{"id":28799,"date":"2022-06-13T08:16:51","date_gmt":"2022-06-13T06:16:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=28799"},"modified":"2022-06-13T08:16:51","modified_gmt":"2022-06-13T06:16:51","slug":"ihk-industrie-nicht-den-boden-entziehen-entwicklungschancen-erhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-industrie-nicht-den-boden-entziehen-entwicklungschancen-erhalten\/","title":{"rendered":"IHK: Industrie nicht den Boden entziehen, Entwicklungschancen erhalten!"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEine Abkehr vom geplanten Gewerbegebiet Ruttenberg zum jetzigen Zeitpunkt ist der falsche Weg und perspektivisch f\u00fcr die heimische Wirtschaft, insbesondere den Kreis Olpe ein Tiefschlag. Die Folgen f\u00fcr die Zukunft des dortigen Industriestandortes w\u00e4ren weitreichend.\u201c Mit drastischen Worten ordnet IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener den Vorschlag der Gemeindeverwaltung Wenden ein, die Planungen f\u00fcr das interkommunale Gewerbegebiet einzustellen. \u201eEs handelt sich um eine der letzten, gro\u00dfen interkommunalen Gewerbefl\u00e4chen, die f\u00fcr die heimischen Betriebe \u00fcberhaupt noch im Regionalplan ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen.\u201c Der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer erinnert daran, dass alleine im Kreis Olpe rund 200 ha Gewerbefl\u00e4chen fehlten. F\u00fcr Siegen-Wittgenstein seien es noch einmal etwa 300 ha.<\/p>\n<p>Es sei nachvollziehbar, dass eine zweifache verkehrliche Anbindung zu erheblichen zus\u00e4tzlichen Kosten f\u00fchre und dass es zu zus\u00e4tzlichen Verkehren komme. Zudem m\u00fcsse zweifellos auch die Frage der Vermarktbarkeit der Gewerbegrundst\u00fccke diskutiert werden. \u201eWir sprechen hier jedoch nicht von einem Prozess in den kommenden zwei, drei Jahren, sondern von den Entwicklungschancen f\u00fcr Wenden und dar\u00fcber hinaus in den n\u00e4chsten 20 bis 25 Jahren! Fl\u00e4chen werden in naher Zukunft so oder so schon zum raren Gut \u2013 mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Marktpreise.\u201c<\/p>\n<p>In einer aufwendigen Standortuntersuchung hatte die IHK im Vorfeld der Neuaufstellung des Regionalplans in Absprache mit der Regionalplanungsbeh\u00f6rde durch ein Fachb\u00fcro 70 Suchr\u00e4ume in den Kommunen ermittelt, in denen Gewerbefl\u00e4chen entwickelt werden k\u00f6nnten. Nur ein kleiner Teil davon war im ersten Entwurf des Regionalplans \u00fcberhaupt ber\u00fccksichtigt worden. \u201eWir w\u00fcrden uns w\u00fcnschen, dass man sich mit derselben Kraft f\u00fcr dringend ben\u00f6tigte Industrie- und Gewerbefl\u00e4chen einsetzt, die man f\u00fcr den Ausbau der Windenergie an den Tag legt!\u201c<\/p>\n<p><strong>Mehr als jeder Zweite in Wenden arbeitet in der Industrie<\/strong><\/p>\n<p>Die Industrie sei nach wie vor Garant f\u00fcr Wohlstand und Besch\u00e4ftigung. Aber gerade sie sei eben auf Fl\u00e4chen f\u00fcr die Produktion angewiesen, erg\u00e4nzt IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hans-Peter Langer. Besonders Kommunen in Autobahnn\u00e4he h\u00e4tten in den vergangenen Jahrzehnten vom industriellen Wachstum profitiert. Das zeige auch die herausstehende Entwicklung der Gemeinde Wenden. Hier arbeiteten mehr als die H\u00e4lfte aller sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten im produzierenden Gewerbe. Ihre Zahl ist in der Zeit von 2000 bis 2021 um 37 Prozent auf 3.619 Besch\u00e4ftigte gestiegen. Gleichzeitig sind die Industrieums\u00e4tze um 80 Prozent angewachsen. Wenden hat in den vergangenen Jahren an Attraktivit\u00e4t sp\u00fcrbar gewonnen. So hat die Zahl der Berufseinpendler zwischen 2010 und 2019 um 41 Prozent zugenommen.