{"id":29670,"date":"2022-10-11T15:22:56","date_gmt":"2022-10-11T13:22:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=29670"},"modified":"2022-10-11T15:22:56","modified_gmt":"2022-10-11T13:22:56","slug":"kuenstliche-intelligenz-in-der-beruflichen-bildung-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/kuenstliche-intelligenz-in-der-beruflichen-bildung-nutzen\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz in der beruflichen Bildung nutzen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eK\u00fcnstliche Intelligenz geh\u00f6rt in die Berufsausbildung!\u201c Das war das eindeutige Pl\u00e4doyer von Hauptrednerin Dr. Carmen K\u00f6hler (Fraunhofer IAIS) beim \u201eJahreskongress Berufliche Bildung kompakt\u201c (jakobb kompakt) in der Siegerlandhalle. Etwa 100 Experten aus Ausbildungsbetrieben und Berufskollegs tauschten sich dort auf Einladung der IHK Siegen, des Bundesinstituts f\u00fcr Berufsbildung (BIBB), des Verlags Klett MINT und der Nachwuchsstiftung Maschinenbau \u00fcber die \u201e3D\u201c der Berufsbildung aus. \u201eDigital, divers und im Dialog\u201c war das Motto der Tagung. Dr. K\u00f6hler \u2013 gelernte Friseurin sowie studierte und promovierte Mathematikerin und Physikerin \u2013 zeigte auf, dass Auszubildende heute ganz selbstverst\u00e4ndlich mit den Applikationen der K\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) umgingen. \u201eSie reagieren neugierig und offen, wenn man ihnen Lernangebote hierzu macht\u201c, ist die Erfahrung der Referentin.<\/p>\n<p>Dabei komme es \u00fcberhaupt nicht auf den Ausgangsberuf an. Skepsis sei eher auf der Seite der Ausbilder zu sp\u00fcren. Diese seien oft unsicher, was KI genau sei und wie sie diese mit den Ausbildungsthemen verkn\u00fcpfen k\u00f6nnten. Dabei nutzten viele schon die Anwendungen, sei es zum Navigieren, als digitale Assistenten wie Siri oder Alexa oder bei der \u201esmarten\u201c Heizungssteuerung. Die Diskussion nach dem Vortrag machte deutlich, dass die Ausbilder ebenso wie die Lehrkr\u00e4fte der Berufskollegs das Thema gern sinnvoll und berufs\u00fcbergreifend in der Ausbildung einsetzen wollen. Die Frage nach dem Wie \u00fcberwog demnach, und auch hierzu gab es bei der Veranstaltung wertvolle Tipps. Ein Beispiel aus den Workshops des Tages: \u00dcber berufs\u00fcbergreifende Zusatzqualifikationen kann der Nutzen von KI von Einzelhandelskaufleuten bis zu Mechatronikern f\u00fcr alle Berufsgruppen erfahrbar gemacht werden. Damit werden die Auszubildenden zu betrieblichen Fachleuten. Die Beispiele klangen nachvollziehbar: KI-basierte Auswertungen der Kassenbons k\u00f6nnten im Handel die Steuerung erleichtern oder im Maschinenbau sensorgesteuerte und digital ausgewertete Maschinendaten genutzt werden. Weitere Workshops befassten sich mit einem breiten Themenspektrum von der Berufsorientierung \u00fcber den Umgang mit pers\u00f6nlichen Lebenskrisen der Auszubildenden bis hin zu individualisierten Lernpfaden, die mittels KI erm\u00f6glicht werden. Manfred K\u00e4mpfer vom Berufskolleg Technik Siegen stellte ein innovatives Beschulungskonzept f\u00fcr Splitterberufe vor. Au\u00dferdem gab es Informationen zum Einsatz von Robotik in der Ausbildung, zur Qualifizierung von Gefl\u00fcchteten, zum digitalen Arbeiten in der Schule, zum digitalen Selbstmanagement des Ausbildungspersonals sowie zum Erstellen von Lernvideos. Marios Mouratidis pr\u00e4sentierte das FabLab der Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n<p>Das abschlie\u00dfende Dialogforum befasste sich noch einmal mit den \u201e3D\u201c. Moderatorin und IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Sabine Bechheim diskutierte mit ihren G\u00e4sten, wie digital die Ausbildung bereits ist und noch wird. Es wurde deutlich, dass sich die Bedarfe und auch die Inhalte bei einem Spektrum von der IT-Ausbildung bis zur Qualifizierung von Erziehern deutlich unterscheiden. Erstere wurde repr\u00e4sentiert von Ausbilder Christian Buch und dem dualen Studenten Eduard Schumacher von der Siegener ifm business solution GmbH, die \u2013 naturgem\u00e4\u00df \u2013 auch durch die Homeoffice-Regeln in der Corona-Pandemie kaum vom bisherigen Ausbildungskonzept abweichen mussten. Anders stellte sich diese Situation f\u00fcr Schulleiter Carsten Arntz vom Erzbisch\u00f6flichen Berufskolleg K\u00f6ln dar, dessen sozialp\u00e4dagogische Auszubildende teilweise erst lernen mussten, mit den digitalen Medien umzugehen. Dort stelle sich Diversit\u00e4t eher als ein Lerninhalt dar, denn die zuk\u00fcnftigen Erzieherinnen und Erzieher (letztere machen inzwischen immerhin knapp ein Drittel der Auszubildenden aus) treffen auch Kinder aus unterschiedlichsten Kulturkreisen und Familienkonstellationen. Dr. Eugen Dyck von der Nachwuchsstiftung Maschinenbau zeigte auf, wie die digitalen M\u00f6glichkeiten die betriebliche Ausbildung aufwerten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zum Abschluss der Tagung machte Prof. Dr. Michael Heister vom Bundesinstitut f\u00fcr Berufsbildung klar, dass die gesellschaftlichen Umbr\u00fcche nur sehr langsam in der Berufsbildung ank\u00e4men. So sei der M\u00e4dchenanteil in den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen seit Jahrzehnten relativ stabil auf niedrigem Niveau, im Unterschied zu den skandinavischen L\u00e4ndern. Das sei umso bedauerlicher, als hier erhebliche Chancen f\u00fcr junge Frauen l\u00e4gen und zudem die Betriebe dringend auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen seien. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass der technologische Wandel hier vielleicht den gesellschaftlichen voranbringen k\u00f6nnte. \u201eDie Arbeit in diesen Bereichen ist ja l\u00e4ngst nicht mehr so kr\u00e4ftezehrend oder schmutzig wie in fr\u00fcheren Zeiten\u201c, widersprach Heister hartn\u00e4ckigen Vorurteilen.<\/p>\n<p>Text und Foto: <a href=\"http:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eK\u00fcnstliche Intelligenz geh\u00f6rt in die Berufsausbildung!\u201c Das war das eindeutige Pl\u00e4doyer von Hauptrednerin Dr. Carmen K\u00f6hler (Fraunhofer IAIS) beim \u201eJahreskongress Berufliche Bildung kompakt\u201c (jakobb kompakt)&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":29671,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-29670","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/071-22-Fachtagung-IHK_WEB-.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29670","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29670"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29670\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29672,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29670\/revisions\/29672"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29671"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29670"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29670"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29670"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}