{"id":3058,"date":"2015-12-11T12:02:23","date_gmt":"2015-12-11T11:02:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3058"},"modified":"2015-12-11T12:05:18","modified_gmt":"2015-12-11T11:05:18","slug":"ohne-glasfaser-verliert-die-region-den-anschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ohne-glasfaser-verliert-die-region-den-anschluss\/","title":{"rendered":"\u201eOhne Glasfaser verliert Region den Anschluss\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDen Anschluss der Region an die digitale Zukunft wird es nur mit dem direkten Glasfaseranschluss der Betriebe in unseren Gewerbe- und Industriegebieten geben. Alles andere h\u00e4ngt Unternehmen und Region von der Entwicklung im europ\u00e4ischen und internationalen Wettbewerb ab!\u201c Felix G. Hensel, Pr\u00e4sident der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), findet deutliche Worte zu den Ergebnissen einer Unternehmensbefragung der Kammer in sieben ausgew\u00e4hlten Gewerbe- und Industriegebieten im IHK-Bezirk. Zukunftsf\u00e4hige Anschl\u00fcsse an das schnelle Internet seien schon heute fast so wichtig wie ein funktionierendes Netz an Stra\u00dfen und Schienen. Hensel: \u201eVor diesem Hintergrund sind die Ergebnisse der Untersuchung geradezu alarmierend!\u201c<\/p>\n<p>Generell zeigt sich, dass die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe durchschnittlich deutlich schlechter an das schnelle Internet angebunden sind als die nordrhein-westf\u00e4lischen Ballungsr\u00e4ume. So befinden sich rund 75 Prozent aller unmittelbaren Glasfaseranschl\u00fcsse (FTTB) im Land alleine im Stadtgebiet von K\u00f6ln. Verf\u00fcgen landesweit rund 74 Prozent aller Haushalte \u00fcber Daten\u00fcbertragungsraten von 50 Mbit\/s oder mehr im Download, so sind dies im IHK-Bezirk deutlich weniger (Kreis Siegen-Wittgenstein: 70,1 Prozent, Kreis Olpe: 49 Prozent). Gewerbe- und Industriegebiete sind dabei schlechter angebunden als Wohnlagen. Das trifft landesweit ebenso zu wie im Bezirk der IHK Siegen: Beinahe Dreiviertel der an der Befragung teilnehmenden Betriebe verf\u00fcgen \u00fcber einen DSL-Anschluss, rund 9 Prozent \u00fcber eine Richtfunkanbindung, 7,3 Prozent \u00fcber einen VDSL-Anschluss. F\u00fcr deutlich mehr als die H\u00e4lfte der Unternehmen liegt die maximal verf\u00fcgbare Daten\u00fcbertragungsrate bei 6 Mbit\/s. \u201eWohnlagen gelten mit diesen Werten nach den F\u00f6rderkriterien der Landesregierung \u00fcbrigens als unterversorgt\u201c, erinnert IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. 41,8 Prozent der Unternehmen sind nicht zufrieden oder unzufrieden mit ihren Internetanschl\u00fcssen, 29,1 Prozent urteilen \u201eteils\/teils\u201c. Kritisiert wird neben der fehlenden Geschwindigkeit vor allem die mangelnde Zuverl\u00e4ssigkeit der Internetverbindung. Vielen Betrieben fehle es damit an wesentlichen Leistungsmerkmalen ihres Breitbandanschlusses, betont Gr\u00e4bener.<\/p>\n<p>Fast die H\u00e4lfte der Betriebe gibt an, schon heute einen Bedarf zu haben, der h\u00f6her liegt als 50 Mbit\/s. Diese Geschwindigkeit entspricht dem landes- und bundespolitischen Ausbauziel f\u00fcr 2018. \u201eMit Blick auf 2018 ist dieses Ziel deshalb deutlich zu kurz gesprungen und sollte korrigiert werden. Es zementiert den Wettbewerbsnachteil, den die Unternehmen aufgrund der schlechten Breitbandinfrastruktur schon heute haben. Tats\u00e4chlich brauchen wir m\u00f6glichst schnell die direkte Anbindung von Betriebsgeb\u00e4uden an das Glasfasernetz\u201c, so Hans-Peter Langer, verantwortlicher Referatsleiter der IHK Siegen. Wenn heute ben\u00f6tigte Bandbreiten erst in einigen Jahren gew\u00e4hrleistet sind, ist angesichts der hohen Dynamik in der Entwicklung von Internetdiensten zu erwarten, dass der tats\u00e4chliche unternehmerische Bedarf dann abermals h\u00f6her liegen wird, als es die vorhandene Infrastruktur hergibt. Deshalb sollten nicht nur Projekte gef\u00f6rdert werden, die Ende 2018 abgeschlossen sind, sondern generell solche, die dem Aufbau nachhaltiger Infrastruktur dienen.