<\/p>\n<p>Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie gedeihliche Entwicklung der Kommune geht zu gro\u00dfen Teilen auf ihre Industriest\u00e4rke zur\u00fcck. Die Wirtschaftsdaten f\u00fcr Wenden legen den Schluss nahe, dass es sich in erheblicher Weise negativ auf die k\u00fcnftige wirtschaftliche Entwicklung der Kommune auswirkt, wenn dem produzierenden Gewerbe im laufenden Verfahren der Regionalplanaufstellung die Perspektive auf dringend ben\u00f6tigte Fl\u00e4chen und damit der Boden unter den F\u00fc\u00dfen entzogen wird. Auch f\u00fcr die St\u00e4dte Olpe und Kreuztal, mit denen das Gewerbegebiet gemeinsam geplant werde, w\u00fcrden damit Entwicklungspotenziale wegfallen.\u201c Andere, nicht unmittelbar an einer Autobahn gelegene Kommunen w\u00e4ren froh, \u00fcber solche Optionen zu verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Trotz der Industriest\u00e4rke des heimischen Wirtschaftsraumes w\u00fcrden in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe nur wenige Fl\u00e4chen in Anspruch genommen. \u201eGerade einmal 1,5 Prozent der Gesamtfl\u00e4che in beiden Kreisen wird industriell oder gewerblich genutzt. Landesweit sind es mit 2,2 Prozent deutlich mehr. Zudem erschweren naturr\u00e4umliche Einschr\u00e4nkungen aufgrund der h\u00e4ufig engen Tallagen die Ausweisung von Fl\u00e4chen, von denen in der Praxis am Ende ohnehin nur durchschnittlich 68 Prozent tats\u00e4chlich von den Unternehmen genutzt werden k\u00f6nnen\u201c, verdeutlicht Hans-Peter Langer. So gingen etwa Fl\u00e4chenanteile durch erforderliche Terrassierungen oder durch darzustellende Ausgleichsfl\u00e4chen verloren.<\/p>\n<p>\u201eDie Forderung, dem nachweislichen Fl\u00e4chenbedarf durch neue Zuweisungen so weit wie m\u00f6glich planerisch zu begegnen, ist daher alles andere als vermessen, sondern vielmehr sachgerecht und f\u00fcr den Wirtschaftsstandort existentiell wichtig. Eine Fl\u00e4chenpolitik nach dem Sankt-Florians-Prinzip helfe der Wirtschaft nicht,\u201c unterstreicht Klaus Gr\u00e4bener. An die Kommunalpolitik richtet er den Appell, die Planungen f\u00fcr das Gewerbegebiet nicht vorzeitig g\u00e4nzlich einzustellen. Jedem sei klar, dass die Frage der Umsetzbarkeit am Ende von vielen Faktoren abh\u00e4nge. \u201eJetzt aber sollte die Devise sein: nicht alle T\u00fcren zuschlagen, sondern Entwicklungsoptionen erhalten!\u201c<\/p>\n<p>Text: <a href=\"http:\/\/www.ihk-siegen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEine Abkehr vom geplanten Gewerbegebiet Ruttenberg zum jetzigen Zeitpunkt ist der falsche Weg und perspektivisch f\u00fcr die heimische Wirtschaft, insbesondere den Kreis Olpe ein Tiefschlag&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":4018,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-28799","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/wronline-ihk.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28799"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28799\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28801,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28799\/revisions\/28801"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}