{"id":3043,"date":"2015-12-09T13:56:09","date_gmt":"2015-12-09T12:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=3043"},"modified":"2015-12-09T13:56:09","modified_gmt":"2015-12-09T12:56:09","slug":"wassertropfen-vor-die-linse-geholt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wassertropfen-vor-die-linse-geholt\/","title":{"rendered":"Wassertropfen vor die Linse geholt"},"content":{"rendered":"<p>Niklas Schmidtke (St\u00e4dtisches Gymnasium Kreuztal), Leon Fa\u00dfbinder (St\u00e4dtisches Gymnasium Olpe) und Alena Senger (Gymnasium Wilnsdorf) hei\u00dfen die Gewinner des VDI-IHK-Oberstufenpreises 2015. Der Preis ist mit 9000 Euro dotiert. Das Preisgeld stellten in diesem Jahr der Preisstifter Klemm Bohrtechnik GmbH, der VDI Siegener Bezirksverein sowie die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) zu je einem Drittel zur Verf\u00fcgung. Seit 2009 zeichnet der Preis die Sch\u00fcler aller Gymnasien und Gesamtschulen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe aus, die hervorragende Facharbeiten in den F\u00e4chern Biologie, Physik, Chemie, Informatik oder Mathematik erstellt haben. Die Arbeiten m\u00fcssen dabei mit mindestens 13 Punkten bewertet sein.<\/p>\n<p>IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel, Dr. Axel M\u00fcller, Vorsitzender des Siegener Bezirksvereins des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), und Dr.-Ing. Carl Hagemeyer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Klemm Bohrtechnik GmbH \u00fcberreichten den Preis in einem Festakt. Mitgestaltet wurde der Abend vom Tanztheater Kreuztal unter der Leitung von Britta Papp. Neben den drei Erstplatzierten wurden auch der Viertplatzierte Jan Fa\u00dfbender (Gymnasium Wilnsdorf) und der F\u00fcnftplatzierte Alexander K\u00f6ster (Gymnasium Am L\u00f6hrtor) geehrt. Zudem erhielten alle Bewerber eine Urkunde und ein Pr\u00e4sent f\u00fcr ihre Teilnahme. Insgesamt hatten 21 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe ihre Bewerbung bei der siebten Ausgabe des Oberstufenpreises eingereicht. Eine fachkundige Jury w\u00e4hlte anschlie\u00dfend drei Arbeiten und Gewinner aus, die ihre Werke im Bernhard-Weiss-Saal vorstellten und ihre Ehrungen entgegennahmen. Der erste Preis ist dabei mit 3000 Euro dotiert, der Zweiplatzierte erh\u00e4lt 2400 Euro, der Dritte 1500 Euro, der Viertplatzierte 1200 Euro und der F\u00fcnfte immerhin noch 900 Euro.<\/p>\n<p>Niklas Schmidtke erh\u00e4lt den 1. Preis f\u00fcr seine Facharbeit mit dem Thema \u201eHighspeed-Fotografie am Beispiel der Tr\u00f6pfchenmaschine\u201c, f\u00fcr die er im Fach Physik 14 Punkte bekommen hatte. Der 17-J\u00e4hrige Sch\u00fcler vom St\u00e4dtischen Gymnasium in Kreuztal fotografierte f\u00fcr seine Arbeit Wassertropfen, die auf eine Oberfl\u00e4che treffen. Er arbeitete dabei mit der Methode der Highspeed-Fotografie, da die Wassertropfen generell zu schnell f\u00fcr das menschliche Auge sind und nur so sichtbar gemacht werden k\u00f6nnen. \u201eAuf die Idee zu kommen, Tropfen beim Aufprall auf die Oberfl\u00e4che einer Fl\u00fcssigkeit zu fotografieren, dazu bedarf es schon einer gewissen k\u00fcnstlerischen Kreativit\u00e4t. Dies zu verbinden mit Informatik- und physikalischen Erkenntnissen \u00fcber Programmierung und Fallgeschwindigkeit, das zeugt von echtem Forscherwillen. Gepaart mit der Umsetzung handwerklicher T\u00e4tigkeiten \u2013 perfekte Voraussetzungen einer gelungenen Arbeit\u201c, lobte Dr.-Ing. Carl Hagemeyer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Klemm Bohrtechnik GmbH, die Gewinnerarbeit.