{"id":30065,"date":"2022-12-01T10:13:21","date_gmt":"2022-12-01T09:13:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=30065"},"modified":"2022-12-01T10:13:46","modified_gmt":"2022-12-01T09:13:46","slug":"offener-austausch-heimischer-unternehmen-mit-nrw-verkehrsminister-oliver-krischer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/offener-austausch-heimischer-unternehmen-mit-nrw-verkehrsminister-oliver-krischer\/","title":{"rendered":"Offener Austausch heimischer Unternehmen mit NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie Unternehmen bekommen keine Fachkr\u00e4fte mehr, Auszubildende brechen ihre Lehre ab, wir haben mit Materialmangel und fehlendem Frachtraum zu k\u00e4mpfen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Vollsperrung der A45 bel\u00e4uft sich auf mindestens 1 Million Euro \u2013 pro Tag!\u201c Eindringlich warb Walter Viegener bei NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer um Unterst\u00fctzung in verkehrspolitischen Fragen. Gemeinsam mit einer Delegation von zehn Unternehmern aus dem heimischen Wirtschaftsraum und dem Kreisverbandsvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) stattete der Pr\u00e4sident der IHK Siegen dem Minister einen Besuch ab, um mit ihm \u00fcber die dr\u00e4ngendsten Verkehrsfragen ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Das beherrschende Thema: die A45. Ihm sei von Anfang klar gewesen, was die Vollsperrung f\u00fcr die Region bedeute, bis hin zu Existenzsorgen in den Betrieben, betonte Oliver Krischer: \u201eEs ist eine Besonderheit des s\u00fcdwestf\u00e4lischen Wirtschaftsraumes, dass verkehrliche Ausweichm\u00f6glichkeiten kaum bestehen. Hinzu kommt der unzureichende Zustand der Schienenverbindungen.\u201c<\/p>\n<p>Die Landesregierung bekenne sich bewusst zur Grundausrichtung, dem Erhalt der Infrastruktur absolute Priorit\u00e4t vor dem Aus- und Neubau einzur\u00e4umen. \u201eDie Herausforderung des 21. Jahrhunderts besteht darin, die Infrastruktur des 20. Jahrhunderts zu ert\u00fcchtigen.\u201c Die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr den Neubau der Rahmede-Talbr\u00fccke liege bei der Autobahn GmbH des Bundes. Das Land arbeite konstruktiv mit dem Bundesministerium f\u00fcr Digitales und Verkehr, der Autobahn GmbH sowie dem B\u00fcrgerbeauftragten und B\u00fcrgermeister der Stadt L\u00fcdenscheid zusammen. Mit Hochdruck und in Absprache mit dem Bund w\u00fcrden die Sch\u00e4den an den Umleitungsstrecken der Rahmede-Talbr\u00fccke so gut wie m\u00f6glich behoben. Aus Sicht von Minister Krischer eine Daueraufgabe: \u201eDas nachgelagerte Stra\u00dfennetz kann den Autobahnverkehr nicht einfach aufnehmen, ohne immer wieder Schaden zu nehmen. Sonst br\u00e4uchten wir keine Autobahn!\u201c Eine zentrale Frage sei, die gesamte Region vom Durchgangsverkehr und insbesondere vom Schwerverkehr zu entlasten.<\/p>\n<p>Michael Kr\u00f6hl, Leiter Logistik der Krombacher Brauerei Bernhard Schadenberg GmbH &amp; Co. KG und Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses, warnte hierbei vor weiteren Verteuerungen f\u00fcr die Betriebe. \u201eSeit einem Jahr sagt uns niemand etwas dazu, wie der Wirtschaftsraum entlastet werden soll, der nicht nur jetzt, sondern in den n\u00e4chsten Jahren mit dem immensen Wettbewerbsnachteil durch die Sperrung k\u00e4mpfen muss!\u201c Klaus-Dieter Wolf, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Beh\u00e4lterbauunternehmens Robert Josef Wolf GmbH &amp; Co. KG, wies erg\u00e4nzend darauf hin, dass Kunden zunehmend nicht mehr fragten, wie ein Produkt gefertigt werde, sondern nur noch, wie es transportiert werden solle. Man habe sich f\u00fcr einen Nachteilsausgleich f\u00fcr die Region den \u201eMund fusselig geredet\u201c und auch konkrete Vorschl\u00e4ge unterbreitet, ohne jemals aus offizieller Stelle eine aussagekr\u00e4ftige Antwort erhalten zu haben, best\u00e4tigte auch IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Oliver Krischer zeigte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Lage der Betriebe und versprach, sich hier\u00fcber mit der NRW-Wirtschaftsministerin auszutauschen und auch auf Bundesebene entsprechende Gespr\u00e4che zu suchen.