{"id":3097,"date":"2016-01-07T08:59:55","date_gmt":"2016-01-07T07:59:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3097"},"modified":"2016-01-07T09:00:27","modified_gmt":"2016-01-07T08:00:27","slug":"route-57-ist-ein-wichtiger-zukunftsfaktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/route-57-ist-ein-wichtiger-zukunftsfaktor\/","title":{"rendered":"Route 57 ist ein wichtiger Zukunftsfaktor"},"content":{"rendered":"<p>\u201eLandesweit sind viele Stra\u00dfen und Br\u00fccken marode, aber die gr\u00f6\u00dften Probleme liegen direkt vor unserer Haust\u00fcr!\u201c J\u00f6rg Schorge, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Erndtebr\u00fccker Eisenwerk GmbH &amp; Co. KG (EEW), sieht die M\u00e4ngel in der Verkehrsanbindung der Region mit gro\u00dfer Sorge. \u201eAn unserem Unternehmensstammsitz in Erndtebr\u00fcck fertigen wir \u00fcberwiegend Stahlrohre und Stahlrohrkomponenten mit gro\u00dfen Abmessungen und hohen St\u00fcckgewichten f\u00fcr die Offshore \u00d6l- und Gas- sowie Offshore Windindustrie. F\u00fcr den Transport zum n\u00e4chstgelegenen Hafen bzw. innerhalb Europas sind wir deshalb zwingend auf Schwertransporte angewiesen. Alleine in diesem Jahr haben wir von Erndtebr\u00fcck aus \u00fcber 550 Sondertransporte durchgef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>Der mittlerweile desolate Zustand von Stra\u00dfen und Br\u00fcckenbauwerken sorge daf\u00fcr, dass immer mehr Strecken f\u00fcr Gro\u00dfraum- und Schwertransporte gesperrt w\u00fcrden, betont Schorge. Bereits bei der Annahme eines Auftrages m\u00fcsse \u00fcberlegt werden, ob und wie die Produkte aus der Region herauskommen. \u201eStrecken, die bisher zur Verf\u00fcgung standen, scheiden pl\u00f6tzlich aus, weil Baustellen die Fahrbahn so verengen, dass ein Passieren unm\u00f6glich ist. Auch beeintr\u00e4chtigen uns die vielen bauf\u00e4lligen Br\u00fccken deutschlandweit. Insbesondere die Sperrung der A 45 f\u00fcr Schwertransporte, unserer Hauptverbindung in Richtung der Seeh\u00e4fen, f\u00fchrt zu gro\u00dfen Komplikationen\u201c, unterstreicht J\u00f6rg Schorge. Klaus Gr\u00e4bener, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), erg\u00e4nzt, hier r\u00e4che sich, dass jahrzehntelang nicht gen\u00fcgend in den Stra\u00dfenerhalt investiert worden sei. EEW sei kein Einzelfall, immerhin rollten allein auf den Stra\u00dfen in Siegen-Wittgenstein bis zu 15 Schwertransporte in einer Nacht.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Erndtebr\u00fccker Unternehmen ist die Route 57 ein wichtiger Zukunftsfaktor, denn schon der Weg ins Siegerland ist f\u00fcr die Schwertransporte des Unternehmens h\u00e4ufig mit Problemen behaftet. Die geplante Stra\u00dfe an den Ortslagen vorbei, statt durch sie hindurch, sei eine enorme Erleichterung, wenn sie denn verwirklicht w\u00fcrde. Planung und Bau der Strecke dauern aus Sicht des Unternehmens viel zu lange. Es dr\u00e4nge sich gelegentlich der Eindruck auf, dass die in der Region geforderte bessere Verkehrsanbindung Wittgensteins nicht \u00fcberall auf Landesebene unterst\u00fctzt, sondern im Gegenteil, aktiv behindert werde, meint Schorge. Zwar sei der geplante Ausbau der B62 zwischen L\u00fctzel und Erndtebr\u00fcck ein kleiner Lichtblick, man k\u00f6nne allerdings nicht nachvollziehen, warum die Beseitigung des so unfallreichen Bahn\u00fcbergangs zum Industriegebiet \u201eIm Gr\u00fcnewald\u201c nicht in die bisherigen Planungen einbezogen wurde. \u201eEin Ausbau der B62 ohne die Ber\u00fccksichtigung des Industriegebiets \u201eIm Gr\u00fcnewald\u201c w\u00e4re eine Farce und eine Entscheidung, die f\u00fcr uns nicht nachvollziehbar ist\u201c, so Schorge.