{"id":29470,"date":"2022-09-12T16:28:09","date_gmt":"2022-09-12T14:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=29470"},"modified":"2022-09-12T16:28:30","modified_gmt":"2022-09-12T14:28:30","slug":"siegener-kliniktraeger-sehen-sich-durch-energiekostenentwicklung-stark-belastet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/siegener-kliniktraeger-sehen-sich-durch-energiekostenentwicklung-stark-belastet\/","title":{"rendered":"Siegener Kliniktr\u00e4ger sehen sich durch Energiekostenentwicklung stark belastet"},"content":{"rendered":"<p>Die Krisen der letzten Jahre haben gerade die Gesundheitseinrichtungen stark gefordert. Drei Jahre Corona-Pandemie, hohe Mitarbeiterbelastungen und Berufsaufgaben, Ukraine-Fl\u00fcchtlinge und jetzt die dem Krieg nachfolgenden Preissteigerungen gerade im Bereich der Energiekosten haben auch auf die vier Siegener Kliniktr\u00e4ger enorme negative Auswirkungen. Die Pandemie-Belastungen hat man im Griff, den schwierigen Arbeitsmarkt f\u00fcr medizinisches und pflegerisches Personal geht man kreativ und engagiert an. Aber den nun kommenden Preissteigerungen bei den Energiekosten steht man eher ausweglos gegen\u00fcber. Denn neben den Gro\u00dfunternehmen des produzierenden Gewerbes sind gerade die Krankenh\u00e4user Gro\u00dfverbraucher, sowohl was den Strom als auch was das Gas und andere fossile Brennstoffe angeht. Nach Berechnungen von viamedica &#8211; Stiftung f\u00fcr eine gesunde Medizin des Universit\u00e4tsklinikum Freiburg, verbraucht ein Klinikbett so viel Energie wie vier Einfamilienh\u00e4user j\u00e4hrlich. Das entspricht bei 500.000 Krankenhausbetten in Deutschland insgesamt dem Bedarf von circa zwei Millionen Einfamilienh\u00e4usern.<\/p>\n<p>Nach ersten internen Erhebungen rechnet schon das kleinste der Siegener Krankenh\u00e4user, die DRK-Kinderklinik Siegen mit 158 Betten, f\u00fcr 2022 \u2013 2023 mit mindestens 800.000,00 Euro an Zusatzkosten durch die Preissteigerungen. Die deutlich gr\u00f6\u00dferen anderen Tr\u00e4ger rechnen mit noch weit h\u00f6heren zus\u00e4tzlichen Kosten. Besonders kritisch sind diese Entwicklungen, da einerseits den Kosten keine zus\u00e4tzlichen Erl\u00f6se gegen\u00fcberstehen. Andererseits herrscht in den Krankenh\u00e4usern in ganz Deutschland aufgrund der geteilten Finanzierung durch DRG-Pauschalen der Kassen auf der einen Seite und der Invesitionsmittelvergabe durch das Land auf der anderen Seite bereits jetzt ein enormer Investitionsstau. Dieser Stau bzw. die fehlenden Mittel machten alternative Konzepte in der Energieversorgung der Kliniken bzw. Einrichtungen in der Vergangenheit erst gar nicht m\u00f6glich. Aus eigenen Mitteln lassen sich Investitionen in die Energetik aufgrund arg angespannter Ertragslagen ebenfalls nicht t\u00e4tigen. Neben den Preissteigerungen im Bereich der Energiekosten vermelden die Siegener Klinikbetreiber deutlich gestiegene Preise in anderen Bereichen bezogen auf externe Dienstleister wie W\u00e4scherei, Reinigung und lebensmittelbezogene Leistungen oder den medizinischen Bedarf.<\/p>\n<p>An der Investitionsmisere hat sich durch die Corona-Pandemie nichts grunds\u00e4tzlich ge\u00e4ndert: \u201eWir m\u00fcssen jedes Jahr einen Investitionsstau von mehr als drei Milliarden Euro konstatieren. Von den 6,2 Milliarden Euro notwendigen Investitionskosten im Jahr 2020 haben die L\u00e4nder weniger als die H\u00e4lfte finanziert\u201c, l\u00e4sst etwa die DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft) \u00f6ffentlich verlauten.<\/p>\n<p>Versch\u00e4rft wird die angespannte Lage in den Kliniken auch von anderer Seite \u2013 krankheitsbedingt durch Corona, fehlt Personal im Tagesbetrieb, Mitarbeitende aus allen Bereichen sind aufgrund der Belastungssituation \u00fcber die Krisenjahre auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Und beim Nachwuchs zeigt sich das gesellschaftliche Problem, geeignete Auszubildende f\u00fcr die Pflegeberufe zu finden parallel zu den gewerblichen Branchen.<\/p>\n<p>Sparpotentiale in den Akutkliniken bzw. medizinischen und pflegerischen Einrichtungen gibt es im Gegensatz zur Industrie und dem privaten Bereich nur ganz wenige. Krankenzimmer auf 19\u00b0 C runterzuk\u00fchlen ist eher unangebracht, OP-S\u00e4le zeitweise au\u00dfer Betrieb zu nehmen w\u00fcrde die Versorgung gef\u00e4hrden und ist rein technisch gar nicht m\u00f6glich. Bei Personalkostenanteilen von 70-80 Prozent an der Gesamtkostensituation w\u00e4re einzig durch Personalabbau ein Einsparpotential gegeben, was aber aus Sicht der Kliniken v\u00f6llig kontr\u00e4r zu den aktuellen Anforderungen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Aufgrund all dieser Entwicklungen fordern die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Siegener Kliniktr\u00e4ger: Diakonie in S\u00fcdwestfalen, DRK-Kinderklinik Siegen, Kreisklinikum Siegen und Marien-Gesellschaft Siegen unisono die politisch Verantwortlichen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene auf, sich mit ihnen und ihren aktuellen Herausforderungen schnellstm\u00f6glich auseinanderzusetzen und gemeinsam schnelle L\u00f6sungen zu finden..<\/p>\n<p>Text: Gemeinsame Pressenotiz der <a href=\"https:\/\/www.diakonie-sw.de\/start-diakonie-in-suedwestfalen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Diakonie in S\u00fcdwestfalen gGmbH<\/a>, der <a href=\"https:\/\/www.drk-kinderklinik.de\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH<\/a>, der <a href=\"https:\/\/www.kreisklinikum-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kreisklinikum Siegen GmbH<\/a> und der <a href=\"https:\/\/mariengesellschaft.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marien Gesellschaft Siegen gGmbH<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Krisen der letzten Jahre haben gerade die Gesundheitseinrichtungen stark gefordert. 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