<\/p>\n<p>Auch Leon Fa\u00dfbinder (St\u00e4dtisches Gymnasium Olpe) erhielt f\u00fcr seine Facharbeit mit dem Titel \u201eDarstellung der Funktionsweise eines Synthesizers am Eigenbau\u201c im Fach Physik (15 Punkte) viel Lob und bekam von Dr. Axel M\u00fcller vom VDI den zweiten Preis \u00fcberreicht. Der Wendener baute f\u00fcr seine Arbeit einen Synthesizer (ein elektronisches Musikinstrument) aus Mikrocontrollern selbst, den man mit Getr\u00e4nkedosen bedient. Den dritten Platz wies die Jury Alena Senger zu. Die Sch\u00fclerin vom Gymnasium in Wilnsdorf schrieb im Fach Biologie die Arbeit \u201eUntersuchungen zur Konditionierung von Farbm\u00e4usen\u201c und bekam daf\u00fcr 14 Punkte. F\u00fcr ihre Facharbeit ersetzte sie den Reiz, der eine Futterreaktion bei den M\u00e4usen hervorruft, mit dem neutralen Reiz eines Klickers. Herbert Ho\u00df, Schulleiter des St\u00e4dtischen Gymnasiums in Kreuztal \u00fcberreichte ihr den Preis f\u00fcr Platz 3. Der vierte Preis ging ebenfalls an das Gymnasium Wilnsdorf: Die Jury w\u00e4hlte Jan Fa\u00dfbender mit seiner Arbeit \u201eDie Wirkung verschiedener abiotischer Faktoren auf die Biomasseproduktion von Weizen\u201c aus dem Biologie-Leistungskurs. Platz f\u00fcnf belegte Alexander K\u00f6ster vom Siegener Gymnasium am L\u00f6hrtor. Er hatte sich mit seiner Facharbeit aus dem Mathematik-Leistungskurs mit dem Titel \u201eEine Smartphone-App zum Anzeigen von aktuellen Vertretungspl\u00e4nen einer Schule\u201c beworben.<\/p>\n<p>Dr.-Ing. Carl Hagemeyer war von den eingereichten Arbeiten mehr als angetan. Sie dokumentierten welches Potential, welche Leistungsst\u00e4rke und welcher Wissensdrang in den Jugendlichen stecke. \u201eKreativ, originell, pragmatisch, akribisch und wissenschaftlich haben sie gezeigt, dass sie ein Thema durchdringen k\u00f6nnen. Das sind gute Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche Zukunft \u2013 sowohl f\u00fcr die Sch\u00fcler als auch f\u00fcr uns Unternehmer, deren Erfolg wesentlich davon abh\u00e4ngt, dass unsere Mitarbeiter genau diese Eigenschaften mit- und einbringen.\u201c Auch IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel lobte die Werke und gab den Oberstufensch\u00fclern noch etwas mit auf den Weg: \u201eIn der Berufswelt ist technisches und naturwissenschaftliches Wissen wichtig. Gerade in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe, wo das produzierende Gewerbe etwa die H\u00e4lfte der Wirtschaftsleistung bestimmt, ben\u00f6tigen wir technisch versiertes und interessiertes Personal wie Techniker und Ingenieure mehr als alles andere. Deshalb liegt es in unserem Interesse, m\u00f6glichst fr\u00fch viele junge Menschen f\u00fcr die ,Faszination Technik\u2019 zu begeistern. Diese Jugendlichen zeigen, wie spannend naturwissenschaftlich-technische Themen sein k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>VDI-IHK-Oberstufenpreis 1. Platz<\/strong><\/p>\n<p><strong>Niklas Schmidtke<\/strong><\/p>\n<p>Inspiriert durch das Buch \u201eHighspeedfotografie\u201c von Daniel Nimmervoll, entstand bei Niklas Schmidtke die Idee, einen Wassertropfen genau in dem Moment zu fotografieren, wenn er auf eine Wasseroberfl\u00e4che trifft. Eine Bewegung, die f\u00fcr das menschliche Auge zu schnell ist und nur mit Hilfe von Highspeed-Fotografie sichtbar gemacht werden kann. F\u00fcr die Facharbeit \u201eHighspeedfotografie am Beispiel der Tr\u00f6pfchenmaschine\u201c erhielt er im Leistungskurs Physik 14 Punkte und gewann nun den mit 3000 Euro dotierten ersten Platz beim Oberstufenpreis. Eigens f\u00fcr seine Arbeit baute der 17-j\u00e4hrige Sch\u00fcler vom St\u00e4dtischen Gymnasium in Kreuztal eine sogenannte Tropfenmaschine. Sie \u00fcbernahm bei seinen Versuchen das Erzeugen der Tropfen, das Ausl\u00f6sen der Kamera und die Synchronisation der Blitze, da der Mensch auch f\u00fcr diese Vorg\u00e4nge zu langsam ist. Au\u00dferdem gew\u00e4hrleistete die Tropfenmaschine die Wiederholungsgenauigkeit der Fotos. Die Jury lobte bei Schmidtkes Arbeit unter anderem die \u201eOriginalit\u00e4t der Fragestellung\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VDI-IHK-Oberstufenpreis 2. Platz<\/strong><\/p>\n<p><strong>Leon Fa\u00dfbinder<\/strong><\/p>\n<p>Leon Fa\u00dfbinder interessiert sich f\u00fcr Physik, Musik sowie f\u00fcr Informatik und Software-Entwicklung \u2013 mit seiner Facharbeit \u201eDarstellung der Funktionsweise eines Synthesizers am Eigenbau\u201c verband er nun seine drei Leidenschaften. F\u00fcr die Arbeit in seinem Leistungskurs Physik bekam er mit 15 Z\u00e4hlern die volle Punktzahl und landete beim Oberstufenpreis zudem auf dem mit 