{"id":30208,"date":"2023-01-04T09:47:12","date_gmt":"2023-01-04T08:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=30208"},"modified":"2023-01-04T09:47:12","modified_gmt":"2023-01-04T08:47:12","slug":"ihk-siegen-lehrstellenbilanz-2022-ernuechternd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-siegen-lehrstellenbilanz-2022-ernuechternd\/","title":{"rendered":"IHK Siegen: Lehrstellenbilanz 2022 ern\u00fcchternd"},"content":{"rendered":"<p>\u201e1.899 neue Lehrvertr\u00e4ge schlossen die IHK-zugeh\u00f6rigen Unternehmen im vergangenen Jahr in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe ab. Das entspricht einem R\u00fcckgang von 1,8 Prozent, der umso mehr schmerzt, als die durch Corona verlorenen Ausbildungsbewerbungen noch l\u00e4ngst nicht aufgeholt sind. Viele Unternehmen haben mehr Pl\u00e4tze angeboten als zuvor, doch die Anzahl der Bewerber ist gesunken. Das Ergebnis ist ern\u00fcchternd.\u201c Mit diesen Worten bilanziert IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Sabine Bechheim die aktuelle Lehrstellenlage. Der demografische Wandel und das ver\u00e4nderte Bildungsverhalten der Jugendlichen schl\u00fcgen voll ins Kontor. Dazu komme ein ver\u00e4nderter Anspruch der Jugend an Lebens- und Arbeitsmodelle. Das werde auf Dauer den regionalen Fachkr\u00e4ftemangel weiter versch\u00e4rfen, insbesondere in den Branchen, die bereits jetzt darunter zu leiden haben.<\/p>\n<p>Obwohl die Ausbildungs- und Berufsmessen in der Region kurz nach dem Lockdown relativ gut besucht waren, absolvierte der jetzige Bewerberjahrgang erheblich weniger praktische Berufsorientierung als fr\u00fchere. Die Schulschlie\u00dfungen der Corona-Jahre wirken sich hier immer noch voll aus. So konnten etliche Jugendliche nicht den \u00dcberblick \u00fcber bedarfsgerechte Berufsm\u00f6glichkeiten gewinnen. Die IHK werde daher 2023 ihr Marketing f\u00fcr die Ausbildung in Industrie, Handel und Dienstleistungen verst\u00e4rken. \u201eWir stellen die Ausbildungsmessen als Instrument der Berufsorientierung derzeit neu auf. An der konzeptionellen \u00dcberarbeitung beteiligen sich etliche Unternehmen. Das zeigt, wie hoch das Interesse der Ausbildungsbetriebe an einer kontinuierlichen Nachwuchssicherung ist\u201c, verdeutlicht Sabine Bechheim, die zugleich Wert darauf legt, dass die Schulen aktiv einbezogen werden. So fanden k\u00fcrzlich Austauschtreffen zwischen den Studien- und Berufswahllehrkr\u00e4ften sowie Ausbilderinnen und Ausbildern statt, um die Bedarfe und Angebote abzugleichen. Dar\u00fcber hinaus werden Unterrichtsmaterialien und aktuelle Informationen regelm\u00e4\u00dfig an die Schulen gegeben.<\/p>\n<p>Neue Wege werde die IHK auch bei der Ansprache der Eltern von zuk\u00fcnftigen Schulabsolventen gehen, denn es sei klar, dass diese eine entscheidende Rolle bei der Berufswahl h\u00e4tten. Sabine Bechheim: \u201eEs geht darum, die Sch\u00fcler und ihre Familien von den Chancen zu \u00fcberzeugen, die in der betrieblichen Ausbildung liegen. Gelingt dies nicht, wird sich der R\u00fcckgang auch auf die Bildungsinfrastruktur auswirken, denn weniger Auszubildende bedeuten zugleich weniger Sch\u00fcler an den Berufskollegs. Deshalb ist es wichtig, den Schritt weg von den fixen Klassenfrequenzst\u00e4rken hin zu mehr digitalem und flexiblem Unterricht zu gehen.\u201c Auch f\u00fcr die \u00fcberbetrieblichen Lehrwerkst\u00e4tten m\u00fcssten L\u00f6sungen gefunden werden, um sie f\u00fcr den Fall zu sichern, dass die Ausbildungszahlen weiter sinken. Die Werkst\u00e4tten seien gerade f\u00fcr die kleinen Betriebe ein wirksames Instrument bei der Nachwuchssicherung.<\/p>\n<p>Im Kreis Olpe wurde das Vorjahresergebnis von 643 Ausbildungsvertr\u00e4gen egalisiert. Im Kreis Siegen-Wittgenstein betrug der R\u00fcckgang 2,7 Prozent, hier wurden 1.256 Vertr\u00e4ge neu eingetragen. W\u00e4hrend im Kreis Olpe in den industriellen Metall- und Elektroberufen ein Zuwachs von 2,3 Prozent verzeichnet wurde, gab es in Siegen-Wittgenstein in diesem Bereich einen erheblichen R\u00fcckgang um 5,6 Prozent. Das gr\u00f6\u00dfte Plus gab es bei den Elektroberufen im Kreis Olpe, wo 36 Prozent mehr Vertr\u00e4ge geschlossen werden konnten. Im Kreis Siegen-Wittgenstein verzeichneten die Industriekaufleute einen Zuwachs von 17 Prozent. Dagegen wurden im Kreis Olpe 30 Prozent weniger Auszubildende mit dem Beruf \u201eKaufleute f\u00fcr B\u00fcromanagement\u201c eingetragen, im Kreis Siegen-Wittgenstein ist der \u201eSpitzenreiter\u201c bei den R\u00fcckg\u00e4ngen der Beruf der Kaufleute f\u00fcr Spedition und Logistikdienstleistungen (- 26 Prozent).<\/p>\n<p>Auch bezogen auf die einzelnen Kommunen gibt es erhebliche Unterschiede. W\u00e4hrend in der Stadt Olpe 13 Prozent weniger Vertr\u00e4ge abgeschlossen wurden, stieg die Anzahl in Wenden um 40 Prozent und in Drolshagen sogar um 43 PRozent. Im Kernraum Siegen sanken die Vertragsschl\u00fcsse am st\u00e4rksten in Hilchenbach (- 15 Prozent), die h\u00f6chsten Zuw\u00e4chse verzeichnete die IHK in Freudenberg (+ 21 PRozent). Auff\u00e4llig ist die Entwicklung im Wittgensteiner Land: In allen Kommunen sind R\u00fcckg\u00e4nge zu verzeichnen: &#8211; 44 Prozent in Erndtebr\u00fcck, &#8211; 30 Prozent in Bad Laasphe und &#8211; 20 Prozent in Bad Berleburg.<\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e1.899 neue Lehrvertr\u00e4ge schlossen die IHK-zugeh\u00f6rigen Unternehmen im vergangenen Jahr in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe ab. 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