<\/p>\n<p>Rund 42 Prozent der Betriebe nutzten schon heute Internetanwendungen wie Videokonferenzen, Telearbeit, Cloud Computing, Online-Back-Ups, obwohl ihre Anschl\u00fcsse hierf\u00fcr nicht ausreichend ausgestattet seien. Die Befragungsergebnisse zeigen zudem, dass den Unternehmen neben hohen Downloadgeschwindigkeiten auch hohe Uploadgeschwindigkeiten wichtig sind. Neun von zehn Betrieben legen hierauf Wert. Bei zwei Drittel der Betriebe liegt die Uploadgeschwindigkeit unter 6 Mbit\/s.<\/p>\n<p>Die Unternehmen k\u00f6nnten die Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung nur mit den richtigen Voraussetzungen bew\u00e4ltigen, hebt Langer hervor. Diese l\u00e4gen zweifellos im FTTB-Ausbau und den damit einhergehenden Vorteilen. Sollte an dem politisch gewollten Ausbauziel festgehalten werden, m\u00fcsse dieser zumindest parallel vorangetrieben werden. Langer: \u201eDas Anliegen betrifft den gesamten s\u00fcdwestf\u00e4lischen Raum. Deshalb sollten sich die Verantwortlichen in der landesweiten Industrieregion Nummer eins auf ein gemeinsames Engagement in dieser Frage verst\u00e4ndigen!\u201c In Richtfunk und Mobilfunk sieht die IHK derzeit keine geeigneten Technologien, um die hohen Anforderungen nachhaltig zu bedienen.<\/p>\n<p>83 Prozent der Unternehmen sind nicht \u00fcber den aktuellen Breitbandausbau an ihrem Standort informiert und das trotz der hohen Bedeutung des Themas f\u00fcr die Wirtschaft. Gew\u00fcnscht werden mehr Transparenz und Aufkl\u00e4rung zu den Ausbauaktivit\u00e4ten von Telekommunikationsunternehmen und den Planungen der jeweiligen Kommune. Beinahe ebenso viele Unternehmen sind bereit, sich mit der IHK Siegen f\u00fcr eine bessere Breitbandanbindung einzusetzen. Auf Landesebene sind die Zust\u00e4ndigkeiten nach wie vor auf mehrere Ministerien verteilt. Sie sollten mit dem Ziel einer besseren Abstimmung in einer Hand geb\u00fcndelt werden. Auch dies trage zur besseren Transparenz bei.<\/p>\n<p>Schon heute zahlen die Betriebe mehr f\u00fcr ihren Internetanschluss als Privathaushalte. Die meisten Firmen sind durchaus bereit, f\u00fcr besseres Internet zus\u00e4tzliches Geld in die Hand zu nehmen. Einmalige Kostenbeteiligungen f\u00fcr die Breitbandinfrastruktur sind 63,6 Prozent der Unternehmen bereit zu tragen, wenn die gebotene Leistung in einem angemessenen Verh\u00e4ltnis zu den Kosten steht. \u201eDie Unternehmen sind sich ihrer Eigenverantwortung f\u00fcr den Standort bewusst. Aber klar ist auch: Eine erfolgreiche Wirtschafts- und Industriepolitik kann nicht darin bestehen, die Betriebe mit der Errichtung einer zukunftsf\u00e4higen Breitbandinfrastruktur alleine zu lassen\u201c, so Klaus Gr\u00e4bener.<\/p>\n<p>Eindringlich pl\u00e4dieren die IHK-Vertreter daf\u00fcr, dass eine gute Breitbandanbindung in der Region als Chefsache behandelt wird: \u201eMehr denn je brauchen wir heute eine zukunftsgerechte regionale Ausbaustrategie. Die Beauftragung von Breitbandkoordinatoren auf Kreisebene ist ein wichtiger Schritt, um Informationen zu b\u00fcndeln und in einer Gesamtschau der Bedarfe und Ausbauvoraussetzungen die beste Strategie zu entwerfen. So kann erreicht werden, dass m\u00f6glichst homogene Netzl\u00f6sungen kleinteilige Flickenteppiche verhindern.\u201c Die Unternehmen und ihre Organisationen sollten in geeigneter Weise in die Ausbauplanungen eingebunden werden. \u201eDie Gewerbe- und Industriegebiete m\u00fcssen in der \u00f6ffentlichen Diskussion endlich die Rolle spielen, die ihnen zusteht. Denn hier schl\u00e4gt das industrielle Herz, das unsere Region am Leben erh\u00e4lt und ihre Lebensqualit\u00e4t sichert\u201c, unterstreicht Felix G. Hense<span style=\"font-family: 'Arial','sans-serif';\">l. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDen Anschluss der Region an die digitale Zukunft wird es nur mit dem direkten Glasfaseranschluss der Betriebe in unseren Gewerbe- und Industriegebieten geben. 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