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich erschwert w\u00fcrden Planung und Organisation der Schwertransporte durch ein \u00dcberma\u00df an B\u00fcrokratie, vor allem im Rahmen der Genehmigungsverfahren. \u201eJeder Transport muss einzeln beantragt und von den zust\u00e4ndigen Stellen gepr\u00fcft werden. Das gilt auch f\u00fcr identische, stets wiederkehrende Transporte. Immer wieder kommt es vor, dass wir sechs Wochen auf eine Genehmigung warten m\u00fcssen\u201c, erl\u00e4utert Ingo Roth, EEW-Logistikleiter f\u00fcr Luft- und Schiffstransporte. \u201eF\u00fcr unsere insgesamt vier Standorte in Deutschland ist es im Hinblick auf den starken Konkurrenzdruck aus dem Ausland enorm wichtig, die Produktion von Auftr\u00e4gen flexibel untereinander aufteilen zu k\u00f6nnen, um schnelle Lieferzeiten zu erm\u00f6glichen. Sind beispielsweise G\u00fcter von unserem Stammwerk in Erndtebr\u00fcck oder von EEW-Pickhan in Siegen-Geisweid in unser Werk nach Rostock zu transportieren, ist f\u00fcr jedes zu durchfahrende Bundesland eine eigene Genehmigung zu beantragen. Dies erfordert sehr viel Zeit sowie Planung und macht eine kurzfristige Produktionsverlagerung innerhalb unserer deutschen Werke unm\u00f6glich\u201c, erg\u00e4nzt Frank Sommer, EEW-Logistikleiter f\u00fcr Landtransporte.<\/p>\n<p>Dass die aktuellen Transportbedingungen nicht nur Zeit und Geld kosten, zeigt folgendes Beispiel: Durch pl\u00f6tzlich eingerichtete Baustellen an der geplanten Schwerlastroute konnten Komponenten f\u00fcr die Offshore \u00d6l- und Gasindustrie mit einem Durchmesser von 4,7 Metern nicht mehr in die Niederlande transportiert werden, sondern mussten in Einzelteilen auf die Stra\u00dfe gebracht werden. Aus zw\u00f6lf Transporten wurden so 24. Der Kunde zeigte sich \u00fcber die zwangsl\u00e4ufige Lieferverz\u00f6gerung und die dann notwendige Zusatzarbeit auf der Baustelle ver\u00e4rgert. Zudem entstanden f\u00fcr EEW Mehrkosten von ca. 100.000 \u20ac. Ingo Roth: \u201eSowohl wir als Schwergutproduzent als auch der Spediteur ben\u00f6tigen von der zust\u00e4ndigen Genehmigungsbeh\u00f6rde fr\u00fchzeitig Informationen zu geplanten Baustellenerrichtungen auf der vorgesehenen Route. Ein mangelnder Informationsfluss seitens der Beh\u00f6rden kann dazu f\u00fchren, dass Transporte nicht durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>So etwas d\u00fcrfe es im Informationszeitalter nicht geben, meint Klaus Gr\u00e4bener. In einer Projektgruppe im Landesverkehrsministerium werde deshalb seit geraumer Zeit an Verbesserungen gearbeitet. Das betreffe unter anderem den Ausbau der Automatisierung von Genehmigungsabl\u00e4ufen. \u201eAber hier braucht man nicht zuletzt wegen der notwendigen Abstimmung unter den Bundesl\u00e4ndern offenbar einen langen Atem.\u201c<\/p>\n<p>Das Erndtebr\u00fccker Eisenwerk habe sich mit der Zuverl\u00e4ssigkeit, mit der Auftr\u00e4ge abgearbeitet w\u00fcrden, weltweit einen Namen gemacht, erkl\u00e4rt J\u00f6rg Schorge. \u201eUnser Werk in Erndtebr\u00fcck ist auf die Fertigung und den Zusammenbau von gro\u00dfen, installationsfertigen Stahlrohrkomponenten spezialisiert. Das Know-how und die F\u00e4higkeiten, \u00fcber die wir in diesem Bereich verf\u00fcgen, besitzt weltweit kein anderes Unternehmen. Um diesen Wettbewerbsvorteil allerdings ausspielen zu k\u00f6nnen, muss eine termingerechte Auslieferung, teilweise sogar \u201eJust-in-Time\u201c, sichergestellt werden. Kaputte Stra\u00dfen, br\u00f6ckelnde Br\u00fccken und die Genehmigungsb\u00fcrokratie f\u00fchren jedoch in letzter Zeit verst\u00e4rkt dazu, dass vorgegebene Zeitpl\u00e4ne nicht mehr eingehalten werden k\u00f6nnen. Die Verkehrssituation ist inzwischen ein immenser Standortnachteil, der auf Dauer unser Image als zuverl\u00e4ssiger Auftragnehmer gef\u00e4hrdet\u201c, so J\u00f6rg Schorge weiter.