<\/p>\n<p><strong>Route 57 l\u00e4uft im Planverfahren weiter<\/strong><\/p>\n<p>Beim Thema Route 57 machte der Minister deutlich, dass es sich um ein beschlossenes Verkehrsprojekt des Bundes handele, das im Planverfahren weiterlaufen werde. \u201eGleichwohl sollte allen Beteiligten klar sein, dass die Planungen angesichts der Komplexit\u00e4t voraussichtlich noch viel Zeit in Anspruch nehmen.\u201c Die Route 57 umfasst Stra\u00dfenbauvorhaben in einer naturr\u00e4umlich sensiblen und topografisch anspruchsvollen Region. Damit gehen besondere umweltfachliche und technische Anforderungen an die Planung einher, die es sorgf\u00e4ltig abzuarbeiten gilt. \u00a0Zuvor hatte Christian F. Kocherscheidt das zentrale Ziel der Route 57 erl\u00e4utert: Es gelte, die besonders industriell gepr\u00e4gte Region Wittgenstein an die Kreisstadt Siegen anzubinden. Es fehlten Mitarbeiter, zunehmend m\u00fcsse auch um Fachkr\u00e4fte au\u00dferhalb Wittgensteins geworben werden. \u201eWir k\u00f6nnen uns nicht erlauben, nochmal jahrzehntelang auf die Ortsumgehungskette zu warten\u201c, stellte Ingo Degenhardt, DGB-Kreisverbandsvorsitzender Siegen-Wittgenstein, klar. \u201eHier muss im Vordergrund stehen, den Standort zu sichern und die Besch\u00e4ftigung zu erhalten. Wenn es um die Verkehrsinfrastruktur oder die Fachkr\u00e4ftesicherung geht, stehen Wirtschaft und Gewerkschaften deshalb Schulter an Schulter zusammen!\u201c Gemeinsam habe man etliche Resolutionen und Initiativen auf den Weg gebracht, \u201eganz bewusst auch zur Route 57, die gleicherma\u00dfen \u00f6konomischen, sozialen und \u00f6kologischen Zielen dient!\u201c<\/p>\n<p>Dirk P\u00f6ppel wies hierzu auf die fatalen Umweltfolgen des jahrelangen Stop-and-go-Verkehrs in den Ortslagen hin. Mit der Route 57 lie\u00dfen sich auch betr\u00e4chtliche Mengen an CO<sub>2 <\/sub>einsparen. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der REGUPOL BSW GmbH berichtete aus eigener Erfahrung, dass erst im vergangenen Jahr zwei vielversprechende Nachwuchskr\u00e4fte wegen der schlechten Verkehrsanbindung ihre Ausbildung abgesagt h\u00e4tten. \u201eUm es klar zu sagen: Wir f\u00fchlen uns als Menschen zweiter Klasse. W\u00e4hrend auf hessischer Seite der Landesgrenze etliche Ortsumgehungen realisiert wurden, tut sich hier nichts. Wir f\u00fchlen uns gnadenlos vergessen.\u201c Die Bahnverbindung, auf der zwischen Bad Berleburg und Siegen vor 100 Jahren bereits die Dampflok zehn Minuten schneller unterwegs gewesen sei als der heutige Zug, sei keine ernsthafte Alternative. Die Menschen seien hier schlichtweg auf das Auto angewiesen.<\/p>\n<p>Weiteres Thema neben dem Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke und der Siegstrecke waren die schwierigen Rahmenbedingungen f\u00fcr Schwertransporte, die unter anderem f\u00fcr die Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Peter Bender, Spedition Bender GmbH, kritisierte die \u201el\u00e4ngst aus dem Ruder gelaufene B\u00fcrokratie\u201c: \u201eWir stellen hier seit Jahren keine Verbesserungen fest, stattdessen sehen wir uns mit einem Wahnsinn an zum Teil absurden Regelungen konfrontiert!\u201c Oliver Krischer versicherte, dass mit Hochdruck daran gearbeitet werde, die Abl\u00e4ufe zu vereinfachen. \u201eDie Aufgabe ist allerdings auch angesichts des Zustandes der Stra\u00dfen keine einfache.\u201c<\/p>\n<p>Text und Foto:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Unternehmen bekommen keine Fachkr\u00e4fte mehr, Auszubildende brechen ihre Lehre ab, wir haben mit Materialmangel und fehlendem Frachtraum zu k\u00e4mpfen. 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