{"id":31744,"date":"2024-01-10T08:51:14","date_gmt":"2024-01-10T07:51:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=31744"},"modified":"2024-01-10T08:51:37","modified_gmt":"2024-01-10T07:51:37","slug":"konjunkturumfrage-in-der-industrie-unternehmen-sehen-schwarz-mittelstaendler-aus-siegerland-und-wittgenstein-stehen-aber-zu-ihren-mitarbeitern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/konjunkturumfrage-in-der-industrie-unternehmen-sehen-schwarz-mittelstaendler-aus-siegerland-und-wittgenstein-stehen-aber-zu-ihren-mitarbeitern\/","title":{"rendered":"Konjunkturumfrage in der Industrie: Unternehmen sehen schwarz"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDer Krisen-Mix aus Krieg, hohen Abgaben und kaum noch zu \u00fcberschauenden b\u00fcrokratischen Vorgaben machen sich in diesem Jahr extrem bemerkbar\u201c, blickt Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes der Siegerl\u00e4nder Metallindustriellen (VdSM), auf das Ergebnis der Konjunkturumfrage, die traditionell kurz vor dem Jahreswechsel unter den rund 100 Mitgliedsunternehmen durchgef\u00fchrt wird. Schon im vergangenen Jahr waren die Aussichten der Unternehmen alles andere als rosig gewesen, aber: \u201eEinen solchen Absturz der gesch\u00e4ftlichen Erwartungen f\u00fcr die kommenden Monate in Verbindung mit einer m\u00e4\u00dfigen Einsch\u00e4tzung im Bezug auf die aktuelle Situation habe ich in dieser Kombination und Heftigkeit noch nicht erlebt.\u201c<\/p>\n<p>Christian F. Kocherscheidt, VdSM-Vorsitzender und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Ejot Holding GmbH &amp; Co. KG, pflichtet ihm bei: \u201eDie Verunsicherung bei den Unternehmen, aber auch bei den Arbeitnehmern durch die st\u00e4ndigen Diskussionen in der Bundesregierung ist greifbar. Wir Verb\u00e4nde haben nun lange genug angemahnt, dass der Standort Deutschland unter der B\u00fcrokratie, im internationalen Vergleich viel zu hohen Energiepreisen und zu langen Genehmigungsprozessen als Folge der mangelnden Digitalisierung der \u00f6ffentlichen Hand \u00e4chzt. Jetzt sind endlich Taten gefragt!\u201c<\/p>\n<p><strong>Auftragsb\u00fccher werden langsam d\u00fcnner<\/strong><\/p>\n<p>Der getr\u00fcbte Blick auf das Inlandsgesch\u00e4ft hat sich im Vorjahresvergleich noch einmal intensiviert. Denn betrachteten 2022 noch 30 Prozent der Mitgliedsunternehmen aus Siegerland und Wittgenstein die aktuelle Auftragslage im Inland als \u201egut\u201c, sind jetzt aktuell noch 6 Prozent. 61 Prozent der Teilnehmer sprechen aktuell von einer schlechten Auftragslage (2022: 15 Prozent). Doch es geht noch schlechter: Denn ausgehend von diesen besorgniserregend schlechten Zahlen blicken die heimischen Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie noch viel pessimistischer in die Zukunft. 70 Prozent erwarten eine schlechtere Auftragslage f\u00fcr die kommenden sechs Monate. \u201eDie sich bei vielen Firmen langsam leerenden Auftragsb\u00fccher schlagen jetzt voll auf die Erwartungen durch\u201c, so Dr. Thorsten Doublet.<\/p>\n<p>Und f\u00fcr das Auslandsgesch\u00e4ft sieht es nicht viel besser aus. Hier hatten 2022 noch 53 Prozent der Unternehmen eine gute Auftragslage angegeben, nun sind es nur noch 17 Prozent \u2013 und das bei ebenfalls pessimistischeren Zukunftsaussichten. Nur noch 3 Prozent erwarten eine Verbesserung f\u00fcr die kommenden sechs Monate (2022: 12 Prozent).<\/p>\n<p><strong>Pessimistischer Blick in die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>Diese schlechte Lage in den Auftragsb\u00fcchern spiegelt sich auch in der Bewertung der aktuellen Gesch\u00e4ftslage wider. 50 Prozent hatten diese zum Jahreswechsel 2022\/23 noch mit \u201egut\u201c bewertet, jetzt sind es noch 6 Prozent. Der Blick auf die kommenden sechs Monate l\u00e4sst auch in diesem Bereich nichts Gutes erahnen. 