitrii Bardadim auf Pixabay<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Arbeitgeberverband Olpe pr\u00e4sentiert besorgniserregende Ergebnisse aus seiner j\u00fcngsten Konjunkturumfrage. 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