{"id":30476,"date":"2023-02-17T16:06:19","date_gmt":"2023-02-17T15:06:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=30476"},"modified":"2023-02-17T16:06:19","modified_gmt":"2023-02-17T15:06:19","slug":"ihk-blitzumfrage-siegener-unternehmen-votieren-klar-fuer-den-erhalt-der-haupt-und-realschulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-blitzumfrage-siegener-unternehmen-votieren-klar-fuer-den-erhalt-der-haupt-und-realschulen\/","title":{"rendered":"IHK-Blitzumfrage: Siegener Unternehmen votieren klar f\u00fcr den Erhalt der Haupt- und Realschulen"},"content":{"rendered":"<p>Aus Sicht der deutlichen Mehrheit der Siegener Unternehmen (86 %) sollten die drei Haupt- und Realschulen im Stadtgebiet erhalten bleiben. 13 % sprechen sich dagegen aus. 85 % der Betriebe sind der Auffassung, dass gerade Haupt- und Realschulen ihre Sch\u00fcler gezielt auf die betriebliche Ausbildung vorbereiten und diese Schulformen einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die Fachkr\u00e4ftesicherung in der Region leisten. 14 % der befragten Firmen teilen diese Aussage nicht. Das sind zentrale Ergebnisse einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen bei 211 Siegener Unternehmen. Das Meinungsbild der Siegener Unternehmerschaft ist klar: Ein Schulsystem, das allen Begabungen gerecht wird, sollte demnach beibehalten werden. Die Sorge ist gro\u00df, dass es zuk\u00fcnftig noch schwieriger werde, die Ausbildungspl\u00e4tze mit geeigneten Schulabg\u00e4ngern zu besetzen. \u201eDie erwarteten Nachteile f\u00fcr die betriebliche Erstausbildung sind offenkundig. Wenn f\u00fcr alle Sch\u00fcler der Weg zum Abitur ge\u00f6ffnet wird, werden auch immer mehr den Versuch unternehmen, diesen Abschluss zu erzielen. Es ist bis heute nicht erkennbar, dass diese jungen Menschen anschlie\u00dfend in nennenswertem Umfang in der betrieblichen Erstausbildung landen\u201c, bilanziert IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener.<\/p>\n<p>78 % der an der Umfrage mitwirkenden Betriebe bef\u00fcrchten, dass durch die Beschr\u00e4nkung auf zwei Schultypen \u2013 Gesamtschule und Gymnasium \u2013 der Trend zur Akademisierung verst\u00e4rkt wird. \u201eDie Ver\u00e4nderung in nur noch zwei Schultypen birgt die Gefahr, dass Eltern sowie vor allem Lehrer noch st\u00e4rker den akademischen Weg als erste Wahl in Betracht ziehen\u201c, lautet einer von zahlreichen Hinweisen der Unternehmen hierzu. 77 % der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass sich die Vorbereitung auf den Berufseinstieg hierdurch nicht verbessern wird.<\/p>\n<p>\u201eSelten erhielten wir bei einer von uns durchgef\u00fchrten Umfrage derart viele begleitende Kommentare\u201c, erl\u00e4utert Klaus Gr\u00e4bener. \u201eAuch wenn sich die Unternehmen f\u00fcr die Beibehaltung der Haupt- und Realschulen aussprechen, bedeutet dies jedoch nicht, dass sie sich pauschal gegen den Schultyp Gesamtschule positionieren.\u201c Vielmehr hegten sie Zweifel an einer hinreichenden Ausstattung zur praktischen Umsetzung des Gesamtschulansatzes. \u201eEine Gesamtschule ist grunds\u00e4tzlich eine gute Sache, allerdings wird das Konzept nur selten wirklich erfolgreich umgesetzt, da es nicht nur an Lehrkr\u00e4ften generell, sondern auch an Sonderp\u00e4dagogen aller Art zur Unterrichtsbegleitung mangelt\u201c, gibt ein Unternehmer zu bedenken. Ein weiterer Betrieb mahnt, dass eine Diskussion, die sich nur um die Schulform drehe, nicht zielf\u00fchrend sei. Vielmehr m\u00fcsse mehr in die Sch\u00fclerbetreuung und in vielf\u00e4ltige Angebote investiert werden.