64 Prozent haben schlechtere Gesch\u00e4ftserwartungen, vor einem Jahr hatten immerhin noch 55 Prozent auf eine Seitw\u00e4rtsbewegung gesetzt.<\/p>\n<p>Immerhin: Derzeit sch\u00e4tzen 55 Prozent der Umfrageteilnehmer die Ertragslage noch als \u201ebefriedigend\u201c ein, doch auch die Ertragserwartungen f\u00fcr die kommenden sechs Monate lassen nichts Gutes erahnen. 73 Prozent der M+E-Unternehmen sehen einen schlechteren Ertrag auf sie zukommen.<\/p>\n<p><strong>Heimische Unternehmer stehen zu ihren Mitarbeitern<\/strong><\/p>\n<p>Wie sehr sich die heimischen Mittelst\u00e4ndler in der Zwickm\u00fchle befinden, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Besch\u00e4ftigung. Man m\u00f6chte vor dem Hintergrund des grassierenden Fachkr\u00e4ftemangels m\u00f6glichst wenig auf Entlassungen setzen (je 21 Prozent in den vergangenen und den kommenden sechs Monaten), das Instrument der Kurzarbeit r\u00fcckt f\u00fcr das kommende halbe Jahr jedoch massiv in den Fokus von Personalchefs und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern (61 Prozent). Neueinstellungen sind hingegen kaum noch geplant (9 Prozent). \u201eDie Unternehmen versuchen mit Blick auf den immer heftiger werdenden Fachkr\u00e4ftemangel Personal zu halten, auch wenn das die Auftragslage nicht immer hergibt\u201c, unterstreicht Christian F. Kocherscheidt: \u201eEs ist nun an der Politik, die Unternehmer nicht im Regen stehen zu lassen, denn die entziehen sich ihrer sozialen Verantwortung beileibe nicht.\u201c<\/p>\n<p>Es brauche dringend gesetzgeberische Impulse, um die Nachfrage im Inland anzukurbeln und gleichzeitig die Produktivit\u00e4t in Deutschland hochzuhalten. \u201eNur so sind wir \u00fcberhaupt noch wettbewerbsf\u00e4hig\u201c, warnt Kocherscheidt, der einen ma\u00dfvollen Tarifabschluss im Herbst 2024 anmahnt: \u201eIn Siegen-Wittgenstein sichern zahlreiche familiengef\u00fchrte Mittelst\u00e4ndler den sozialen Wohlstand, bieten sichere und zukunftsf\u00e4hige Arbeitspl\u00e4tze. Und dennoch stehen sie alle in einem harten internationalen Wettbewerb. In diesem k\u00f6nnen sie nur bestehen, wenn sie besser sind als andere.\u201c Es sei schwer genug f\u00fcr die zahlreichen mit der Region verbundenen Unternehmer, Investitionsentscheidungen zu treffen, von denen der Standort Deutschland profitiere. Und doch wolle man der Region treu bleiben. Immerhin beabsichtigen 51 Prozent, mehr oder gleichbleibend im Inland zu investieren, w\u00e4hrend die Summe dieser beiden Aussagen vor einem Jahr noch bei 45 Prozent gelegen hatte. Die internationalen Krisen haben zu Vorsicht bez\u00fcglich der internationalen Investitionen gef\u00fchrt. 61 Prozent hatten vor Jahresfrist noch angegeben, mehr oder gleichbleibend im Ausland investieren zu wollen, aktuell planen das nur noch 45 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Krisen-Mix aus Krieg, hohen Abgaben und kaum noch zu \u00fcberschauenden b\u00fcrokratischen Vorgaben machen sich in diesem Jahr extrem bemerkbar\u201c, blickt Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":31746,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1,32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-31744","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2024-01-09-Konjunkturpressegespraech-scaled-e1704872949823.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31744"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31744\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31747,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31744\/revisions\/31747"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31746"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}