<\/p>\n<p>Um nicht ausschlie\u00dflich auf den problematischen Transport per LKW angewiesen zu sein und um die per se angespannte Verkehrssituation in Siegen-Wittgenstein nicht unn\u00f6tig zu versch\u00e4rfen, verf\u00fcgt EEW \u00fcber einen eigenen Bahnanschluss. \u201eDie Bahn als alternatives Transportmittel zum LKW ist f\u00fcr uns \u00fcberlebenswichtig. Nur sie erm\u00f6glicht es uns, die aufkommenden Transportvolumina zu bew\u00e4ltigen. Diesbez\u00fcglich haben wir vor einigen Jahren Investitionen von mehreren Millionen Euro zur Optimierung unserer Bahnanlagen get\u00e4tigt. Allerdings stellt die Bahn aufgrund von Restriktionen hinsichtlich der zu transportierenden Abmessungen keine Alternative zu den zu LKW-Transporten im Schwergutbereich dar\u201c, erl\u00e4utert Frank Sommer.<\/p>\n<p>Der anstehende Ausbau der A45 und die vielen notwendigen Br\u00fcckensanierungen machten die Situation in den n\u00e4chsten Jahren nicht einfacher. Angesichts der immensen Herausforderungen bei der Instandhaltung und dem Bau funktionierender Stra\u00dfen, fehle es an Planungspersonal, erl\u00e4utert Klaus Gr\u00e4bener. Die Kapazit\u00e4ten m\u00fcssten deutlich aufgestockt werden. Heimische Unternehmen h\u00e4tten gemeinsam mit der IHK schon vor Jahren auf die Ausweisung einer verl\u00e4sslichen, alternativen Schwerlastroute zu den Binnenh\u00e4fen Duisburg und Gelsenkirchen gedr\u00e4ngt. Hieran werde gearbeitet, aber: Auch hier sind zahlreiche Reparaturen notwendig. Gr\u00e4bener: \u201eWas die Ersatzroute angeht, geht es voran: Br\u00fccke f\u00fcr Br\u00fccke, Stra\u00dfe f\u00fcr Stra\u00dfe und leider: Jahr f\u00fcr Jahr!\u201c<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.eewspc.com\/de\/index.html\" target=\"_blank\">EEW Gruppe<\/a> ist einer der international f\u00fchrenden Hersteller f\u00fcr l\u00e4ngsnahtgeschwei\u00dfte Stahlrohre. Das 1936 gegr\u00fcndete Familienunternehmen mit Stammsitz in Erndtebr\u00fcck besch\u00e4ftigt weltweit rd. 2.000 Mitarbeiter. Mit neun Produktionsst\u00e4tten, davon vier in Deutschland, zwei in Korea und jeweils einem Standort in Gro\u00dfbritannien, Malaysia und Saudi-Arabien sowie 11 regionalen Verkaufsb\u00fcros und 22 internationalen Vertretungen verf\u00fcgt die EEW Gruppe \u00fcber eine Produktionskapazit\u00e4t von \u00fcber 800.000 Tonnen pro Jahr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eLandesweit sind viele Stra\u00dfen und Br\u00fccken marode, aber die gr\u00f6\u00dften Probleme liegen direkt vor unserer Haust\u00fcr!\u201c J\u00f6rg Schorge, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Erndtebr\u00fccker Eisenwerk GmbH &amp;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3098,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3097","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/41475-2.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3097"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3097\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3100,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3097\/revisions\/3100"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3098"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}