<\/p>\n<p><strong>Begabungsdifferenziertes schulisches Angebot wichtig<\/strong><\/p>\n<p>\u201eJugendliche haben unterschiedliche Begabungen. Um auf diese zielgerichtet eingehen zu k\u00f6nnen, w\u00fcnschen die Unternehmen offenkundig eine gro\u00dfe Vielfalt unterschiedlicher Schulformen\u201c, betont IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Sabine Bechheim. Die IHK-Blitzumfrage zeigt: 76 % der Betriebe sehen bei einer Beschr\u00e4nkung ausschlie\u00dflich auf Gesamtschulen und Gymnasien die Gefahr, dass die Sch\u00fcler nicht ihren individuellen Entwicklungsbedarfen entsprechend gef\u00f6rdert werden: Leistungsst\u00e4rkere k\u00f6nnten hinter ihren M\u00f6glichkeiten bleiben, Leistungsschw\u00e4chere dagegen \u00fcberfordert werden. \u201eEine Aufgabe der Vielfalt an Schulformen macht nur dann Sinn, wenn eine hinreichende Binnendifferenzierung im Angebot der verbleibenden Schulformen gesichert ist\u201c, unterstreicht Sabine Bechheim. So sind immerhin 41 % der befragten Unternehmen davon \u00fcberzeugt, dass f\u00fcr die Sch\u00fcler eine Verbesserung der individuellen Leistungen auch bei einer Beschr\u00e4nkung auf zwei Schultypen m\u00f6glich ist, wenn das schulische Angebot gen\u00fcgend ausdifferenziert ist. Das klare Votum der Unternehmen f\u00fcr den Erhalt der drei Haupt- und Realschulen fu\u00dfe auf der Erfahrung, dass dies in der Praxis nicht hinreichend umgesetzt werde, berichtet die IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin.<\/p>\n<p>Die hohe Beteiligung an der Umfrage \u2013 17,6 % der befragten 1.200 Unternehmen haben geantwortet \u2013 und die F\u00fclle an differenzierten Kommentaren zeigen aus Sicht der IHK, wie sehr das Thema die Siegener Unternehmen bewegt. Der Siegener Lehrstellenmarkt hat hierbei f\u00fcr die Region eine herausgehobene Bedeutung. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eSiegen geht schulpolitisch den Weg, den andere Kommunen bereits gegangen sind. Allerdings ist die Dimension eine andere: 41 % der neu eingetragenen Ausbildungsverh\u00e4ltnisse im Kreis Siegen-Wittgenstein entfallen auf die Kr\u00f6nchenstadt. Daher ist eine Positionierung der Wirtschaft in dieser schulpolitischen Diskussion notwendig. Es geht uns nicht darum, eine Schulform gegen die andere auszuspielen. Vielmehr wollen wir die Sorgen und Erfahrungen der Unternehmen in die Diskussion einbringen.\u201c So klagten viele Betriebe \u00fcber unzureichende Mathematik- oder Deutschkenntnisse junger Bewerber. Lediglich 19 % der Unternehmen gehen jedoch davon aus, dass sich die Kenntnisse durch eine Beschr\u00e4nkung auf zwei Schultypen mit der M\u00f6glichkeit eines Abiturabschlusses verbessern w\u00fcrden. 80 % glauben dies nicht.<\/p>\n<p>Die Hoffnung der Siegener Unternehmen ist gro\u00df, dass der Ratsbeschluss wieder zur\u00fcckgenommen wird. 78 % der Unternehmen erwarten, dass der eingeleitete B\u00fcrgerentscheid erfolgreich sein wird und somit die Achenbacher Hauptschule, die Realschule Auf der Morgenr\u00f6the und die Realschule Am Oberen Schloss bestehen bleiben. IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Sabine Bechheim: \u201eEine klare Botschaft an die Politik: Sollte es aufgrund des Anmeldeverhaltens der Eltern zuk\u00fcnftig auf ein \u201aZwei-S\u00e4ulen-Modell\u2018 hinauslaufen, m\u00fcssen vor allem die Gesamtschulen sowohl finanziell als auch personell so ausgestattet werden, dass sie den Anspr\u00fcchen \u2013 sowohl der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler als auch der Eltern und der Wirtschaft \u2013 gerecht werden.\u201c<\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Sicht der deutlichen Mehrheit der Siegener Unternehmen (86 %) sollten die drei Haupt- und Realschulen im Stadtgebiet erhalten bleiben. 13 % sprechen sich dagegen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":4018,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[8,32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-30476","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ausbildung","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/wronline-ihk.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30476","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30476"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30476\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30479,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30476\/revisions\/30479"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}