2400 Euro dotierten zweiten Platz. Der 17-j\u00e4hrige Sch\u00fcler vom St\u00e4dtischen Gymnasium Olpe baute f\u00fcr die Arbeit einen Synthesizer aus Musikcontrollern, den man mit Cola- und Prosecco-Dosen bedient. Ein Synthesizer ist ein Musikinstrument, das auf elektronischem Weg per Klangsynthese T\u00f6ne erzeugt. Fa\u00dfbinders Ziel war es, dass auch Laien das Prinzip verstehen und mit seiner Anleitung auch ohne Vorkenntnisse der Elektrizit\u00e4tslehre und Erfahrung in der Programmierung einen Synthesizer nachbauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VDI-IHK-Oberstufenpreis 3. Platz<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alena Senger<\/strong><\/p>\n<p>Das Verhalten eines Organismus werde nur von \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen beeinflusst und gesteuert und auch ein komplexes Verhalten sei nur eine Kette von Reizen und Reaktionen in Form von Reflexen \u2013 mit diesen Aussagen der Forschungsrichtung des Behaviorismus besch\u00e4ftigte sich Alena Senger vom Gymnasium in Wilnsdorf. In ihrer Facharbeit \u201eUntersuchungen zur Konditionierung von Farbm\u00e4usen\u201c, f\u00fcr die sie 14 Punkte im Leistungskurs Biologie erhielt und nun mit dem auf 1500 Euro dotierten dritten Platz beim Oberstufenpreis ausgezeichnet wurde, konditionierte sie vier Farbm\u00e4use per klassischer und operanter Konditionierung. Sie ersetzte den Reiz, der eine Futterreaktion bei den M\u00e4usen hervorruft, mit dem neutralen Reiz eines Klickers und brachte ihre Ergebnisse anschlie\u00dfend mit den bekannten Lerntheorien in Verbindung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VDI-IHK-Oberstufenpreis 4. Platz<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jan Fa\u00dfbender<\/strong><\/p>\n<p>Den vierten Preis und somit auch eine Pr\u00e4mie von 1200 Euro sicherte sich Jan Fa\u00dfbender vom Gymnasium in Wilnsdorf mit seiner Facharbeit \u201eDie Wirkung verschiedener abiotischer Faktoren auf die Biomasseproduktion von Weizen\u201c (13 Punkte im Leistungskurs Biologie). Der 17-j\u00e4hrige Netphener ermittelte in seiner Arbeit die optimalen Keim- und Wachstumsbedingungen f\u00fcr Weizenkeimlinge. Dazu untersuchte er die Wirkung verschiedener abiotischer Faktoren (Temperatur, Licht, N\u00e4hrstoffgehalt und Feuchtigkeit) auf die Biomasseproduktion des Organismus. Jan Fa\u00dfbender fand letztlich heraus, dass die optimalen Wachstumsbedingungen bei einer t\u00e4glichen Wassergabe von 5 Millilitern, einer Temperatur zwischen 25 und 40 \u00b0C sowie einer Beleuchtungsintensit\u00e4t von 250 Lux liegen. Die Lichtfarbe und eine Erh\u00f6hung von N\u00e4hrstoffkonzentration h\u00e4tten hingegen keinen Einfluss auf den Zuwachs an Biomasse, so Fa\u00dfbender.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VDI-IHK-Oberstufenpreis 5. Platz<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alexander K\u00f6ster<\/strong><\/p>\n<p>Stunden- und Vertretungspl\u00e4ne online abrufbar machen und sich nicht mehr mit anderen Sch\u00fclern vor dem Aushang am Schwarzen Brett quetschen \u2013 diesem Projekt widmete sich Alexander K\u00f6ster vom Gymnasium am L\u00f6hrtor in Siegen. In seiner Facharbeit \u201eEine Smartphone-App zum Anzeigen von aktuellen Vertretungspl\u00e4nen einer Schule\u201c f\u00fcr den Leistungskurs Mathematik (15 Punkte) erkl\u00e4rt er, was f\u00fcr eine Vertretungsplan-App beachtet werden m\u00fcsste und wie eine solche App umgesetzt werden k\u00f6nnte. Dazu programmierte er einen App-Dummy, der in Zukunft leicht um die n\u00f6tigen Funktionen f\u00fcr eine \u201eechte\u201c App erweitert werden k\u00f6nnte. Der 18-J\u00e4hrige K\u00f6ster veranschaulichte zudem, wie ein solches System sicher gemacht werden k\u00f6nnte, ohne die Privatsph\u00e4re der Lehrer zu verletzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niklas Schmidtke (St\u00e4dtisches Gymnasium Kreuztal), Leon Fa\u00dfbinder (St\u00e4dtisches Gymnasium Olpe) und Alena Senger (Gymnasium Wilnsdorf) hei\u00dfen die Gewinner des VDI-IHK-Oberstufenpreises 2015. 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